Alljährlich im August tauchen am Himmel die Perseiden auf und sorgen für ein kosmisches Spektakel: Bis zu 100 Sternschnuppen können dann pro Stunde beobachtet werden. Doch bereits im letzten Julidrittel tauchen die ersten Vorboten am Firmament auf. Von wo aus in Düsseldorf man gut schauen kann und wie gute Fotos der himmlischen Erscheinungen gelingen.

Das Maximum des Meteorstroms ist in diesem Jahr vom 9. bis 13. August zu erwarten. Der Höhepunkt der Sternschnuppenaktivität ist in der Nacht vom 12. auf den 13. vorausgesagt.

In diesem Jahr stört kein Mondlicht die Beobachtungen, denn das Maximum erfolgt zur Neumondzeit. Die besten Beobachtungszeiten sind die Stunden von 23 Uhr bis 4 Uhr morgens.

Der Mond scheidet also als Störfaktor aus, bleibt eine große Unbekannte: das Wetter. Ist der Himmel in den Perseidennächten mit Wolken verhangen, wird es nichts mit dem Ausblick auf die verglühenden Himmelskörper. Da es noch rund drei Wochen dauert, bis das Maximum der Perseiden eintritt, ist eine Vorhersage aktuell nicht möglich.

Ist der Himmel klar, gilt es, einen möglichst dunklen Ort für die Beobachtungen zu finden. Doch genau da beginnt für die im Licht ertrinkenden Landeshauptstädter das Problem. Der Flughafen im Norden, die City, die Industrie rund um Reisholz und Holthausen: All das verschlechtert die Chancen, etwas von der besonderen Magie des Meteorstroms mitzubekommen.

In Düsseldorf empfehlen sich das Gelände hinter dem Gerresheimer Friedhof, die Urdenbacher Kämpe an der Grenze zu Monheim und die Felder in Hamm und Volmerswerth.

Wer die Sternschnuppen fotografieren will, braucht dafür gar keine teure Ausrüstung. Ein wenig Geduld reicht – egal ob mit Fotokamera oder mit dem Smartphone.

Kamera-Tipps für gelungene Perseiden-Fotos

Wer ein Perseiden-Foto aufnehmen möchte, kann sich zunächst ein Motiv für den Vordergrund suchen, etwa ein Haus oder einen großen Baum. Um die Kamera zu stabilisieren, sollte ein Stativ oder ein anderer fester Gegenstand verwendet werden. Automatische Einstellungen und der Blitz sollten ausgeschaltet werden. Empfehlenswert ist eine kurze Brennweite, im Extremfall sogar ein Fischaugen-Objektiv, damit möglichst viel vom Himmel zu sehen ist.

Je lichtstärker das Objektiv, desto besser. Erkennbar ist das an der F-Zahl auf dem Objektiv: Je geringer sie ist, umso besser. Als ISO-Wert eignet sich eine mittlere Einstellung zwischen 200 und 400. Außerdem sollte eine lange Belichtungszeit von 30 Sekunden oder länger gewählt werden. Wer einen Fernauslöser besitzt, sollte diesen verwenden. Alternativ kann der Selbstauslösemodus vieler Kameras genutzt werden.

Smartphone: Astromodus oder Spezial-Apps

Man braucht keine teure Systemkamera. Auch mit dem Smartphone lassen sich tolle Himmelsfotos machen, sagt Carolin Liefke, stellvertretende Leiterin des Hauses der Astronomie in Heidelberg. Praktisch ist, dass die meisten Smartphone-Objektive ohnehin über recht kurze Brennweiten oder eigene Weitwinkellinsen verfügen.

iPhone-Nutzer können den Nachtmodus verwenden. Diese Einstellung erscheint bei wenig Licht automatisch oben links im Display, wenn der Blitz abgeschaltet wurde. Das entsprechende gelbe Icon zeigt bei Dunkelheit auch die Dauer der Belichtung an, beispielsweise zwei, drei oder fünf Sekunden.

Android-Nutzer sollten in den Kameraeinstellungen prüfen, ob der Nachtmodus dort aktiviert werden muss. Bei einigen Modellen lässt er sich auch über die Auswahl der Fotomodi oberhalb des Auslöser-Symbols im normalen Kameramodus anwählen. Andere Geräte schlagen den Nachtmodus bei Dunkelheit automatisch vor. Googles Pixel-Smartphones verfügen über einen eigenen Astrofotografiemodus für Langzeitbelichtungen. Apps wie ProCam für iOS oder ProCam X für Android ermöglichen zudem die manuelle Einstellung der Belichtungsdauer.

Auch das Smartphone sollte in einer Halterung oder auf einem Stativ befestigt werden, damit es während der Aufnahme sicher steht. Notfalls kann es gegen einen festen Gegenstand gelehnt werden.

216.000 Kilometer pro Stunde

Die Meteore des Perseidenstromes sind schnelle Objekte. Sie dringen mit rund 60 Kilometer pro Sekunde, dies entspricht 216.000 Kilometern pro Stunde, in die Erdatmosphäre ein. Ihren Ursprung haben die Perseiden beim Kometen 109 P/Swift-Tuttle. Die Erde kreuzt ihn auf ihrer Bahn um die Sonne und trifft dabei auf die von ihm verstreuten Teilchen. Diese verglühen dann als leuchtende Sternschnuppen, wenn sie in die Erdatmosphäre eintreten. Üblicherweise bleibt von den verglühenden Staubteilchen am Ende nichts übrig.

Der Komet 109 P/Swift-Tuttle selbst kommt nur alle 133 Jahre auf seiner Umlaufbahn wieder in unsere Region – das soll 2126 erneut der Fall sein. Seine Entfernung zur Erde soll dann laut der europäischen Raumfahrtbehörde Esa immer noch 22,9 Millionen Kilometer betragen.

Swift-Tuttle wurde 1862 entdeckt und hat einen Kern von 26 Kilometern Durchmesser. Er ist nach Esa-Angaben damit zweieinhalbmal so groß wie der Asteroid, der die Dinosaurier auslöschte.

Experten empfehlen übrigens, auf jeden Fall einen Liegestuhl mitzunehmen. Wer zu lange in den Himmel starrt, bekommt sonst Nackenschmerzen. (Mit Material von dpa)