100-Millionen-Dollar-Programm
Ukrainische Seedrohnen könnten US-Militär revolutionieren
11.08.2026 – 00:03 UhrLesedauer: 3 Min.
Ukrainische Seedrohne (Symbolbild): Neuere Modelle wie die Magura V5 wurden eingesetzt, um FPV-Drohnen gegen russische Bodenziele auf der Krim abzufeuern. (Quelle: Efrem Lukatsky/dpa)
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Die Magura-Seedrohnen aus der Ukraine haben im Schwarzen Meer Aufsehen ausgelöst. Jetzt prüft das Pentagon offenbar, ob sie bald in den USA gebaut werden.
Die ukrainischen Magura-Seedrohnen dürften im Fokus des US-Verteidigungsministeriums stehen: Am Montag hat das Pentagon ein Programm über 100 Millionen US-Dollar ausgeschrieben, das nach serienreifen, unbemannten Booten sucht – und die Magura-Reihe erfüllt die wichtigsten Anforderungen.
Das Pentagon verlangt von den Bewerbern eine Reichweite von mindestens 200 Seemeilen, eine Marschgeschwindigkeit von 10 Knoten und die Fähigkeit, Luftdrohnen mit mindestens zwei Kilogramm Nutzlast zu transportieren.
Die Magura V7 übertrifft diese Vorgaben deutlich: Sie schafft bis zu 800 Seemeilen, fährt mit 23 Knoten und kann verschiedene Drohnen und Waffen tragen – darunter Boden-Luft-Raketen, ferngesteuerte Waffenstationen und schwere Bomberdrohnen vom Typ Nemesis.
Laut der französischen Tageszeitung „L’Indépendant“ sind diese Systeme bereits im Einsatz und erfüllen die technischen Anforderungen des US-Programms SWAP-USV, das von der Defense Innovation Unit des Pentagon ausgeschrieben wurde.
Erfolge für die Ukraine im Schwarzen Meer
Die Magura-Drohnen haben sich bereits im Ukraine-Krieg als wertvolle Waffe bewiesen. Nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes (HUR) wurden seit Anfang 2024 mindestens elf russische Kriegsschiffe und Boote durch Magura-Systeme zerstört, außerdem zwei Hubschrauber und zwei Su-30SM-Kampfjets abgeschossen.
Die Magura-Drohnen sind damit zu einem Symbol für die neue ukrainische Kriegsführung auf See geworden. Neuere Modelle wie die Magura V5 dienen inzwischen als Plattform, von der aus FPV-Drohnen gegen russische Bodenziele auf der Krim gestartet werden können – das wurde erstmals im Juli 2026 bekannt. Damit verlagert sich der Einsatzbereich der Seedrohnen von reinen Angriffen auf Schiffe hin zu flexiblen Operationen gegen Landziele.
Die Drohnen sind darauf ausgelegt, möglichst lange vor gegnerischem Radar unentdeckt zu bleiben und können mit einer Vielzahl von Waffen und Drohnen bestückt werden.
Produktion in den USA geplant
Für das Pentagon zählt nicht nur die Technik, sondern auch die schnelle Verfügbarkeit. Der ukrainische Hersteller UForce hat bereits eine Vereinbarung mit dem US-Unternehmen ReconCraft geschlossen, die explizit den Bau von Magura-Seedrohnen in den USA vorsieht. Ziel ist es, die Drohnen in Oregon und South Carolina zu fertigen – mit einer Kapazität von mehreren hundert bis zu mehreren tausend Einheiten pro Jahr.
Diese Partnerschaft soll die Magura-Technologie direkt in die US-Lieferkette integrieren und ermöglicht eine lokale Produktion, Wartung und Versorgung. Damit werden die Anforderungen des Pentagon-Programms an schnelle Verfügbarkeit und Sicherheit der Lieferwege erfüllt. Das würde die US-Anforderungen an Produktion, Wartung und Versorgung direkt bedienen und die Lieferkette absichern. Die Defense Innovation Unit betont, dass nur einsatzbereite und serienreife Plattformen gesucht werden – Prototypen oder Konzepte reichen nicht aus.

