Die Betreiber auf dem RAW-Gelände waren zwar nicht an den Gesprächen beteiligt, zeigten sich aber am Dienstag zufrieden. Joest Schmidt, Geschäftsführer der Skatehalle auf dem RAW-Gelände, sprach von einer riesigen Erleichterung. Es habe eine lange Hängepartie gegeben. „Jetzt sieht es wirklich so aus, als sei erstens eine gute Zwischenlösung gefunden und als hätte man damit zweitens die Zeit gefunden, um auf eine langfristige Lösung hinzuarbeiten“, sagte Schmidt dem rbb.
Auch die Berliner Clubcommission hat positiv auf die vorläufige Einigung reagiert. Der Vorsitzende Marcel Weber äußerte im rbb24 Inforadio aber auch Bedenken. Hinsichtlich der geplanten Wohnbebauung frage er sich, wie dort der Schallschutz funktionieren soll. Er befürchte ein altbekanntes Szenario in Berlin, so Weber – nämlich, dass Menschen dort hinziehen, sich über Lärm beschweren und vor Gericht Recht bekommen. Die Folge wäre, dass Clubs schließen müssen.
Auf der ehemaligen Industriebrache, dem früheren Reichsbahnausbesserungswerk (RAW), sind in teils baufällig anmutenden Hallen und Gebäuden Dutzende Clubs, Kneipen, Ateliers sowie Sport- und Kulturangebote zu Hause. Die Kurth-Gruppe hatte das Areal 2015 gekauft.
Im Juni hatte der private Eigentümer die Verhandlungen mit dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und dem Senat über die planungsrechtliche Entwicklung überraschend für gescheitert erklärt. Einer der zentralen Streitfragen war, wann und wie viele Wohnungen auf Teilen des Geländes nahe der Warschauer Straße und der Spree gebaut werden sollen.