433 Alarmierungen im Rettungsdienstbereich Augsburg seit Oktober 2025. Die Stadtsparkasse Augsburg stellt qualifizierte Mitarbeiter für Einsätze frei und öffnet ihre Defibrillatoren; ein Modell, das sich übertragen lässt.

Seit dem Start des Ersthelfersystems „Region der Lebensretter“ im Rettungsdienstbereich Augsburg im Oktober 2025 sind bis zum 22. Juli 2026 insgesamt 433 Alarmierungen bei Verdacht auf einen Herz-Kreislauf-Stillstand ausgelöst worden; in 181 Fällen waren qualifizierte Ersthelfende noch vor dem Rettungsdienst bei den Betroffenen. Ob ein Helfer tagsüber überhaupt ausrücken kann, entscheidet häufig der Arbeitgeber. Die Stadtsparkasse Augsburg hat das geregelt: Sie stellt medizinisch qualifizierte Mitarbeitende für Einsätze während der Arbeitszeit frei und macht ihre Defibrillatoren für alarmierte Ersthelfende zugänglich.

Augsburg, 7. August 2026 – Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. Über die App „Region der Lebensretter“ werden qualifizierte Ersthelfende alarmiert, wenn sich in ihrer Nähe ein entsprechender Notfall ereignet. Sie beginnen mit den Wiederbelebungsmaßnahmen und überbrücken so die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes.

Die Stadtsparkasse Augsburg unterstützt dieses System auf mehreren Ebenen. Medizinisch qualifizierte Mitarbeitende werden ausdrücklich dazu ermutigt, sich als Ersthelfende zu registrieren. Erfolgt während der Arbeitszeit eine Alarmierung in räumlicher Nähe, werden sie für den Weg zum Einsatzort, die Hilfeleistung und die anschließende Rückkehr an den Arbeitsplatz freigestellt. Das gilt sowohl an einem Standort der Stadtsparkasse als auch im Mobilen Office.

„Die Stadtsparkasse Augsburg zeigt beispielhaft, wie Arbeitgeber einen konkreten Beitrag zur Rettung von Menschenleben leisten können“, erklärt Prof. Dr. Axel Heller, Regionenverantwortlicher der Region der Lebensretter im Rettungsdienstbereich Augsburg. „Entscheidend sind nicht nur finanzielle Unterstützung und vorhandene Defibrillatoren. Besonders wertvoll ist die Bereitschaft, qualifizierten Mitarbeitenden im Ernstfall den notwendigen Freiraum zu geben. Dieses Beispiel sollte in der Region Schule machen.“

Mehrere Mitarbeitende der Stadtsparkasse haben sich bereits im Netzwerk registriert. Einige von ihnen wurden bereits während ihrer Arbeitszeit alarmiert – sowohl an ihrem betrieblichen Arbeitsplatz als auch im Mobilen Office. Zu ihnen gehören auch Caro Lohmüller, Wolfgang Bschorr und Michael Wimmer. Alle drei engagieren sich bei einer Freiwilligen Feuerwehr und verfügen über die für das System erforderliche Qualifikation.

„Wenn eine Alarmierung eingeht, darf keine wertvolle Zeit durch organisatorische Fragen verloren gehen“, sagt Ersthelferin Caro Lohmüller. „Es ist ein sehr gutes Gefühl zu wissen, dass die Stadtsparkasse hinter unserem Engagement steht und uns ermöglicht, sofort zu helfen. Die Freistellung gibt uns die notwendige Sicherheit, auch während der Arbeitszeit Verantwortung zu übernehmen“

An mehreren Standorten hält die Stadtsparkasse Augsburg automatisierte externe Defibrillatoren (AED) bereit. Diese sind im System der Region der Lebensretter hinterlegt und können im Notfall auch an extern alarmierte Ersthelfende ausgegeben werden. In der Hauptstelle steht qualifiziertem Personal zusätzlich ein erweiterter Erste-Hilfe-Rucksack zur Verfügung.

„Als Sparkasse tragen wir Verantwortung für die Menschen in unserer Region. Wenn qualifizierte Mitarbeitende in unmittelbarer Nähe eines Notfalls helfen können, möchten wir ihnen das auch während ihrer Arbeitszeit ermöglichen“, betont Sandra Peetz-Rauch, Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse Augsburg. „Jeder von ihnen kann im entscheidenden Moment den Unterschied machen. Deshalb unterstützen wir die Region der Lebensretter aus voller Überzeugung und hoffen, dass sich noch weitere qualifizierte Kolleginnen und Kollegen registrieren.“

Bereits in der Aufbauphase hatte die Stadtsparkasse Augsburg die Region der Lebensretter gemeinsam mit weiteren Sparkassen durch Spenden unterstützt. Die Mittel wurden unter anderem für die Beschaffung der gut sichtbaren Einsatzwesten verwendet.

Seit dem Start des Systems im Rettungsdienstbereich Augsburg im Oktober 2025 wurden bis zum 22. Juli 2026 insgesamt 433 Alarmierungen ausgelöst. Bei 277 Alarmierungen traf mindestens ein Ersthelfender am Einsatzort ein. In 181 Fällen waren Ersthelfende noch vor dem Rettungsdienst bei den Betroffenen. Die mediane Ankunftszeit der ersten Helfenden lag bei drei Minuten und 47 Sekunden. Das System hat damit bereits nachweislich Menschenleben gerettet.

„Die Zahlen zeigen, welches Potenzial in einem flächendeckenden Netzwerk qualifizierter Ersthelfender steckt“, so Prof. Dr. Axel Heller. „Je mehr Menschen mitmachen und je stärker Unternehmen das Engagement unterstützen, desto größer ist die Chance, dass bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand innerhalb weniger Minuten mit der Wiederbelebung begonnen wird.“

Über die Region der Lebensretter

Die „Region der Lebensretter“ ergänzt den regulären Rettungsdienst. Über eine App werden registrierte und fachlich geprüfte Ersthelfende zu Herz-Kreislauf-Stillständen in ihrer Nähe alarmiert. Ziel ist es, das therapiefreie Intervall bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu verkürzen und möglichst früh mit Wiederbelebungsmaßnahmen zu beginnen. Im Rettungsdienstbereich Augsburg waren zum 22. Juli 2026 insgesamt 2.135 Ersthelfende registriert.

Weitere Informationen: www.regionderlebensretter.de

Titelbild: Gemeinsam für schnelle Hilfe bei Herznotfällen (von links): Michael Wimmer, Andreas Herrmann (Sicherheitsreferent SSKA), Wolfgang Bschorr, Marcus Hupfauer,  Caro Lohmüller, Sandra Peetz-Rauch und Prof. Dr. Axel Heller

Bildnachweis: Stadtsparkasse Augsburg