Wenke Weinreich. Foto: Fraunhofer-IPMSWenke Weinreich. Foto: Fraunhofer-IPMS
Fraunhofer setzt auf Doppelspitze

Dresden, 8. August 2026. Die Naturwissenschaftlerin und Halbleiterforscherin Wenke Weinreich wird zweite Leiterin des Fraunhofer-Photonikinstituts in Dresden. Zugleich übernimmt sie die die Professur für „Funktionalisierte Mikroelektronik für heterogene Systeme“ an der TU Dresden. Das hat das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS) mitgeteilt. Weinreich „beerbt“ Prof. Hubert Lakner, der sich Ende 2024 in den Ruhestand verabschiedet hatte.

Fraunhofer-Präsident Hanselka erwartet innovativer Mikroelektroniklösungen

„Mit ihrer langjährigen Erfahrung im Transfer von Forschungsergebnissen in die Industrie und ihrer ausgewiesenen Expertise in der Mikroelektronik wird sie maßgeblich dazu beitragen, die Entwicklung und den Transfer innovativer Mikroelektroniklösungen in Wirtschaft und Gesellschaft zu beschleunigen und weiter auszubauen“, lobt Fraunhofer-Präsident Prof. Holger Hanselka die Wissenschaftlerin. Sie werde „wichtige Impulse für das weitere Wachstum und die Zukunft des Fraunhofer IPMS setzen“, ist Prof. Harald Schenk überzeugt, mit dem sie sich nun die Institutsspitze teilt. In der Führungsetage des Dresdner Photonikinstituts ist Weinreich keine „Neue“: Sie leitete zuletzt unter anderem das IPMS-Tochterzentrum für Nanoelektronik-Technologien (CNT).

„Mikroelektronik ist eine Schlüsseltechnologie für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und die technologische Souveränität Europas.“
Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft

Weinreich hatte an der Bergakademie Freiberg „Angewandte Naturwissenschaften“ studiert, dann 2013 an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zum Thema „Materialentwicklung für DRAM-Speicher“ promoviert. Im IPMS Dresden spezialisierte sie sich dann unter anderem auf neue Chip- und Computertechnologien, Mikroenergie-Generatoren und ähnliche Themen. An ihrem neuen Lehrstuhl an der Dresdner Uni will sie unter anderem an winzigen Akkus und Energie-Erntern für Schaltkreise forschen, die sie dann bei Fraunhofer zur Serienreife treiben will. Darüber hinaus richtet sie bereits seit einiger Zeit das CNT und das Ceasax-Halbleiterforschungszentrum neu aus: auf die Schaltkreise von morgen, fortgeschrittene Chip-Endmontage, Quantentech und neue, merkfähige Speicher. „Mein Ziel ist es, meine Erfahrung in der 300-mm-Technologie, im Reinraummanagement sowie in der Vernetzung von Forschung und Industrie einzubringen, um das Institut technologisch und strategisch weiter voranzubringen“, kündigt sie an.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Fraunhofer-IPMS, Oiger-Archiv