Seit Wochen greift die Ukraine Russlands größten Onlinehändler Wildberries an. Offiziell, weil dort militärische Waren verkauft werden. Doch es steckt mehr dahinter.
9. August 2026, 18:30 Uhr
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Wildberries brennt an allen Ecken. Am Beispiel des Petersburger Händlers Andrej S., der vom Handyhüllen-Hustle zur eigenen Modemarke aufstieg und nach einem Drohnenangriff Waren im Wert von fast einer Million Euro verlor, erzählt der Text zunächst die Crash-Landung eines russischen E-Commerce-Traums, der jahrelang vom Plattformboom lebte wie auf Steroiden. Dann weitet sich der Blick auf die systematische ukrainische Angriffswelle gegen mehr als 20 Fulfillment-Center aus: zerstörte Lagerflächen, tote Beschäftigte, Milliardenschäden – und ein Geschäftsmodell, dessen logistisches Rückgrat plötzlich so verwundbar wirkt wie ein Server ohne Firewall. Offiziell zielt Kyjiw auf Wildberries’ Rolle beim Vertrieb militärisch nutzbarer Güter, tatsächlich aber liest sich die Strategie auch als kalkulierter Schlag gegen Russlands Binnenstabilität, denn getroffen werden nicht nur Drohnenteile und Tarnjacken, sondern Hunderttausende Händler, Angestellte und Konsumenten im Alltag. Moskau spielt das erwartbar herunter, obwohl die Attacken wegen hoher Bankschulden, möglicher Staatsrisiken und improvisierter Krisenpläne mit Ausweichlagern in Russland und Nachbarländern das Zeug zum ökonomischen Stresstest haben; für viele kleine Seller ist der Exit aus dem Business dennoch längst kein theoretisches Szenario mehr, sondern bittere Realität.
Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen.
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Seit Mitte Juli hat die Ukraine mehr als 20 Standorte von Wildberries angegriffen.
© Anastasia Barashkova/Reuters
Wenn Andrej S.
aus Sankt-Petersburg über Wildberries spricht, denkt er zuerst an seinen eigenen Aufstieg. Es sei schon immer sein Traum gewesen, etwas Eigenes
aufzubauen. In Wildberries, Russlands größtem Online-Versandhaus, sah er seine Chance.
Vor sieben Jahren registrierte er sich dort als Händler. Er verkaufte zunächst chinesische
Handyhüllen und Lederarmbänder aus einer russischen Manufaktur, verpackte die
Sendungen noch selbst in seiner alten Einzimmerwohnung.
Wildberries wuchs rasend
schnell, die Firma von Andrej S. wuchs mit. Er stellte Leute ein,
verkaufte bald Taschen, Sportanzüge und Regenjacken für zehntausende Euro jeden Monat. Vor drei Jahren gründete
er eine eigene kleine Klamottenmarke.