
AUDIO: Nachrichten 13:00 Uhr – 10.08.2026 (4 Min)
Stand: 10.08.2026 14:45 Uhr
Am Mittag ist der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger nach Schleswig-Holstein gekommen. Für zwei Tage schaut er sich mehrere Verkehrsprojekte an. Aus dem Land gibt es immer wieder Kritik am Bund: Es fehle an Geld.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) ist heute mit 13 Minuten Verspätung in Kiel angekommen. Eine Überraschung kann es für den neuen Minister nicht gewesen sein: Er reiste mit der Bahn an. Im letzten Abschnitt ging es mit dem Regionalexpress 7 von Pinneberg nach Kiel. Die Strecke gilt als eine der unpünktlichsten Verbindungen im Land. Jeder vierte Zug war im ersten Halbjahr verspätet.

Sicherheit im Zug sei kein Randthema, so Bilger. Er kündigte Gespräche der Regierung an.
Bei seiner Ankunft äußerte Bilger sich zur Sicherheit in Regionalzügen: Sicherheit im Zug sei kein Randthema, sondern eine Grundvoraussetzung für einen funktionierenden öffentlichen Verkehr. Er kündigte Gespräche innerhalb der Regierung an – Angriffe auf Zugbegleiter sollten stärker bestraft werden, so Bilger. Nach Angaben der Bahn haben Übergriffe gegen Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter im Regionalverkehr zugenommen.
Bilger schaut sich mehrere Verkehrsprojekte in SH an
Zwei Tage will der neue Bundesverkehrsminister im Rahmen einer Sommerreise in Schleswig-Holstein unterwegs sein. Sein Programm sieht mehrere Stationen vor: Der 47-Jährige will sich unter anderem am Ostuferhafen in Kiel über die Arbeit des Havariekommandos und der Lotsen informieren. Am Nachmittag geht es an die A7 zur Rader Hochbrücke. Und am Dienstagvormittag schaut er sich eine selbstfahrende Fähre auf der Kieler Förde an. Dort war sein Vorgänger Patrick Schnieder (CDU) vor gerade einmal zwei Monaten auch bereits zu Besuch.
Verkehrsbereich in SH fehlt es teilweise an Geld
Es bleibt abzuwarten, ob Steffen Bilger mehr als nur warme Worte im Gepäck dabei hat. Denn bei mehreren Verkehrsprojekten im Land läuft es derzeit nicht rund: Oft ist die Finanzierung ein Problem. Es komme zu wenig Geld vom Bund, heißt es von Kritikern. Bei der Rader Hochbrücke und auch der Marschbahn ist demnach die Finanzierung nicht gesichert, am Nord-Ostsee-Kanal wird Personal abgebaut, hohe Trassenpreise bei der Bahn belasten die Landeskasse.
Rader Hochbrücke: Bund will zweite Brücke bauen
An der A7 soll der erste Teil der Rader Hochbrücke Ende des Jahres fertig sein. Doch für den zweiten Brückenteil, der etwa 300 Millionen Euro kosten wird, ist die Finanzierung noch nicht gesichert. Das schleswig-holsteinische Wirtschaftsministerium teilte zwar unter Berufung auf das Bundeskanzleramt mit, dass die wichtige Autobahnbrücke wie geplant realisiert werden soll. Der Haushaltsausschuss tritt allerdings erst im September zusammen und berät über die Finanzierung des Projekts.

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Marschbahn: Ausbau kommt später, Land legt Geld aus
Ähnlich sieht es bei der Marschbahn aus. Der Bundestag hat im Mai beschlossen, die Bahnstrecke nach Sylt zweigleisig auszubauen. „Der Beschluss bleibt aber unvollständig, solange die Finanzierung nicht verbindlich hinterlegt ist“, sagt Franziska Leupelt, Vizepräsidentin der IHK Schleswig-Holstein. Denn: Mittelfristig sind keine Haushaltsmittel für die Umsetzung verfügbar, heißt es aus dem Verkehrsausschuss. Das Land geht deshalb in Vorleistung und finanziert die Planungen für den Abschnitt Niebüll – Westerland (beide Kreis Nordfriesland).
Leupelt kritisiert zudem, dass sich der Baubeginn auf das Jahr 2032 verschoben hat – und damit um drei Jahre nach hinten.

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Nord-Ostsee-Kanal: Bund baut Personal ab
Im Deutschlandfunk betonte Bilger am Sonnabend die Bedeutung der Wasserstraßen in Deutschland, gerade vor dem Hintergrund des anhaltenden Niedrigwassers. Genug Wasser gibt es hingegen immer im Nord-Ostsee-Kanal, der Pegel liegt laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung in der Regel bei fünf Metern. Trotzdem steckt der Kanal in der Krise: Im ersten Halbjahr sind erneut weniger Schiffe durchgefahren.
„Die Situation ist desaströs“, sagt Jens Broder Knudsen von der Initiative Kiel-Canal. Unter anderem machen lange Wartezeiten vor den Schleusen in Kiel und Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) die Durchfahrt unattraktiv, meint er. Es fehlt an Fachkräften, heißt es vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt. Zudem will der Bund bis 2028 etwa acht Prozent des Personals einsparen. Knudsen fordert einen Stop der Personalreduzierungsquote, vor allem im operativen Bereich: „Der Nord-Ostsee-Kanal pfeift ohnehin schon aus dem letzten Loch.“

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Trassenpreise bei der Bahn: Bund soll für Mehrkosten aufkommen
Auf den Bahnstrecken im Land sind hingegen noch gleich viele Züge unterwegs. Ob sich das künftig wegen der gestiegenen Trassenpreise ändern wird, ist laut Nahverkehrsbund NAH.SH noch offen. Das Land muss wegen der erhöhten Trassenpreise für den Nahverkehr nun mehr dafür bezahlen, dass die Regionalzüge über die Schienen rollen. Im Jahr 2026 etwa 15 Millionen Euro mehr, sagt Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU). Er will deswegen keine Verbindungen streichen, aber: „Hier erwarten wir, dass der Bund die Mehrkosten der Länder kompensiert.“
Weitere Verkehrsprojekte in SH laufen nur schleppend
Neben diesen vier Beispiele für Verkehrsprojekte in Schleswig-Holstein, gibt es noch weitere Baustellen im Land, für die der Bund zuständig ist. Beim Weiterbau der A20 geht es nur schleppend voran. So wie auch beim Fehmarnbelt-Tunnel: Die Eröffnung verschiebt sich laut Bundesverkehrsministerium um mindestens zwei Jahre, zudem sind die Kosten um etwa zwei Milliarden Euro gestiegen.
Es warten in Schleswig-Holstein also einige Aufgaben auf Steffen Bilger. Am Dienstagmittag macht der Bundesverkehrsminister noch einen Stop bei einem Großprojekt für E-Ladesäulen in Neumünster. Anschließend reist er wieder ab – ob dann auch wieder mit dem Zug, ist nicht bekannt.

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Mittel- und langfristig müsse in allen Bereichen viel investiert und ausgebaut werden, sagte der CDU-Politiker. Kurzfristig habe man gut auf das Niedrigwasser reagiert.

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