In Unterbach setzen Merle und Jule Schweden eine Familientradition fort. Die beiden engagieren sich in der St. Hubertus Schützenbruderschaft und damit für ihren Stadtteil. „Die beiden sind 2022 in die Schützenbruderschaft eingetreten und bilden zusammen mit einem Brüderpaar die Keimzelle des Wiederaufbaus der Jungschützenabteilung“, sagt der Bruderschaftsvorsitzende Lars Schweden. „Innerhalb der vergangenen vier Jahre sind unsere Jungschützen von vier auf 26 Mitglieder angewachsen.“

Beim Schützen- und Volksfest repräsentiert Merle die jungen Schützen als Jungschützenprinz. „Früher waren die Prinzessinnen nur schmückendes Beiwerk für den Prinzen“, so Merle Schweden. „Deshalb habe ich mich entschlossen, den Titel Prinz anzunehmen – um zu dokumentieren, dass ich die Platte heruntergeholt habe.“

Auch Lars Schweden und Merles Vater sind Könige des Regiments. Lars wurde zudem zum Vereinsvorsitzenden gewählt. In Unterbach spricht man deshalb vom „Schweden-Jahr“. „Mein Herz schlägt für Unterbach. Ich bin hier groß geworden und seit 40 Jahren Mitglied bei den Hubertus Schützen“, verrät der noch amtierende König. „Ich liebe die Gemeinschaft und es macht mir Spaß, mich für Unterbach und für das Schützenwesen zu engagieren.“

Lars und seine Frau und Königin Sabine engagieren sich stark für den Verein. Neben der Organisation von Kirmes und Schützenfest spielten sie eine wichtige Rolle beim Familientag. Im vergangenen Jahr nahm das Königspaar an fast 100 repräsentativen Terminen teil. „Wir sind so gut wie allen Einladungen gefolgt, sei es aus den Schützenvereinen, dem Karneval, den Sportklubs, der Pfarrei oder vom Bürger- und Heimatverein“, sagt Sabine Schweden. „Die Höhepunkte waren sicherlich das Bundesschützenfest in Mönchengladbach und der Karnevalszug in Unterbach.“

Beim Karnevalszug verwandelten sich die Unterbacher Schweden und rund 50 Schützenkameraden mit Unterstützung eines großen schwedischen Möbelhauses in eine blau-gelb verkleidete Gruppe. Gefeiert wurde mit Köttbullar und schwedischen Zimtschnecken. „Für unsere gesamte Aktion haben wir den Sonderpreis für die schönste Fußgruppe des Karnevalsausschusses Unterbach erhalten“, freut sich der Bruderschaftsvorsitzende. „Köttbullar und Zimtschnecken gibt es auch für die Schützenkameraden, die während des Schützenfestes zu uns zum Wecken kommen.“

Die Familie Schweden prägt die Vereinslandschaft Unterbachs seit Generationen. Emil Schweden, Großonkel von Lars, war Gründungsmitglied und Vorsitzender des Bürger- und Heimatvereins, Präsident des Karnevalsausschusses sowie Gründungsmitglied des Kegelklubs „Rösigen Penn“. Lars’ Eltern Karl-Heinz und Marlene waren 1964/65 das Unterbacher Prinzenpaar. Karl-Heinz wurde 1998 zum Hubertus-Ehrenmitglied ernannt.

Lars setzt die Tradition als Repräsentant, Organisator und Innovator der Hubertus-Schützenbruderschaft fort. Merle und Jule treiben den Wiederaufbau der Jungschützenabteilung voran. Sie wollen jungen Menschen eine Alternative zum Internet und den sozialen Medien bieten, nutzen diese aber zur Kommunikation. „Wir posten alle unsere Aktivitäten, sei es das Osterfeuer, ob wir schlittschuhlaufen oder wann man sich auf dem Schützenfest trifft“, sagt Merle. „Aber nichts geht über das eigene erleben in der Gruppe. Es geht um Gemeinschaft, um Freundschaft, darum, gegenseitig füreinander da zu sein. Und das funktioniert am besten im direkten, persönlichen menschlichen Kontakt. Wir sind eine echt coole Truppe.“

Lars begrüßt diese Einstellung. Die Förderung der Jugend und der Ausbau der Jugendarbeit gehören zu seinen Zielen. Tradition und Modernität seien für ihn kein Widerspruch. Werte wie Respekt, soziales Engagement und Gemeinschaft würden immer wichtiger.

Für viele Unterbacher ist das Schützenfest ein fester Termin im Jahreskalender. „Es ist wie ein Klassentreffen, zu dem sich viele wiedersehen“, sagt Sabine Schweden. Auch Merle freut sich auf das Fest: „Ich kenne viele Schützenfeste, aber unser Schützenfest ist cooler als die anderen“, urteilt Merle. „Auch, weil ich es selbst mitgestalten kann.“