Zugezogene Berliner:innen erleben es meist sehr regelmäßig: Erst ein verlängertes Wochenende, an dem sich der Onkel ankündigt, dann ein paar Tage, an denen sich die alten Schulfreund:innen auf der Couch einquartieren. Gerade in den Sommermonaten ist Berlin ein beliebtes Ziel für Kurztrips, auf die sich mehr oder weniger enge Verwandte oder Bekannte aus der ganzen Republik begeben. Doch irgendwann sind ihnen die typischen Touri-Aktivitäten zu langweilig. Damit Berlingäste auch weiterhin begeistert von der Großstadt sind, verrät die Redaktion ihre Lieblingstipps.
1 Picknick im Schlossgarten Schönhausen
Neben dem Picknick im Park können Besucher:innen sich verschiedene Ausstellungen im Schloss anschauen.
© imago/Jürgen Ritter
Garten- und Botanikfans von außerhalb lassen sich garantiert für ein entspanntes Picknick im Schlossgarten Schönhausen begeistern. Auf einer Fläche von 30 Hektar erstrecken sich 300 Jahre Gartengeschichte – vom Barock über Landschaftsgarten bis hin zur Moderne der 1950er Jahre. Damit gehört der Schlossgarten Schönhausen im Pankower Ortsteil Niederschönhausen zu den interessantesten Gartenanlagen Berlins.
Die Gesellschaftsterrasse, das Teehaus, die Springbrunnen, die geometrischen Blumenbeete, die Wasserbecken und kleine Gartenräume gestaltete Gartenarchitekt Reinhold Lingner im Stil der klassischen Moderne.
Der Schlossgarten hat eine lange Geschichte. Friedrich der Große schenkte seiner Frau Elisabeth Christine das Schloss nach seiner Thronbesteigung 1740. Sie ließ das Schloss erweitern und verbrachte dort ihre Sommer. Im 19. Jahrhundert gestaltete Peter Joseph Lenné den Garten zu einem Landschaftspark um. Seit 1949 teilt eine Mauer den Park in zwei Bereiche.
Der eine ist ein lebendiger, baumreicher Volkspark außerhalb der Mauer mit Kleingärten, Sportplätzen und einem Spielplatz. Geschwungene Wege und die Panke prägen das Landschaftsbild. Der andere ist ein ruhiger, abgeschiedener Schlossgarten innerhalb der Mauer.
Wo: Tschaikowskistraße 1, Pankow. Öffnungszeiten: April bis Oktober, täglich von 5 bis 20.30 Uhr. November bis März, täglich 5 bis 19 Uhr. Eintritt frei. Mehr Infos finden Sie auf der Webseite der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
2 Tante Emma in Kreuzberg
Für warme Tage bietet Tante Emma Sitzplätze im Freien auf Bierbänken an.
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Manche Freund:innen mögen Longdrinks, andere lieber Cappuccino. Bei Tante Emma im Zentrum von Kreuzberg gibt es beides: tagsüber ein Café, abends eine Bar. Ob Frühstück, Mittagessen oder Drinks am Abend zu Live-Musik und wechselnden DJs – hier kommt beides zusammen. Die Bar ist im wilden 70er-Jahre-Stil gestaltet.
Wo: Köpenicker Straße 1, Kreuzberg. Wann: täglich von 9 bis 4 Uhr geöffnet.
3 Wie Berliner früher wohnten: Zurück in die Biedermeierzeit im Knoblauchhaus in Mitte
Das Haus der Kaufmannsfamilie Knoblauch ist heute ein Museum des Stadtmuseums Berlin e.V.
© IMAGO/Berlinfoto
Keine Lust auf Berliner Mauer oder Schloss Charlottenburg? Für geschichtsinteressierte Familien oder Freund:innen, die zu Besuch in der Hauptstadt sind, hat Berlin noch weit mehr zu bieten – etwa das Knoblauchhaus, das einen anschaulichen Einblick in die Welt des Biedermeier eröffnet. Das Knoblauchhaus ist ein Bürgerhaus aus dem 18. Jahrhundert der Kaufmannsfamilie Knoblauch. Es zeigt, wie einflussreiche Kaufleute vor 200 Jahren lebten, und veranschaulicht damit die Berliner Wohnkultur des Biedermeier.
Die Biedermeier-Periode in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist durch den Rückzug der Menschen ins Private geprägt. Nachdem sich Preußen von Napoleon löste, versuchten verschiedene politische Strömungen, einen deutschen Nationalstaat mit Meinungsfreiheit und mehr Mitbestimmung zu errichten. Die Anstrengungen scheiterten, weshalb sich ein Großteil der Bevölkerung politisch ins Häusliche und Private zurückzog. Die Familie Knoblauch nutzte das Haus knapp 170 Jahre als Wohn- und Geschäftssitz.
Wo: Poststraße 23, Mitte. Wann: Dienstag bis Sonntag und Feiertage von 10 bis 18 Uhr. Eintritt: sieben Euro. Mehr Infos auf der Webseite des Knoblauchhauses
4 Kajaktour durch Klein-Venedig in Spandau
Ausflügler können in Klein-Venedig Spandau auch als Anfänger:innen Kanu fahren.
© dpa/Bernd von Jutrczenka
Im Gebiet Tiefwerder an der Havel befindet sich Klein-Venedig. Von der Bootsvermietung am Stößensee im Ortsteil Wilhelmstadt fährt man über den Hauptgraben und den Jürgengraben bis zum Spandauer Südhafen. Die Tour führt rund um die waldige Halbinsel Pichelswerder.
