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Bild: Imago | blickwinkel
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Wenn er im Ruhestand ist, will Christof Haverkamp, Pressesprecher des Katholischen Gemeindeverbands Bremen, Lesehelfer in der Grundschule werden. Er sieht darin gelebte Nächstenliebe.
Endlich Schule! In dieser Woche sind die Ferien vorbei. Für Erstklässler beginnt ein großes Abenteuer. Einige können es kaum erwarten. Andere haben ein mulmiges Gefühl. Alles ist neu, aufregend, ein wichtiger Tag im Leben. Und er wird ja oft wie ein Fest gefeiert, mit den Eltern und den Großeltern.
Ich denke an diejenigen, für die der Schulstart nicht so leicht ist. Weil sie nicht so gut Deutsch können, weil ihnen das Lernen schwerfällt. Oder weil sie nicht so einen schönen Schulranzen haben, so einen mit rosa Hello Kitty-Sternenmuster. Oder mit einem Fußball, einem Raumschiff, einem Dinosaurier.
Schule, das heißt auch Lesen lernen. Erstmal die Buchstaben lernen. Dann diese Buchstaben aneinanderreihen, gaaaanz langsam. Dann die Wörter. Später die ersten Sätze. Am Anfang ist das mühsam, anstrengend.
Wie leicht oder schwer das Lesen wird, hängt auch davon ab, was Kinder vorher erlebt haben. Klar, wer in der Kita oder zuhause mit Bilderbüchern aufgewachsen ist, der ist im Vorteil. Auch wer immer wieder spannende Geschichten vorgelesen bekommen hat.
Schon als Kind habe ich gerne gelesen. Später habe ich meinen eigenen Kindern vorgelesen. Auf dem Sofa oder am Bett, vor dem Schlafengehen. Das ist lange her. Ich kann mich an das Lachen meiner Tochter aus dem Kinderzimmer erinnern. Da hatte sie wieder eine lustige Geschichte gelesen.
Ein Freund hat mir kürzlich erzählt, dass er Lesepate ist. Er hat Kinder in der Grundschule begleitet, von der ersten bis zur vierten Klasse. In zwei Jahren bin ich im Ruhestand, habe Zeit. Dann, so habe ich mir vorgenommen, möchte ich auch Lesepate oder Lesehelfer sein. Kindern Mut machen, sie korrigieren, loben, motivieren. Dafür sorgen, dass sie freiwillig und gerne ein Buch in die Hand nehmen. Denn wer Lesen kann, ist klar im Vorteil. Wie schön, wenn man es schafft, dass sie Spaß am Lesen haben. Jedes Kind verdient einen Menschen, der ihm so etwas zutraut. Für mich ist das gelebte Nächstenliebe.
