Seit Ende des Jahres 2020 haben acht Apotheken in der Stadt geschlossen. Damals waren es 57, am 1. Juli zählte die Apothekerkammer Nordrhein nur noch 49. Im Vergleich zum Anfang dieses Jahres jedoch gab es in Mönchengladbach weder Schließungen noch Öffnungen. Entwarnung bedeute das aber nicht, sagt der Apothekensprecher Dirk Lammert gegenüber unserer Redaktion. Er erinnert daran, dass es mal etwa 75 Apotheken gegeben habe und damit rund ein Drittel mehr als heute.
Kritisch sieht Lammert auch die Entwicklung im gesamten Kammerbezirk Nordrhein. Dort sank die Zahl der Apotheken im ersten Halbjahr: Am 1. Juli versorgten 1886 Apotheken die Menschen zwischen Rhein und Ruhr, am Jahresanfang waren es noch zehn mehr (1896). Insgesamt waren darunter vier Neueröffnungen, zwei davon in Mettmann. Dem stehen 14 Schließungen gegenüber, die meisten davon gab es in Köln (3). Wie die Apothekerkammer Nordrhein mitteilt, geht die Anzahl bereits seit 25 Jahren zurück.
Längere Wartezeiten, höhere Arbeitsbelastung
Die Auswirkungen seien bereits regional spürbar, heißt es weiter. In ländlichen Gegenden würden beispielsweise die Wege zur nächsten Apotheke länger. In größeren Städten würden diese zwar kurz bleiben. „Aber die verbliebenen Betriebe müssen die Patientinnen und Patienten der geschlossenen Apotheken mitversorgen“, wird Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein, zitiert. Für die Kunden bedeutet das längere Wartezeiten sowie für die Pharmazeutinnen und Pharmazeuten eine höhere Arbeitsbelastung.
Als Grund für die Schließungen galt lange, dass das sogenannte Apothekenfixum nicht erhöht wurde. Gemeint ist damit der Betrag, den Apothekerinnen und Apotheker für die Abgabe von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln pro Packung erhalten. Nach 13 Jahren wurde im Juni jedoch eine Anpassung angekündigt – und zwar innerhalb der Kostenpflichtiger Inhalt Apothekenreform. Seit dem 1. Juli gibt es statt 8,35 Euro pro abgegebener verschreibungspflichtiger Packung neun Euro. Anfang nächsten Jahres soll der Betrag erneut erhöht werden.
Die Kostenpflichtiger Inhalt Krankenkassenreform, die die ehemalige Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) jedoch auf den Weg brachte, sieht einen erhöhten Kassenabschlag vor. Dabei handelt es sich um einen Rabatt, den Apotheken den gesetzlichen Krankenkassen auf rezeptpflichtige Medikamente gewähren müssen. Laut Hoffmann ist die Folge: „Für viele Betriebe bleibt die wirtschaftliche Perspektive damit unsicher.“