Bielefeld. Glasfaser, Glasfaser. Der heilige oder eher digitale Gral für Internetfreunde und Abhängige. Doch manchmal sucht man vergeblich nach dem Gral, von dem so viel gesprochen wird. Und wenn er dann wie von selbst vor der Tür steht, kann er eine Lösung sein. Oder Problemchen mit sich bringen.
So wie bei Nils Gohmert. Er hatte sich für einen Glasfaseranschluss entschieden, da er sein Heim umfangreich digitalisiert hat. „Derzeit werden in Heepen die Glasfaseranschlüsse freigeschaltet. Die Bitel informiert ihre Kunden über den Termin der Freischaltung und Portierung der Daten vom alten Anbieter“, sagt er. „Meiner ist der 18. August. Ich muss also an diesem Tag den alten Router abbauen und den neuen in Betrieb nehmen und mein Netzwerk neu konfigurieren.“
So weit, so gut, möchte man meinen. Doch für Gohmert stellt das ein zeitliches Problem dar. „Hat bei der Bitel keiner bedacht, dass im August vielleicht die eine oder andere Familie im Urlaub ist? So auch wir“, sagt Gohmert und wundert sich. „Meine Sicherheitskameras brauchen Internetzugang. Ebenso die smarten Glühbirnen, die Anwesenheit simulieren. Und die Gartenbewässerung. Selbst die Katzenklappe, die dafür sorgt, dass unsere Katzen Tag und Nacht Einlass bekommen. Ich habe der Bitel mein Problem erklärt und um Verschiebung des Termins gebeten.“
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Die Bitte um Terminverschiebung scheitert – zunächst
So nahm er Kontakt auf und bat darum, den Anschluss um etwa zwei Tage vorzuziehen. Die Antwort kam kurz und knapp: „Guten Tag Herr Gohmert, der Termin kann nicht geändert werden, da ein abgestimmtes Portierungsdatum mit dem Anbieter Unitymedia vorliegt. Die Schaltung der Glasfaser und die Kündigung des Anschlusses mit einer Rufnummernportierung vom ehemaligen Anbieter erfolgt am 18.08.2026.“
„Ich muss nun schauen, ob ich meinen Urlaub umbuchen kann, um mich nach der Bitel zu richten.“ Diese Frage stand dann schnell im Raum. Allerdings gab es schließlich doch eine Lösung. Die kam telefonisch. Bitel klärt nun auf, an wen wende ich mich für eine Terminänderung – und wie flexibel wird das gehandhabt? „Für eine Terminänderung stehen die Hotline, der E-Mail-Kontakt sowie das Kundenzentrum Jahnplatz Nr. 5 zur Verfügung“, sagt Sprecherin Yvonne Liebold. „Sofern die Anfrage spätestens fünf Tage vor dem geplanten Anschalttermin erfolgt, kann der Termin verschoben werden.“
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Mit welchem Vorlauf gibt Bitel die Termine normalerweise bekannt? „Zwischen dem Versand der Auftragsbestätigung und dem Anschalttermin liegen in der Regel zwei Wochen“, sagt Liebold. Und „die Verschiebung des Anschalttermins ist grundsätzlich möglich. Voraussetzung ist, dass der Änderungswunsch spätestens fünf Tage vor dem geplanten Termin bei Bitel eingeht.“
Termine sind grundsätzlich verhandelbar mit Bitel
Letztlich bleibt natürlich auch die Frage, was passiert, wenn ich den Termin als Kunde nicht wahrnehme? „Bei einer Übernahme von einem anderen Anbieter wird die Rufnummer am Anschalttag zur Bitel übertragen und der bisherige Internetanschluss deaktiviert. Erfolgt die Einrichtung des Bitel-Anschlusses nicht am Anschalttag, besteht vorübergehend weder eine Erreichbarkeit über die Festnetznummer noch ein aktiver Internetzugang.“
Aktuell müssen etwa 2.000 Kundinnen und Kunden in einen neuen Tarif wechseln. „Ihre Anschlüsse sind noch an veraltete Technikstandorte angebunden, die im Zuge der Netzerneuerung außer Betrieb genommen werden“, erklärt Yvonne Liebold. Ältere Vermittlungsstellen, für die es keine Ersatzteile mehr gibt, würden „zurückgebaut“, so die Bitel-Sprecherin. Die betroffenen Altstandorte würden schrittweise bis Ende 2028 außer Betrieb genommen. Eine Übersicht über den Baufortschritt gibt es unter: glasfaserausbau.bitel.de.
Es ist also nicht alles verloren, für die Suche nach dem digitalen Gral. „Mich rief Bitel heute an und bat um Entschuldigung“, informiert Nils Gohmert. „Die Information, die ich bekommen hätte, wäre eine falsche Information gewesen und man könne den Anschlusstermin selbstverständlich verschieben auf nach meinem Urlaub.“