Ende Januar startete die Erfolgsschau „Tina Blau – Im Freien“ und wurde wegen des großen Publikumsinteresses über die reguläre Laufzeit bis 7. Juni verlängert. Rund 7000 Besucher sahen die in Kooperation mit dem Wiener Belvedere entstandene Schau. Sie kamen aus dem weiteren Umland, aber auch aus dem benachbarten Ausland, wie Kuratorin Annette Reich ausführt. Nach der Lautrer Präsentation wanderte die Ausstellung weiter ins Kunstmuseum Ahlen (Laufzeit bis 1. November). Und auch dort wird sie laut Direktorin Martina Padberg trotz Ferienzeit gut angenommen.
Einerseits ist der Erfolg der Ausstellung sicherlich der beeindruckenden Qualität der plein air entstandenen und detailversessenen Arbeiten von Tina Blau (1845 bis 1916) zuzuschreiben. Andererseits machen auch eine persönliche und eine gesellschaftliche Komponente die Beschäftigung mit der Österreicherin so spannend: Als eine der ersten wirklich emanzipierten Malerinnen ging sie beharrlich und erfolgreich ihren Weg in einer männerdominierten Kunstwelt. Alle drei Aspekte bringt nun ein neu erschienenes Katalogbuch mit vielen Abbildungen, aber auch einem hohen Anteil spannender Texte zusammen. Es entsteht ein Zeitgemälde und zugleich das Porträt einer außergewöhnlichen Künstlerpersönlichkeit.
Buch-Tipp
„Tina Blau – Im freien“, Deutscher Kunstverlag 2026, 237 Seiten, Hardcover, im Buchhandel und im mpk für 42 Euro.