Nun schmiedet Saudi-Arabien ein eigenes Bündnis für die Sicherheit am Golf. Allison Minor, Nahost-Expertin des Atlantic Council, analysierte: „Riad geht davon aus, seine Sicherheit durch ein Netz an eigenen Partnerschaften besser gewährleisten zu können.“ Das Vertrauen in die strategisch-militärischen Fähigkeiten der USA schwindet.
Pakistans neues Selbstbewusstsein
In der Auseinandersetzung mit dem wirtschaftlich aufstrebenden Rivalen Indien versucht sich Pakistan als verlässlicher Partner zu etablieren. So bemühte sich Regierungschef Shehbaz Sharif darum, zwischen dem Iran und den USA einen Waffenstillstand zu vermitteln.
Das Selbstverständnis des Landes speist sich auch aus seiner militärischen Stärke: Pakistan versteht sich als einzige muslimische Atommacht. Bereits 2025 hatte Islamabad mit Saudi-Arabien ein Militärabkommen geschlossen.
Nahost-Fachmann Michael Kugelman von der Washingtoner Denkfabrik Atlantic Council erklärte zum neuen Mekka-Bündnis: „Pakistans Führung möchte, dass die Welt ihr Land als hilfreichen globalen Akteur wahrnimmt – und nicht als einen Ort, der von Unterdrückung und Terror geprägt ist.“ Noch ein Aspekt ist wichtig: Viele Menschen aus Pakistan arbeiten auf den Ölanlagen in der Golf-Region. Kugelman: „Das Abkommen verankert Pakistan stärker in der entstehenden Sicherheitsarchitektur in Nahost.“
Erdoğan stößt vor in Trumps Machtvakuum
Erdoğan sieht die Türkei als aufstrebende Regionalmacht. Und er setzt auf eine eigenständige Außenpolitik. Im Ukraine-Krieg bot sich Erdoğan dem russischen Staatschef Wladimir Putin lange als Vermittler an, in Syrien trieb der türkische Präsident massiv den Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad voran. Erdoğans historischer Ordnungsrahmen ist das Osmanische Reich. Das reichte bis Nordafrika.