Vogtland

von MDR SACHSEN

Stand: 08.08.2026 19:05 Uhr

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In Plauen im Vogtland haben am Sonnabend rund 10.000 Menschen gegen die Bundesregierung demonstriert. Dazu aufgerufen hatte die Bewegung „Projekt M1llion“. Nach Polizeiangaben blieb es während der Kundgebung und des Demonstrationszugs sowie mehrerer Gegendemonstrationen friedlich.

Nur vereinzelt seien Straftaten wie beispielsweise Beleidigungen polizeilich erfasst worden. An den Gegendemonstrationen hätten sich etwa 400 Menschen beteiligt. Die größte angemeldete Gegendemo am Altmarkt fand nicht statt. Insgesamt 367 Einsatzkräfte sicherten die Versammlungen ab.

Polizisten überwachen eine Demonstration

Zwölf Versammlungen und Autokorsos waren für Sonnabend in Plauen angemeldet.

Kurzzeitig sei der Demonstrationszug des „Projekt M1llion“ wegen Trommlern gestoppt worden, so die Polizei. Auflagen der Versammlungsbehörde seien missachtet worden. Demnach liefen Trommler in Formation und trommelten im Gleichtakt. Das hatten die Ordnungsbehörden verboten, weil es eine militärische Wirkung erziele. Als Kompromiss wurden den Angaben nach die Trommler als separate Kundgebung von dem eigentlichen Demonstrationszug getrennt.

Forderungen nach Neuwahlen und Stopp der Gesundheitsreform

Das Protestbündnis wollte mit der Demonstration nach eigenen Angaben an die friedliche Revolution in der DDR anknüpfen. Die Demonstranten forderten unter anderem Neuwahlen, einen Stopp der Gesundheitsreform und ein bundesweites 29-Euro-Ticket. Einige schwenkten Deutschlandfahnen ebenso wie blaue Flaggen mit weißen Tauben.

Auch Fahnen des Königreichs Sachsen waren zu sehen, wie sie häufig von den rechtsextremen Freien Sachsen verwendet werden. Die Kleinstpartei unterstützte den Protest und hatte ihre Anhänger zur Teilnahme aufgerufen und war auch mit einem Stand vor Ort.

Demokratie-Bündnis warnt vor Rechtsextremen

Das Bündnis für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage, das zu einer Gegendemonstration aufgerufen hatte, monierte, dass die Demonstration in einschlägigen Kanälen von Rechtsextremen beworben wurde, sich dort menschenfeindliche Äußerungen und völkische Narrative fänden. „Wir wollen zeigen, dass Plauen nicht schon wieder zum Spielball von Rechtsextremen werden darf und das Erbe von ’89 schützen.“

Hinter einer Reihe von Polizisten schwenken Demonstranten eine Fahne der Antifa.

An Gegendemonstrationen beteiligten sich laut Polizei 400 Menschen.

OB Zenner appelliert an Demonstranten

Plauens Oberbürgermeister Steffen Zenner (CDU) appellierte vorab an Teilnehmer und Gegendemonstranten, Provokationen zu vermeiden. Er betonte Meinungs- und Versammlungsfreiheit als tragende Säulen unserer Demokratie.

Wetter macht Demonstranten zu schaffen

Obwohl die Kundgebungen friedlich blieben, mussten zahlreiche Menschen ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Laut Rettungszweckverband Südwestsachsen wurden 30 Teilnehmer medizinisch versorgt. Die Patientinnen und Patienten hatten demnach Kreilaufprobleme wegen der Hitze, dem langen Stehen oder Insektenstichen.

MDR (mav/wim/mur/sth)/dpa