„Absolut zufrieden“: Selenskyj zieht Bilanz nach 40-Tage-Mission
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich nach einer 40-tägigen Operation gegen russische Logistikziele „absolut zufrieden“ gezeigt. Die Kampagne habe Russland nach ukrainischen Angaben Verluste von rund einer Billion Rubel (etwa 10,6 Milliarden Euro) zugefügt, sagte Selenskyj in einem Interview im ukrainischen Fernsehen.
Selenskyj hatte den ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU Ende Juni mit der Operation beauftragt. Nach Angaben des SBU zielte sie darauf, zentrale Elemente der russischen Militärmaschinerie gleichzeitig zu schwächen. Dazu sollen Angriffe auf russische Tanker gehört haben, die die besetzte Krim versorgen, sowie die Zerstörung mehrerer Lager des Onlinehändlers Wildberries. Nach Beginn russischer Angriffe auf ukrainische Logistik habe die Ukraine „geantwortet“, so Selenskyj.
Selenskyj deutete weitere Angriffe an, sollte Russland ukrainische Versorgungswege weiter attackieren. „Ich würde Russland nicht raten, weiter ukrainische Logistik anzugreifen, weil wir sehr genau untersucht haben, wie die russische Logistik aussieht“, sagte er. Zugleich verwies Selenskyj auf die Folgen für die russische Bevölkerung. Dass Waren wegen unterbrochener Lieferketten nicht bei Verbrauchern ankämen, würde in Russland spürbar werden.
Rätsel um Putin-Telefonat
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Mehrere Tote nach russischen Angriffen
Bei einer Serie von russischen Angriffen auf ukrainische Regionen sind mehrere Menschen getötet und verletzt worden. In der Region Dnipro kamen nach Angaben der Behörden mindestens zwei Menschen ums Leben, zwei weitere Personen wurden verletzt. Russische Militärs hatten die Oblast mit Artillerie und Fliegerbomben angegriffen, teilte der regionale Militärverwalter Olexander Ganscha auf Telegram mit. In der ostukrainischen Großstadt Charkiw wurde ein 68-Jähriger nach Angaben der Behörden durch eine Drohne getötet, eine 46-jährige Frau wurde bei der Explosion einer Angriffsdrohne schwer verletzt.
Kiew warnt vor Putins heimlicher Mobilisierung
Kremlchef Wladimir Putin ist nach Ansicht des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bereit zu einer weiteren Steigerung von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Mit einer möglichen neuen Massen-Mobilmachung solle eventuell auch Europa unter Druck gesetzt werden, sagte Selenskyj in einem Interview mit ukrainischen Sendern.
Nach einer versteckten Einberufung von hunderttausenden Russen zum Militärdienst könnten diese Streitkräfte nicht nur für den aktuellen Ukraine-Krieg, sondern auch zur psychologischen Beeinflussung europäischer Länder vorgesehen sein. „Wozu? Um zu zeigen, dass ich im Herbst eine halbe Million Menschen mobilisieren werde. Und diese halbe Million werde ich nicht unbedingt nur in der Ukraine einsetzen“, erläuterte Selenskyj.
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