Es war im März, rund um die Kommunalwahl also, als dem Augsburger Clubbetreiber Sebastian Karner ein Schreiben der Stadt auf den Tisch flatterte. Für den Ausfall eines Konzerts der Sportfreunde Stiller, das Karner im August auf der Freilichtbühne hatte veranstalten wollen, sollte er 12.000 Euro bezahlen. Karner allerdings, so sein Standpunkt, konnte nichts für die Absage.

Schließlich sei es die schwarz-grüne Regierung und damit die Stadt selbst gewesen, die die Freilichtbühne aufgrund ihres maroden Zustands geschlossen hatte. Karner wehrte sich gegen die Forderung, zunächst erfolglos. Jetzt, nach dem politischen Wechsel, sieht es so aus, als könnte sich das Blatt wenden.

Abgesagtes Sportfreunde-Stiller-Konzert in Augsburg: Wer trägt die Kosten?

Die Tickets für den Auftritt der Sportfreunde waren nahezu ausverkauft, als die Stadt im Januar kurzfristig die Schließung der Freilichtbühne verkündete – und damit die Absage aller geplanten Veranstaltungen. Doch während andere Künstler wie Gerhard Polt den Wechsel ans Gaswerk mitmachten, lehnten die Sportis ab. Das Konzert wurde abgesagt, der Ticketverkauf rückgängig gemacht. Um genau diesen Vorgang ging es im städtischen Schreiben.

Die Sportfreunde Stiller werden nicht wie geplant beim Augsburger Stadtsommer 2026 auftreten. Grund: die überraschende Schließung der Freilichtbühne im Januar. Stattdessen spielen die Sportis nun im Kongress am Park.

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Die Sportfreunde Stiller werden nicht wie geplant beim Augsburger Stadtsommer 2026 auftreten. Grund: die überraschende Schließung der Freilichtbühne im Januar. Stattdessen spielen die Sportis nun im Kongress am Park.
Foto: Daniel Karmann, dpa (Archivfoto)

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Die Sportfreunde Stiller werden nicht wie geplant beim Augsburger Stadtsommer 2026 auftreten. Grund: die überraschende Schließung der Freilichtbühne im Januar. Stattdessen spielen die Sportis nun im Kongress am Park.
Foto: Daniel Karmann, dpa (Archivfoto)

Denn durch die Rückabwicklung entstanden bei den Ticketanbietern Kosten von rund 12.000 Euro. Geld, das aus Sicht des damaligen Kulturreferenten Jürgen Enninger (Grüne) der Veranstalter zu bezahlen habe. Vergangene Woche ging es in der Stadtratssitzung erneut um dieses Thema. OB Florian Freund (SPD) und seine zuständigen Referenten sind der Meinung, dass die Stadt durchaus Ermessensspielraum habe und die Kosten übernehmen könne.

Augsburger Grüne fordern Gleichbehandlung aller Kulturschaffenden

Den Stadtrat hätte er zwar nicht fragen müssen. Er habe das Thema aber „aus Gründen der Transparenz“ ins Gremium bringen wollen, „damit nicht der Eindruck entsteht, wir verschenken Geld“. Die Grünen sind der Ansicht, dass der Erlass der Kosten indirekt die Förderung eines Kulturschaffenden darstelle und man klären müsse, ob künftig auch andere Veranstalter in ähnlichen Fällen entlastet würden. Raphael Brandmiller (Generation Aux) dagegen hielt das Vorgehen der alten Regierung für eine „Kulturnichtförderung“: Einem Veranstalter seien durch die Schließung der Freilichtbühne Kosten entstanden. „Anstatt das abzumildern, hat die Stadt noch eines draufgesetzt.“

Weil es um vertragliche Details ging, wurde die Debatte in die nichtöffentliche Sitzung verlegt – und wieder an die Verwaltung zurückgespielt, die nun selbst entscheiden soll, ob sie die 12.000 Euro übernimmt. Karner äußert sich zurückhaltend: „Ich bin positiv gestimmt, dass der Vorschlag der Verwaltung übernommen wird.“ Die Sportis übrigens spielen 2026 noch in Augsburg: am 13. Oktober im Kongress am Park.