Es geht voran: An der Bergischen Universität Wuppertal sind die Rohbauarbeiten und die Fassadenschließung für die neue Experimentierhalle Physik abgeschlossen. Nun erfolgt der Innenausbau, mit dem der sogenannte Ersatzneubau X auf die künftige Nutzung für Forschung und Lehre vorbereitet wird.
Der Neubau auf dem Campus Grifflenberg soll die bestehende Experimentierhalle ersetzen und künftig moderne Flächen für die Physik-Arbeitsgruppen schaffen: Dazu zählen Elementarteilchenphysik, Astroteilchenphysik, Atmosphärenphysik und Festkörperphysik.
„Mit dem Bergfest markieren wir einen wichtigen Übergang im Bauablauf: Der Rohbau ist abgeschlossen, und nun beginnt die spannende Phase, in der das Gebäude Schritt für Schritt für seine wissenschaftliche Nutzung ausgestattet wird“, sagt Gabriele Willems, Geschäftsführerin des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW, der Bauherr und Eigentümer der neuen Experimentierhalle ist. Die Bergische Universität mietet, betreibt und nutzt das sogenannte Gebäude X nach dessen Fertigstellung.
„Forschungsstarkes Fach mit internationaler Strahlkraft“
Die neue Experimentierhalle ist nur ein Teil des Ersatzneubaus, der sich Gebäude X nennt. Die Halle im Inneren ist aber zentraler Baustein, erklärt der BLB NRW: Sie nimmt rund ein Viertel der gesamten Fläche ein und dient allen Arbeitsgruppen gleichermaßen. Vor allem soll die Halle für den Aufbau großer Experimente genutzt werden. Dazu zählen beispielsweise Montagen größerer Bauteile – etwa von Satellitenaufsätzen zur Aufnahme von Luftproben aus der Atmosphäre. Ebenfalls Bestandteil des Raumprogramms sind ein Stangenlager sowie ein Bereich für das Raster-Tunnel-Mikroskop.
„Das Gebäude X ist ein sogenannter Ersatzneubau für Flächen am Campus Grifflenberg, die den heutigen Ansprüchen für Wissenschaft und Forschung nicht mehr genügen“, erläutert BUW-Sprecherin Marylen Reschop. „Im neuen Gebäude wird es zukünftig hochmodern eingerichtete Labore, Reinräume für Experimente beziehungsweise das Fertigen von Labor- oder Messgeräteteilen und Werkstätten geben, ebenso wie eine Halle für Experimente, die durch ihre Größe viel Platz erfordern“, so Reschop. „Weitere Flächen sind für Büros und Seminarräume vorgesehen.“
Gegenüber wird vom BLB NRW seit einigen Jahren das Gebäude U saniert. Es soll ab 2027 bereitstehen, um die Arbeitsgruppen der Physik aufzunehmen, die im Gebäude X keinen Platz finden. „Durch diese Maßnahme bleibt die räumliche Nähe der Physikerinnen und Physiker untereinander erhalten und die Wege für die Studierenden bleiben kurz“, so Reschop.
„Die Physik an der Bergischen Universität ist ein forschungsstarkes Fach mit internationaler Strahlkraft und bietet mehrere spannende wie zukunftsfähige Studienmöglichkeiten“, sagt Ursula Löffler, seit fast drei Jahren Kanzlerin der Bergischen Universität. „Die räumliche Konzentration trägt dazu bei, den Zusammenhalt untereinander und die zahlreichen Kooperationen der Arbeitsgruppen weiter zu stärken. Insbesondere für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ergeben sich hier in Wuppertal viele Chancen, um die eigenen Karrieren voranzutreiben.“
„Der finale Fertigstellungstermin, an den sich die Inbetriebnahme und Übergabe an die BUW anschließen, wird in der abschließenden Projektphase bekannt gegeben“, teilt BLB-Sprecherin Nicole Zander-Linsel mit.
Mittlerer zweistelliger Millionenbetrag für Bauprojekt
Laut BLB NRW belaufen sich die Gesamtkosten für das Bauprojekt nach aktueller Planung auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. „Die exakte Summe steht nach Abschluss aller Maßnahmen fest.“
Der Entwurf geht auf einen Architekturwettbewerb zurück. Der Ersatzneubau ist als sechsgeschossiger Baukörper an der Gaußstraße konzipiert. „Die Experimentierhalle schiebt sich als knapp zehn Meter hoher Baukörper in den rückwärtigen Hang“, so beschreibt es der BLB. Die Tragkonstruktion wurde in Holz-Hybrid-Bauweise mit Buche-Furnierschichtholz errichtet und sei auf Flexibilität sowie Ressourcenschonung ausgelegt.
Vorgesehen sind auch Photovoltaikanlagen, ein Gründach und Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. Das aufgenommene Regenwasser soll vor Ort genutzt und das Gebäude energiesparend sowie nachhaltig durch Fernwärme und Fernkälte versorgt werden.
Die Fachgruppe Physik an der BUW sei drittmittelstark und international gut vernetzt. Durch die neue Experimentierhalle würden sich neue Chancen ergeben, Forschungsgroßgeräte anzuordnen und zu nutzen. „Der fachlich erfolgreiche Weg der Physik wird sich mit diesem Gebäude bestens fortführen lassen“, sagt BUW-Kanzlerin Ursula Löffler. „Wir freuen uns bereits heute darauf, das Gebäude nach Fertigstellung mit Leben zu füllen und zu sehen, wie sich Forschung und Lehre der Physik hier entfalten.“