Newsblog zum Krieg in der Ukraine
50.000 Nordkoreaner für Putin?
Von S. Cleven, J. Seiferth, F. Michalski, C. Siemer, A. Janzen, C. Cöln, T. Wanhoff, M. Küper, J. Hartung, M. Kloft, J. Fischer
Aktualisiert am 08.08.2026 – 22:07 UhrLesedauer: 19 Min.
Nordkoreanische Soldaten auf einer Militärparade in Moskau im Mai: Das Land unterstützt Russland beim Angriffskrieg in der Ukraine. (Quelle: IMAGO/Alexander Kazakov/imago-images-bilder)
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Selenskyj spricht von einer heimlichen Mobilisierung in Russland für den Ukraine-Krieg. Auch Nordkorea könnte in Putins Angriffskrieg eine Rolle spielen. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Selenskyj warnt vor Putins heimlicher Mobilisierung
Kremlchef Wladimir Putin ist nach Ansicht des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bereit zu einer weiteren Steigerung von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Mit einer möglichen neuen Massen-Mobilmachung solle eventuell auch Europa unter Druck gesetzt werden, sagte Selenskyj in einem Interview mit ukrainischen Sendern.
Nach einer versteckten Einberufung von hunderttausenden Russen zum Militärdienst könnten diese Streitkräfte nicht nur für den aktuellen Ukraine-Krieg, sondern auch zur psychologischen Beeinflussung europäischer Länder vorgesehen sein. „Wozu? Um zu zeigen, dass ich im Herbst eine halbe Million Menschen mobilisieren werde. Und diese halbe Million werde ich nicht unbedingt nur in der Ukraine einsetzen“, erläuterte Selenskyj.
Putin zeige weiterhin keine Bereitschaft, den Krieg zu gerechten Bedingungen zu beenden. „Stattdessen versucht er, zumindest symbolische Erfolge zu erzielen, mit denen er die enormen Verluste vor dem eigenen Volk rechtfertigen könnte“, sagte Selenskyj.
Selenskyj: Nordkorea will 50.000 Soldaten in Russland stationieren
Nach Angaben von Wolodymyr Selenskyj sei beschlossen worden, dass 30.000 bis 50.000 nordkoreanische Soldaten auf russischem Territorium stationiert werden sollen. In einem Interview mit dem ukrainischen Medium „United News“ sagte er weiter, dass Nordkorea „diesen Krieg“ studiere und eine Bedrohung für andere asiatische Länder darstellen konnte, da es „unter russischer Führung Erfahrungen in der modernen Kriegsführung sammeln“ werde.
Der ukrainische Präsident erklärte, Nordkoreaner seien zunächst zu Hunderten, dann zu Tausenden in Russlands Angriffskrieg in der Ukraine eingebunden worden, und durch diese „Entscheidung“ würden es nun Zehntausende werden. „Wir haben bereits nordkoreanische Raketen auf dem Territorium der Ukraine gefunden. Das ist heute bereits eine feststehende Tatsache“, sagte Selenskyj. „Es ist absolut klar, dass Nordkorea weiterhin Erfahrungen in der modernen Kriegsführung sammeln, Lizenzen von Russland erhalten und alle Arten von militärischer Ausrüstung von dort beziehen wird. Das ist uns sehr wohl bewusst.“
Russland meldet Einnahme von Ortschaft in Region Charkiw
Russland meldet die Einnahme der Ortschaft Iwaniwka in der ukrainischen Region Charkiw. Die Streitkräfte hätten die Siedlung unter ihre Kontrolle gebracht, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die Angaben lassen sich von der Nachrichtenagentur Reuters zunächst nicht unabhängig überprüfen. Eine Stellungnahme der Ukraine liegt zunächst nicht vor.
Selenskyj: Dreijähriger bei Angriff getötet
Bei nächtlichen russischen Angriffen auf die Ukraine sind Behördenangaben zufolge vier Menschen getötet worden – darunter ein dreijähriger Junge und seine Großeltern. Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte am Samstag mit, die drei seien in dem Dorf Puhiwka in der Region Kiew durch russische Drohnen ums Leben gekommen. Ihr Haus sei in Brand geraten. Die Eltern des Jungen, sein 15-jähriger Bruder und ein Nachbar seien verletzt worden. Eine weitere Person sei bei einem Angriff mit ballistischen Raketen auf die Hauptstadt Kiew ums Leben gekommen. Europa, Amerika und die Ukraine wollten den Krieg beenden. „Nur Putin will es nicht und klammert sich verzweifelt an seine ballistischen Raketen und Drohnen, um den Krieg am Laufen zu halten“, schrieb Selenskyj auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. „Es ist mehr Druck nötig.“
