Vechta. Erst sollten am Samstag im niedersächsischen Vechta gleich zwei Testspiele zwischen dem SC Paderborn 07 und dem SV Werder Bremen über die volle Distanz von jeweils 90 Minuten steigen. Am Freitag hieß es dann, dass lediglich über zwei Mal 75 Minuten gespielt wird. Doch gut eine Stunde vor dem Anpfiff wurden noch einmal zehn Minuten abgezogen.
So kickten die beiden Bundesligisten im Stadion am Oyther Berg über die Distanz von vier Mal 35 Minuten. Und vor 2.400 Zuschauern gab es im siebten SCP-Spiel der Sommervorbereitung nach satten 140 Minuten das erste Remis. So stand in einem unterhaltsamen XXL-Test am Ende ein 2:2 (0:0) zu Buche.
„Und es ist wohl ein verdientes 2:2. Wir hatten sicherlich mehr Chancen, aber Werder hatte einige Hochkaräter“, resümierte SCP-Coach Ralf Kettemann, der mit dem Auftritt seiner Schützlinge ziemlich zufrieden war. „Wir haben heute gesehen, dass wir mit der Art und Weise, wie wir Fußball spielen, auch gegen einen Bundesligisten zu vielen Chancen kommen können“, urteilte Paderborns Trainer.
Der Grund für die besagte Verkürzung der Spielzeit war recht einleuchtend: Beide Teams klagten über zahlreiche Ausfälle. Beim SV Werder Bremen fehlten gleich 13 Profis. Beim SCP mussten sechs Akteure passen. Neben den verletzten Paderbornern Nyamekye Awortwie-Grant, Nick Bätzner, Sven Michel, Sebastian Klaas und Timur Gayret stand auch Mattes Hansen nicht im Aufgebot. Der 22-Jährige hat sich eine Erkältung eingefangen. Drei U19-Talente komplettierten den SCP-Kader. So reisten Max Riedemann (18), Julian Driedger (18) und Vigo Wernet (17) mit nach Vechta. Die Jungspunde standen als Joker parat.
×
Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail zur Bestätigung Ihrer Anmeldung.
Erst danach ist diese abgeschlossen.
Bitte prüfen Sie auch den Spam-Ordner.
×
Sie haben bisher Ihre E-Mail-Adresse noch nicht bestätigt.
Erst danach ist diese abgeschlossen.
Bitte prüfen Sie auch den Spam-Ordner.
×
Es ist einen Fehler aufgetreten
Bei Fragen hilft unser Newsletter-Support
Newsletter
SC Paderborn 07
Wöchentlich alle News rund um den SC Paderborn.
Jetzt anmelden
Beide Teams begannen unterdessen mit Formationen, die zumindest größtenteils als jeweils aktuelle 1a-Elf bezeichnet werden können. Paderborns „erste Garde“ erwischte hierbei den besseren Start. So spielte sich das Geschehen in den ersten zehn Minuten fast ausschließlich in der Werder-Hälfte ab.
Der SCP hat schon im ersten Viertel ein Chancenplus
In der achten Minute verbuchte der SCP seine ersten Chancen. Nach einer sehenswerten Kombination passte Santiago Castaneda auf Albert Millgramm. Der Neuzugang aus Magdeburg zog direkt ab, bekam aber nicht genügend Druck hinter den Ball, sodass Werder-Keeper Karl Hein parieren konnte. Wenige Sekunden später rauschte ein Distanzschuss von Laurin Curda übers Tor der Weserstädter.
Auch Teamkollege Oliver Batista Meier versuchte es nach einer Viertelstunde aus der Distanz, doch da hatte Bremen bereits ins Spiel gefunden. In der 17. und 22. Minute boten sich Werder dicke Gelegenheiten zur Führung. Zunächst setzten die Bremer den SCP im Spielaufbau unter Druck. Millgramm verlor am eigenen Sechzehner den Ball, der bei Werder-Akteur Marco Grüll landete. Dieser zog aus halblinker Position ab und zwang SCP-Torhüter Nahuel Noll zu einer Glanzparade (17.).
Fünf Minuten später ging Justin Njinmah nach einem schnellen Werder-Konter aufs Paderborner Tor zu. Der Bremer Offensivspieler entschied sich jedoch für eine Mischung aus Torschuss und Flanke, sodass die Chance verpuffte. Im Gegenzug hatte Curda die SCP-Führung auf dem Fuß. Nachdem eine flache Hereingabe von Batista Meier unzureichend abgewehrt worden war, kam Paderborns Kraftpaket zum Abschluss. Doch Werder-Torwart Hein und sein Teamkollege Olivier Deman verhinderten den Einschlag (23.). Dann war ein unterhaltsames erstes Viertel zu Ende.
Saisonvorbereitung: Diese fünf Profis des SC Paderborn haben sich bislang in den Vordergrund gespielt
Marino und ter Horst verpassen die Paderborner Führung
Das zweite Viertel begann mit einem Kuriosum: Es gab Freistoß für Paderborn, weil Bremens Chuki den Ball beim Anstoß zweimal berührt hatte. Und erneut gehörten die ersten Minuten dem SCP, der durch den spielfreudigen Batista Meier zu einer ersten gefährlichen Torannäherung kam (37.).
Noch weitaus brenzliger wurde es für Werder in den Minuten 49 und 51: Zunächst schickte Curda Millgramm auf die Reise. Dieser flankte kurz vor der Torauslinie Richtung Fünfer. Mittelstürmer Stefano Marino stand goldrichtig und spitzelte das Spielgerät aufs Tor. Von Torwart Hein sprang der Ball jedoch an die Latte. Keine 120 Sekunden später hätte es endgültig 1:0 für Paderborn stehen müssen. Curda bediente Jano ter Horst. Der Neuzugang hatte alle Zeit der Welt, um sich die Ecke auszusuchen, jagte das Leder aber übers Tor.
Werder hatte erst in der 65. Minute die erste Torgelegenheit im zweiten Viertel. SCP-Torhüter Noll lenkte eine tückische Chuki-Freistoßhereingabe, die zum Torschuss mutierte, über die Latte. Auf der Gegenseite konnte sich Bremens Keeper Hein bei einem Obermair-Schuss zum wiederholten Male auszeichnen (67.). Dann waren die ersten 70 Minuten beendet. Paderborns vermeintliche 1a-Elf hatte eine sehenswerte Leistung gezeigt, doch die Chancenverwertung ließ (wieder) zu wünschen übrig.
Kommentar: Während andere Klubs suchen, produziert der SC Paderborn seine Talente längst selbst
Bremens Njinmah bestraft den SCP-Chancenwucher
SCP-Coach Ralf Kettemann wechselte zur Pause komplett durch. Felix Götze feierte hierbei sein Comeback. Für den Kapitän war es der erste Testspiel-Einsatz seit Ende Juni, als er beim 18:0-Auftaktsieg in Ostenland mitgespielt hatte. Werder-Trainer Daniel Thioune, der nur noch fünf Profis auf der Bank hatte, begnügte sich erst einmal mit drei Wechseln.
An der Dramaturgie der Partie änderte sich hingegen wenig. Auch im dritten Viertel kam der SCP besser aus den Startlöchern. Kennedy Okpala rauschte an einer Lippmann-Hereingabe vorbei (80.). Lasse Eickel scheiterte nach einer Müller-Ecke und einer Kopfball-Vorlage von Götze per Kopf an Werder-Torhüter Alexander Schlager (81.).
Der SCP hätte längst führen müssen. Stattdessen fiel das 1:0 für Werder. Grüll setzte sich auf der linken Seite gegen Marcel Hofmeier durch. Der SCP-Verteidiger kam im Duell gegen den Werder-Akteur im Bereich der Torauslinie zu Fall, doch der Foulpfiff blieb aus. Grüll legte zurück auf Njinmah – und der netzte aus sechs Metern ein (82.).
📲 News direkt aufs Smartphone? Hier gehts zum kostenlosen Whatsapp-Kanal SCP07 in der NW
Paderborns Kapitän Felix Götze gibt ein kurzes Comeback
SCP-Stürmer Steffen Tigges scheiterte dagegen an Schlager (85.), der ebenfalls nicht über einen Mangel an Arbeit klagen musste. Nach 90 Minuten nahm Werder dann sieben weitere Wechsel vor. Nun standen bei den Bremern auch einige Nachwuchsakteure auf dem Platz. Folge: Paderborn hatte fortan noch deutlichere Feldvorteile. Und obendrein zahlreiche Ecken.
Ein Eckball von Ruben Müller segelte hierbei in Minute 104 an Freund und Feind vorbei an den zweiten Pfosten, wo Clemens Lippmann den Ball ins Außennetz jagte. Und so ging es mit einer ziemlich schmeichelhaften Werder-Führung ins vierte und letzte Viertel, in dem Felix Götze nicht mehr mitwirkte.
Angesichts der Achillessehnenreizung seines Kapitäns wollte SCP-Coach Kettemann kein unnötiges Risiko eingehen. Und so feierte U19-Akteur Julian Driedger sein Debüt bei den Profis, die weiter Chancenwucher betrieben. Schlager hielt in der 109. Minute einmal mehr gegen Tigges. Okpala staubte ab, doch sein Versuch wurde zur Ecke abgefälscht.
In der 115. Minute wäre Niklas Mohr fast mit einem Volleyschuss aus 16 Metern erfolgreich gewesen. Dann hatte Marcel Hoffmeier Feierabend. Der SCP-Verteidiger, der zuletzt über Wadenprobleme klagte, wurde durch Nachwuchs-Ass Vigo Wernet ersetzt (117.). Werder näherte sich nur noch selten dem Paderborner Tor an, hatte aber in der 118. Minute die dicke Chance aufs 2:0. Patrice Covic zog ab, doch SCP-Torhüter Markus Schubert parierte glänzend.
Stattdessen sahen die 2.400 Zuschauer in der 123. Minute das überfällige 1:1. Tigges tankte sich nach einem starken Mohr-Zuspiel im Strafraum durch und passte zurück Richtung Elfmeterpunkt. Dort versenkte Ruben Müller den Ball im Fallen per Direktabnahme in die Maschen.
Im Open-Air-Kino: Die Reise des SC Paderborn in die Bundesliga als Film
Sturmtalent Lasse Eickel rettet dem SC Paderborn das Remis
Nun war der Bann gebrochen. Allerdings auf beiden Seiten, denn in Minute 128 führte plötzlich wieder Bremen, das zu einem Schnellangriff ansetzte. Werder-Youngster Paul Erevbenagie warf den Turbo an und blieb vor Schubert eiskalt, um zum 2:1 einzuschieben. Diese Führung währte aber nicht lange, denn Lasse Eickel luchste dem Bremer Noah Weißbach den Ball ab und marschierte aufs Werder-Tor zu. Der Junioren-Nationalspieler zog ab und es stand 2:2 (130.).
Müller schrammte anschließend am Doppelpack vorbei. Der SCP-Außenbahnspezialist setzte einen Kopfball Richtung langes Eck. Schlager machte sich ganz lang und verhinderte per Glanzparade den Paderborner Siegtreffer (138.). Und so blieb es beim 2:2, das aus Werder-Sicht etwas schmeichelhaft war. Der SCP konnte mit der Leistung zufrieden sein – mit der Chancenverwertung allerdings nicht.
Für Paderborn war der XXL-Test gegen Werder aber noch nicht die finale Generalprobe fürs erste Pflichtspiel bei Phönix Lübeck (DFB-Pokal, 1. Runde, Sonntag, 23. August, 18 Uhr). So wird es am kommenden Wochenende noch ein nicht-öffentliches Testspiel geben. Es wartet dann wohl ein weiterer Bundesligist auf den Aufsteiger aus Paderborn.
Alle SCP-Nachrichten im Überblick: Der News-Blog rund um den SC Paderborn
SV Werder Bremen – SC Paderborn 2:2 (0:0)
Werder: Hein (70. Schlager) – Schmetgens (90. Hamouda), Pieper (90. Malatini), Friedl (70. Wojcik) – Grüll (90. Mbock), Stage (70. Covic), Chuki (90. Soylu), Deman (90. Höcker) – Njinmah (90. Quetant), Itten (60. Erevbenagie) , Mbangula (90. Weißbach).
SCP (erste 70 Minuten): Noll – ter Horst, Scheller, Sticker – Curda, Baur, Castaneda, Obermair – Millgramm, Marino, Batista Meier.
SCP (zweite 70 Minuten): Schubert – Hoffmeier (117. Wernet), Götze (105. Driedger), Mohr – Müller, Duric, Baack, Lippmann – Okpala, Tigges, Eickel (133. Riedemann).
Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover)
Tore: 1:0 Njinmah (82.), 1:1 Müller (123.), 2:1 Erevbenagie (128.), 2:2 Eickel (130.)
Zuschauer: 2.400 im Stadion am Oyther Berg