Neue Strategie
Jetzt geht Mexiko gegen Trump in die Offensive
09.08.2026 – 20:42 UhrLesedauer: 5 Min.
Claudia Sheinbaum und Donald Trump (Fotomontage): Mexiko schaltet gegenüber den USA auf Konfrontationskurs. (Quelle: Reuters/Daniel Heuer, Imago/ZUMA Press Wire, imagebroker, Zoonar)
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Mexiko hat monatelang gute Miene zu Trumps Forderungen gemacht – bei Migration, Drogenschmuggel und Handel. Nun schlägt Präsidentin Claudia Sheinbaum zurück.
Aus Mexiko-Stadt berichtet Marc Pfitzenmaier
Seit Donald Trumps Amtsantritt hat sich Mexiko vielen Forderungen aus Washington beugen müssen. Ob beim Thema Migration, beim Kampf gegen den Drogenschmuggel oder bei den Handelsbeziehungen – US-Präsident Donald Trump hat dem südlichen Nachbarn bisher ein Zugeständnis nach dem anderen abgezwungen.
Obwohl seine Amtskollegin Claudia Sheinbaum nach außen hin relativ souverän wirkt, hatte sie angesichts der wirtschaftlichen Abhängigkeit von den USA bisher kaum Verhandlungsspielraum. Doch ihr Mantra der Kooperation bei gleichzeitiger Wahrung der nationalen Souveränität hat sich verändert. Mexikos Außenpolitik schaltet gegenüber Washington zunehmend in den Konfrontationsmodus.
Dafür verantwortlich ist vor allem ein Thema, das die beiden Länder verbindet wie kaum ein anderes: Die umstrittene Migrationspolitik der USA hat zahlreiche Opfer gefordert, immer wieder sterben Menschen in den berüchtigten Abschiebegefängnissen oder bei Einsätzen der Einwanderungsbehörde ICE, darunter sind besonders viele Mexikaner. Anfang Juli erschossen US-Beamte im Bundesstaat Texas unter ungeklärten Umständen einen mexikanischen Handwerker. Mexikos Präsidentin und ihr Außenminister kündigten daraufhin juristische Schritte gegen die USA an und beantragten gleichzeitig bei den Vereinten Nationen eine Prüfung der Vorfälle durch die Menschenrechtskommission.
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Mittlerweile hat das mexikanische Außenministerium zahlreiche Strafanzeigen in den USA eingereicht. Kritik und rechtlicher Druck gegenüber Washington sind an sich nichts Neues. Doch eine vergleichbare koordinierte Offensive mit Strafanzeigen in den USA und der Einschaltung der Vereinten Nationen hat es in der bilateralen Beziehung zwischen den Ländern bislang nicht gegeben.
Im Video | Trump führt Reporterin vor
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„Wir leben in einer tief asymmetrischen Beziehung zu den USA“
Bisher war es vor allem US-Präsident Donald Trump, der den südlichen Nachbarn mit Vorwürfen und Forderungen überzogen hatte: Er behauptete mehrfach, nicht Sheinbaum regiere das Land, sondern die Drogenkartelle. Deshalb drohte Washington wiederholt Militäreinsätze im Nachbarland an und drang hinter den Kulissen darauf, US-Sicherheitskräfte an Einsätzen gegen das Organisierte Verbrechen zu beteiligen.
Sheinbaum lehnte das vehement ab und pochte auf die nationale Souveränität ihres Landes. Zugeständnisse musste sie trotzdem machen, darunter die rechtlich umstrittene Auslieferung Dutzender, teils hochrangiger Kartellmitglieder, die Aufstockung ihrer Grenztruppen um 10.000 Mann und hohe Zölle auf Produkte aus China. Letztere Maßnahme war eine Reaktion auf Behauptungen aus den USA, dass China Mexiko als Umweg auf den US-Markt nutze, um Trumps Zölle zu umgehen.