Klein-Venedig, große Perle! So lebt es sich im Berliner Ausflugsparadies
Klein-Venedig bietet gute Bedingungen für Familie und Freund:innen, die noch nie Kajak oder Kanu gefahren sind, denn hier fahren keine Motorboote oder Segelyachten. Wer genau hinschaut, sieht am Ufer immer mal wieder Otter oder Biber.
Wo: Brandensteinweg 37, Spandau. Wann: 1. Juli bis 31. August, Mittwoch bis Freitag von 12 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag sowie Feiertage von 10 bis 19 Uhr. Ab 17 Uhr werden keine Boote mehr ins Wasser gelassen. Kosten: Ein Kayak für zwei Personen kostet für den ganzen Tag ab 36 Euro. Auch SUPs können ausgeliehen werden. Mehr Infos auf der Webseite der-bootsladen.de
5 In den Gärten der Welt Kulturen entdecken
Es fließt, blubbert, spritzt und rauscht. In der Wassergärten-Promenade Aquatica können Besucher:innen die verschiedenen Bewegungsformen von Wasser beobachten.
© TSP/Kitty Kleist-Heinrich
Auf einer Fläche von 60 Fußballfeldern verteilen sich in den Gärten der Welt in Marzahn verschiedene Themengärten mit Pflanzen aus unterschiedlichen Ländern und Regionen. Abenteuerlustige und Adrenalinjunkies können mit der Natur-Bobbahn durch die Anlage fahren. Einen ruhigeren Blick auf die Gärten bietet die Seilbahn.
Neben endlosen Spaziergängen durch die bunt angelegten Gärten stehen auch Teezeremonien oder Yoga-Sessions auf dem Programm. Über das Jahr verteilt bieten die Gärten der Welt verschiedene Veranstaltungen wie das Kirschblütenfest passend zur Saison an. Am 29. August etwa findet das jährliche „Viva la musica“ statt. Unter dem Motto „Viva la Vida – Es lebe das Leben“ spielt die Dresdner Philharmonie mit spanischen und lateinamerikanischen Klängen ein Open-Air-Konzert.
Wo: Eingang über die Seilbahn: An der Seilbahnstation „Kienbergpark“ (Hellersdorfer Straße 159, Marzahn-Hellersdorf) einsteigen und mit der Seilbahn über den Kienberg bis zur Station „Gärten der Welt“ schweben. Eingang durch den Haupteingang: Blumberger Damm 44. Wann: täglich ab 9 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit. Eintritt: Erwachsene: neun Euro. Kinder bis einschließlich fünf Jahre: frei. Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren: vier Euro. Mehr Infos hier zu den Gärten der Welt und zum Programm finden Sie auf der Webseite
6 Berlin als Leinwand: Street-Art-Tour in Friedrichshain
In Friedrichshain findet sich seit den frühen 2000er Jahren eine lebendige Streetart-Szene.
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Ihr Besuch kennt schon alle Kunstmuseen und möchte mehr als nur Ausstellungen sehen? „Berlin ist eine einzige Leinwand“, sagt der Berliner Graffiti- und Street-Art-Künstler Hendrik auf der Heidt. Überall in Berlin lassen sich unterschiedliche Graffiti-Werke und eine lebendige Street-Art-Szene entdecken. In Friedrichshain führen mehrere Anbieter Touren durch, in denen man in die Welt der Graffiti- und Street-Art-Kultur eintauchen kann.
Graffiti kommt ursprünglich aus der Hip-Hop-Kultur und bezeichnet bis heute vor allem stilisierte Schriftzüge in verschiedensten Formen. Daraus entwickelte sich in den frühen 2000er-Jahren Street-Art, bei der mehr Figuren und Gegenstände zum Motiv wurden. Wer mehr über die Geschichte des Streetarts und ihrer Künstler:innen speziell in Friedrichshain erfahren möchte, kann entweder an einer Tour teilnehmen oder auf eigene Faust eine Route erkunden.
Wo: in ganz Berlin, möglicher Startpunkt am S-Bahnhof Warschauer Straße, Friedrichshain. Wann: Auf www.streetart-fuehrungen.de veröffentlicht ein Anbieter die nächste Führung. Kosten: 17 Euro pro Person.
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Um die Tiere auf der Berliner Pfaueninsel kümmert sich seit 15 Jahren Mirko Wunderlich.
© TSP/Mario Heller
Für einen entspannten Nachmittag abseits des Großstadttrubels lohnt sich eine Fährfahrt auf die Pfaueninsel in der Havel. Die Pfauen, durch die die Insel zu ihrem Namen gekommen ist, lassen sich dort meist schnell entdecken, sie laufen frei herum. Auch einige Wasserbüffel leben hier.
Die unter Naturschutz stehende Insel gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und eignet sich mit ihren 1,5 Kilometern Länge und 0,5 Kilometern Breite gut für ausgedehnte Spaziergänge. Dabei lassen sich fremdländische Bäume und Pflanzen, rund 400 alte Eichen und der älteste Rosengarten Berlins bestaunen. Neben Pfauen, Wasserbüffeln und der Natur gibt es auf der Insel ein Schlösschen, die Russische Rutschbahn, den Fregattenhafen, das Schweizerhaus und das Kavaliershaus.
Wo: Die Anlegestelle hat keine postalische Adresse. Bei Google Maps oder Karten können Besucher:innen folgende Adresse eingeben: Pfaueninselchaussee 100, Steglitz-Zehlendorf. Öffnungszeiten: Von März bis Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr. Im November und Dezember täglich von 10 bis 16 Uhr. Eintritt: sechs Euro, ermäßigt fünf Euro. Mehr Infos finden Sie auf der Webseite der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg