Als sich Isabell Werth am Wochenende mit dem Pferdetransporter auf den Weg von Rheinberg nach Aachen machte, lagen gerade mal 110 Kilometer Fahrt vor ihr. Ihre achte Weltmeisterschaft ist so etwas wie ein Heimspiel. Kann die erfolgreichste Dressurreiterin des Planeten es wieder einmal vergolden?
Achtmal Weltreiterspielen, das klingt nicht nur viel, das ist viel. Denn man muss wissen: Anders als in anderen Sportarten findet die WM nur alle vier Jahre statt. Bevor Sie jetzt anfangen zu rechnen: Isabell Werth ist 57, wenn sie am Mittwoch in Aachen zur ersten Entscheidung – dem Kampf um Teamgold – vor 40.000 Zuschauern ins riesige Hauptstadion in der Soers einreitet. Sie weiß um die Wirkung dieser gewaltigen Kulisse und erinnert sich an die WM vor 20 Jahren in Aachen: „Vorher und nachher habe ich nichts Vergleichbares mit so vielen Zuschauern erlebt.“ Bis heute habe sie kein Turnier „so tief berührt“. Damals gab’s dreimal Edelmetall.
Der Vergleich mit einem Apfel
Und wieder wollen wir Ihnen das Rechnen ersparen. Neun Gold- und drei Bronzemedaillen sind Isabell Werths WM-Ausbeute seit ihrem Premierensieg 1994 in Den Haag mit dem unvergleichlichen Gigolo. Weitere Goldmedaillen in der Equipe und solo errang sie mit Satchmo und Bella Rose. Aber auch für einen Apfel gilt bekanntlich: Er ist mehr als „nur“ die Summe seiner Vitamine. Isabell Werths Lebensleistung lässt sich nicht auf Medaillen – weitere 14 bei