„Deutliche Warnung“

Trump-nahe Ölfirma erregt Aufsehen in Grönland

08.08.2026 – 21:26 UhrLesedauer: 3 Min.

Donald Trump bekräftigt immer wieder seine Ansprüche auf Grönland.Vergrößern des Bildes

Donald Trump bekräftigt immer wieder seine Ansprüche auf Grönland. (Quelle: Screenshot vom Truth Social Account von Donald Trump)

Vorlesen

Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00

1x

Jetzt neu bei t-online:

Schriftgröße anpassen!

Artikel teilen

Eine Trump-nahe US-Firma will offenbar in Grönland nach Öl bohren. Die Regierung zeigt sich alarmiert und eine kleine Stadt hat bereits deutlich gemacht, dass sie nicht richtig mitspielen will.

Ein erneuter Streit zwischen den USA und Nato-Partner Dänemark könnte sich anbahnen. Nach Informationen des „Guardian“ soll sich das US-amerikanisches Ölunternehmen Greenland Energy darauf vorbereiten, in abgelegenen Gebieten Grönlands nach Öl zu bohren. Dabei soll die Firma keine Genehmigung der örtlichen Behörden erhalten haben.

Während der US-Präsident kürzlich zum wiederholten Mal in einer Radio Show bekräftigte, das riesige arktische Gebiet für sich zu beanspruchen, wurden nach Angaben des britischen Nachrichtenportals in den vergangenen Tagen an der Ostküste Grönlands Materialien für die Bohrvorbereitungen an Land gebracht.

Grönland spricht Warnung an Trump-nahe Öl-Firma aus

Eine Tatsache, die die Regierung in Grönland auf den Plan gerufen hat. Sie gab eine „deutliche Warnung“ heraus, dass keine Genehmigung für die Anlandung der Ausrüstung erteilt worden sei. „Alle künftigen logistischen Maßnahmen müssen der Behörde für Bodenschätze gemeldet und von dieser genehmigt werden – bevor sie durchgeführt werden“, erklärte die Regierung in ihrere Stellungnahme.

Führungskräfte von Greenland Energy hatten zuvor behauptet, dass unter der Region Jameson Land möglicherweise Rohöl im Wert von 1 Billion US-Dollar lagern könnte. Sie kündigten an, in die Bohrung von zwei Bohrlöchern zu investieren, um die Behauptung zu überprüfen.

Grönland-Konflikt - NuukVergrößern des BildesDas Auftauchen einer US-Firma in Grönland könnte zu einem neuen Streit zwischen den USA und Dänemark führen. (Archivbild) (Quelle: Evgeniy Maloletka/AP/dpa/dpa-bilder)

Ölfirma pflegt offenbar enge Verbindungen in Trumps Umfeld

Greenland Energy wurde erst im vergangenen Jahr in Texas gegründet. Das Unternehmen soll enge Verbindungen zu Trumps Umfeld pflegen. Larry Swets, Vorstandsvorsitzender und Großaktionär von Greenland Energy selbst, soll Zugang zu Trumps engstem Zirkel haben. Als Berater engagierte „Greenland Energy“ den TV-Moderator Phil McGraw, bekannt als „Dr. Phil“, der unter Trump in einer Religionsfreiheitskommission saß.

Grönland hatte 2021 aus Umweltgründen einen Stopp für neue Öllizenzen verhängt. Die britische Firma „80 Mile“ verfügt jedoch weiterhin über bestehende Explorationsrechte in Jameson Land. „Greenland Energy“ will sich per Mehrheitsbeteiligung einkaufen, benötigt für die geplanten Bohrungen dennoch die behördliche Genehmigung.

Ölprojekt ist „keine Annexion durch die USA“

Swets betonte, das Ölprojekt stehe „in keinem Zusammenhang mit einer Annexion durch die USA“. Zuvor hatte ein Unternehmensvertreter bei einer Bürgerversammlung in Jameson Land im Juni fälschlicherweise erklärt, man habe bereits die Genehmigung zur Anlandung von Bohrgeräten erhalten.

Doch im folgenden Monat bemerkten Anwohner der dünn besiedelten Region, wie ein Schlepper einen Lastkahn an Land zog und ein Dutzend Container entlud. „Das Ziel war es, die Ausrüstung im Zusammenhang mit geplanten Ölbohrungen in Jameson Land an Land zu bringen“, hieß es in der Erklärung der grönländischen Regierung. Gleichzeitig zitierte das dänische Investigativmedium „Danwatch“ den Leiter der Reederei, der bestätigte, dass die Lieferung für Greenland Energy bestimmt war.