Parkeisenbahn am Leipziger Auensee; Dominik Schremb

AUDIO: Parkeisenbahn Auensee feiert 75. Geburtstag und hofft auf Unterstützung (3 Min)

Jubiläum

Stand: 08.08.2026 11:00 Uhr

Seit 75 Jahren dreht die Parkeisenbahn am Leipziger Auensee ihre Runden, das ganze Wochenende feiert sie deshalb Jubiläum. Für viele kleine und große Eisenbahnfreunde ist die historische Bahn bis heute ein beliebtes Ausflugziel. Und nicht nur das: Viele junge Eisenbahn-Begeisterte sammeln hier ihre ersten Erfahrungen, bevor es später einmal zur großen Bahn gehen kann. Damit das so bleibt, braucht der Verein hinter der Bahn jetzt Unterstützung.

von Marco Muß, MDR SACHSEN

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Langsam setzt sie sich in Bewegung, die Schmalspur-Eisenbahn am Leipziger Auensee. An diesem Tag zieht die rote, akkubetriebene Lok die fünf offenen Wagen. 1,9 Kilometer ist der Rundkurs lang, der 1951 im Stadtteil Wahren entstand. Er führt unter anderem an der Konzerthalle Haus Auensee und einem Biergarten vorbei.

Organisiert wird der Betrieb, der bis 1990 eine Pioniereisenbahn der DDR war, hauptsächlich von Kindern und Jugendlichen. Sie stellen den Bahnhofsleiter, den Schrankenwärter, kümmern sich um Fahrkartenverkauf und -kontrolle. Für den Lokführerschein muss man 18 Jahre alt sein und eine Prüfung ablegen. Die Loks werden häufig von Rentnern gefahren.

Parkeisenbahn am Leipziger Auensee: Dampflok

Auch eine 100 Jahre alte Dampflok fährt am Auensee entlang.

100 Jahre alte Dampflok

Derweil wird im Lokschuppen gehämmert, geschraubt, geputzt. Denn: Die Besucher am Wochenende sollen die Highlights zu sehen bekommen: Zum einen die grüne Handdraisine, vor allem aber die über 100 Jahre alte schwarze Dampflok. Sie ist der Star beim großen Jubiläum.

Werkstattleiter Steven Gebauer macht die Dampflok fit: „Jedes Mal bevor wir unsere Dampflokomotive anheizen, müssen wir auch den Kessel sauber machen. Das heißt, die Brennstoffreste aus der Feuerbüchse entnehmen, den Aschkasten sauber machen – das kennt man zu Hause auch vom Ofen“, so Gebauer, der auch als Dampflokführer fungiert.

Parkeisenbahn am Leipziger Auensee: Steven Gebauer

Werkstattleiter Steven Gebauer hegt und pflegt die Dampflok der Parkeisenbahn Auensee.

Keine ungetrübte Vorfreude auf das Fest

So richtig ungetrübt ist die Vorfreude auf das große Geburtstags-Wochenende bei ihm und seinen ehrenamtlichen Kollegen aber nicht: Denn nach über 30 Jahren sind Schwellen und Weichen verschlissen, sie müssen ausgetauscht werden. Dafür sucht der Verein Unterstützung in Form von Spenden.

Bangen beim Überprüfen des Kessels der Dampflok

Und dann geht es auch noch um die Dampflok. In diesem Jahr steht die Überprüfung des Kessels an. Dort werde kontrolliert, „ob die Stärken vom Material noch ausreichend sind oder ob es irgendwelche Auffälligkeiten gibt“, erläutert Gebauer. Die Kosten für die Überprüfung seien enorm: „Da liegen wir so bei ungefähr 300.000 Euro.“ Das liege daran, dass die Lok ausgespurt werden muss und zur Kontrolle woanders hin transportiert werden muss. Bei der Gelegenheit würde auch das Fahrwerk überprüft und auf den neuesten Stand gebracht werden.

Parkeisenbahn am Leipziger Auensee: Steven Gebauer

Hier säubert Steven Gebauer die Rauchkammer der Dampflok.

Eine Summe, die der kleine Verein nicht ohne Hilfe stemmen kann. Zwar unterstützt das Land Sachsen Schmalspurbahnen finanziell, doch für solch große Investitionen reicht das Geld nicht. Wie bei der großen Bahn gilt: An der Infrastruktur wurde jahrelang nur das Allernötigste gemacht. Auch die Eigentümerin der Infrastruktur, die Stadt Leipzig, hat kein Geld.

Kinder und Jugendliche als Bahnhelfer im Ehrenamt

Und das bei der traditionsreichen Attraktion, die schon zu DDR-Zeiten fuhr und auch heute die Generationen verbindet. Rentner und Lokführer Andreas Hapke sagt: „Für mich ist das Besondere hier die Zusammenarbeit mit den Kindern. Es ist sehr schön, dass die uns hier als Ehrenamtler so unterstützen.“ Man versuche alles, damit die Bahn bestehen bleibt.

Parkeisenbahn am Leipziger Auensee: Dominik Schremb und Andreas Hapke

Dominik Schremb (li.) und Andreas Hapke sind als Lokführer unterwegs und kümmern sich um den Nachwuchs.

Dominik Schremb fährt zweigleisig

So kämpfen nun Jung und Alt für ihre Parkeisenbahn. Dominik Schremb ist 25 und arbeitet als Fahrdienstleiter bei der Deutschen Bahn. Trotzdem ist er „seiner“ Auensee-Bahn bis heute treu geblieben und unterstützt die Kollegen: „Ich mache das hier schon seit 2012, hab ebenfalls klein angefangen und darf hier jetzt fast alles machen:“

Das bedeutet den Bahnhof zu leiten und selbst die Lok zu fahren. Und auch um die Rekrutierung des Nachwuchses kümmert er sich: „Auch deshalb bin ich heute da.“ An diesem heißen Tag haben nicht so viele Kinder den Weg an den See gefunden. Am Wochenende soll das anders aussehen. Und dann gibt es auch die Hoffnung auf neue Spenden für das Herzensprojekt.

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MDR (cke)