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Berlin/Leipzig – Die Bomben-Drohne vom Flughafen Leipzig – jetzt gehen die Ermittler einem konkreten Verdacht nach: Handelte es sich um eine hochkomplexe, militärische Operation mit mindestens zwei Drohnen? Der Verdacht bestand früh, dass es neben der in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch auf dem Flugfeld entdeckten Spreng-Drohne noch eine zweite, taktische Drohne, eine Art Mutterschiff, gab. Die Hinweise haben sich jetzt verdichtet, erfuhr BILD.

Analysen der Ermittler und Experten erhärten den Verdacht: Eine zweite Drohne hielt Sichtkontakt zur Spreng-Drohne am Boden. Sie übertrug Bilder an die Terror-Operateure im Steuerstand. Demnach habe die bisher nicht gefundene zweite Drohne eine Art Relais-Funktion gehabt, um Steuerungssignale und Live-Bilder an die Terroristen zu übertragen.

Die Spreng-Drohne vom Flughafen Leipzig: Sie war so konstruiert, dass sie von der installierten Drohnenabwehr nicht entdeckt werden konnte. Links ist der größere Sonder-Akku deutlich zu sehen. Der Sprengstoff ist hier bereits entfernt

Die Spreng-Drohne vom Flughafen Leipzig: Sie war so konstruiert, dass sie von der installierten Drohnenabwehr nicht entdeckt werden konnte. Links ist der größere Sonder-Akku deutlich zu sehen. Der Sprengstoff ist hier bereits entfernt

Foto: BILD

Nach Überresten des zweiten Fluggeräts wird noch immer gesucht. Der Verdacht: Das unbekannte Objekt, mit dem ein DHL-Transportflugzeug in der Tatnacht kurz über dem Flugfeld kollidiert ist, könnte diese Operationsdrohne gewesen sein.

Wie berichtet hatte ein Flughafen-Busfahrer, der gerade eine nächtliche Besuchergruppe („Spotter“) abgesetzt hatte, auf der Fahrt ins Depot die Drohne knapp über dem Erdboden entdeckt und geistesgegenwärtig heruntergekickt. Die Drohne war mit einem Zusatzakku und einem Sprengpaket aus Semtex bestückt. Nun erfuhr BILD, warum die Drohne nicht früher oder bei Entdeckung gezündet wurde: Der Zünder war demnach defekt.

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Als nach dem Drohnenfund der Flugbetrieb eingestellt wurde, musste die besagte DHL-Maschine durchstarten und kollidierte dabei mit einem unbekannten Flugobjekt – mutmaßlich der zweiten Drohne. Mit dieser Kollision sei der Anschlagsplan dann endgültig außer Kontrolle geraten.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (55, CSU) hatte den versuchten Bombenanschlag auf den Flughafen einer „fremden Macht“ zugeschrieben: Russland nannte er nicht explizit. BILD sagte er, es sei „Ziel fremder Mächte“, Deutschland „politisch und gesellschaftlich zu bezwingen“.

Studie: Deutschland ist Haupt-Operationsgebiet für Kreml-Drohnen

Deutschland ist laut einer Studie der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung und des International Institute for Strategic Studies (IISS) in London der Schwerpunkt der seit zwei Jahren laufenden russischen Drohnen-Kampagne in Europa. Die Forscher werteten Vorfälle zwischen August 2024 und Februar 2026 aus. Insgesamt wurden Drohnen (UAVs) im Luftraum von zwölf NATO-Staaten sowie Irland festgestellt.

Wo Drohnen in Deutschland auffielen:

  • US-Stützpunkt Ramstein: Mehrfach unbekannte Drohnen über dem zentralen US- und NATO-Luftwaffenstützpunkt, vor allem Ende 2024 und Anfang 2025.
  • Eckernförde/Kiel: Drohnen im Umfeld des Marinestützpunkts. Gleichzeitig fielen russlandnahe Schiffsbewegungen vor der Küste auf – ein Zusammenhang ist nicht bewiesen.
  • Brunsbüttel: Drohnen über sensibler Energie- und Industrie-Infrastruktur an der Nordsee.

Das IISS hält es für wahrscheinlich, dass russlandnahe Schiffe und Teile der „Schattenflotte“ als Start- und Rückholplattformen genutzt wurden – und bestätigte damit ausdrücklich eine preisgekrönte Recherche von Absolventen der Axel-Springer-Akademie (darunter BILD-Volontären).

Ziel der Drohnen-Operationen: Reaktionszeiten der Luftabwehr testen, kritische Infrastruktur und Ukraine-Logistik auskundschaften sowie mit relativ einfachen Mitteln Kosten und Verunsicherung verursachen.

Im Fall Leipzig allerdings geht es nun erstmals um konkreten mutmaßlichen Staatsterror.

Für Sicherheitsexperten und die ermittelnde Bundesanwaltschaft stützen die neuen Details die Theorie, dass hinter der Aktion keine Amateure, sondern absolute Profis stecken, hieß es am Wochenende gegenüber BILD. Ein solch koordiniertes System aus zwei Drohnen erfordere besonderes Know-how und eine präzise Abstimmung. Die Ermittler sind sich sicher, dass beide Fluggeräte von einem eingespielten Team aus der unmittelbaren Umgebung des Leipziger Flughafens koordiniert und gesteuert wurden. Die Fahndung nach den Drohnen-Piloten und weiteren Trümmerteilen im Umkreis des Flughafens läuft weiterhin auf Hochtouren.