Die Lage im deutschen Modehandel ist nicht einfach. Auch der Münchner Strick-Hersteller Maerz spürt die Kaufzurückhaltung der Kunden, trotzdem ist zuletzt ein kleines Wachstum gelungen. Mit der Rückbesinnung auf den Markenkern will das Traditionsunternehmen an den Erfolg anknüpfen. Dabei rückt ein Design-Klassiker der deutschen Modegeschichte ins Zentrum, der einmal das Markenzeichen des früheren Außenministers Hans-Dietrich Genscher war.

„Der Markt bleibt sehr herausfordernd“, sagt Louis Bezner, der 2025 die Regie bei der Maerz Muenchen KG übernommen hat. „Die gesamtwirtschaftliche Lage hat sich immer mehr angespannt, wir merken eine deutliche Zurückhaltung bei den Handelspartnern und den Endverbrauchern.“ Dies habe man auch im Abverkauf der Sommerkollektion gesehen. „Wir hoffen, dass das zweite Halbjahr stärker läuft“, sagt Bezner, dessen Unternehmen zur Gruppe des baden-württembergischen Hemdenherstellers Olymp Bezner gehört. Dabei schlägt sich Maerz aber sehr solide.

Louis Bezner führt die Maerz Muenchen KG seit 2025.

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Louis Bezner führt die Maerz Muenchen KG seit 2025.
Foto: Michael Kerler

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Louis Bezner führt die Maerz Muenchen KG seit 2025.
Foto: Michael Kerler

Louis Bezner, Maerz Muenchen: „Zuversichtlich, dass die Nachfrage da ist“

Im vergangenen Jahr war der Umsatz des 1920 von Wolfgang und Thea März gegründeten Unternehmens um 1,1 Prozent auf 27,7 Millionen Euro gestiegen. „Besonders positiv war, dass die Herrenkollektion um drei Prozent zugelegt hat“, sagt Bezner. Der Umsatz auf den eigenen Vertriebskanälen – vor allem dem Onlineshop und eigenen Läden – legte um rund fünf Prozent zu. „Das stimmt mich zuversichtlich, dass die Nachfrage nach Maerz Muenchen da ist“, erklärt er. „Wir entwickeln unser Sortiment jetzt entlang unserer Kernkompetenz Strick weiter.“

Im Jahr 1979 brachte Maerz die „Superwash“-Serie als ersten maschinenwaschbaren Pullover aus Merinowolle auf den Markt. „Bis heute ist der Superwash-Pullover das Lieblingsstück unserer Kunden“, sagt Bezner. Der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher trug einen Pullover der Serie in hellem Gelb. Die meisten Kunden bestellen heute dagegen Pullover in Dunkelblau, verrät Bezner. „Navy ist der Renner.“ Jetzt wird die Reihe erweitert.

Der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher in einem seiner gelben Pullover.

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Der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher in einem seiner gelben Pullover.
Foto: Herbert Pfarrhofer, dpa

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Der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher in einem seiner gelben Pullover.
Foto: Herbert Pfarrhofer, dpa

Den Superwash-Pullover gibt es nun auch in leichteren Qualitäten

Bei Maerz hat man sich Gedanken gemacht, wie der Pullover das ganze Jahr über getragen werden kann. Neben dem klassischen Modell („roots“) kommt eine sehr leichte, luftige Variante („cloud“) hinzu, eine Linie mittlerer Qualität („earth“) und eine Luxus-Linie für 399 Euro („beyond“). Erstmals werde der Pullover auch für Frauen angeboten, sagt Bezner. Die feineren Qualitäten würden „sehr gut angenommen“. Gestrickt wird der Pullover großteils im eigenen Werk in Ungarn, das rund ein Drittel der Maerz-Produkte herstellt. Bei Maerz in Ungarn arbeiten rund 200 Beschäftigte, in Deutschland sind es rund 100.

Insgesamt blickt man bei Maerz optimistisch auf die zweite Jahreshälfte. Ein Thema treibt Bezner nach wie vor um: „Wir prüfen die Möglichkeit, in München einen Flagship-Store in der Innenstadt zu eröffnen“, sagt er. Die Marke Maerz wäre dann auch in ihrer Heimstadt besser erlebbar.