Newsblog zum Krieg in der Ukraine

In Russland wird der Sprit wieder knapp

Von C. Siemer, T. Schibilla, M. Lattemann, J. Hartung, C. Cöln, N. Müller, A. Janzen, T. Wanhoff, M. Küper, M. Kloft, S. Cleven

Aktualisiert am 12.08.2026 – 13:35 UhrLesedauer: 11 Min.

Handyaufnahme von einer Tankstelle in der westrussischen Region Lipezk: In den ersten russischen Regionen wird Treibstoff wieder rationiert.Vergrößern des Bildes

Handyaufnahme von einer Tankstelle in der westrussischen Region Lipezk: In den ersten russischen Regionen wird Treibstoff wieder rationiert. (Quelle: Screenshot/X@bayraktar_1love)

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An Tankstellen in Russland bilden sich erneut lange Schlangen. Die USA bitten die Ukraine offenbar, Angriffe auf Tanker auszusetzen. Alle Entwicklungen im Newsblog.

In Russland wird der Sprit wieder knapp

Die Spritkrise in Russland verschärft sich offenbar wieder. In mindestens zwölf Regionen des Landes bilden sich derzeit lange Schlangen von Autos an Tankstellen, berichtet das unabhängige russischsprachige Nachrichtenportal „Meduza“ unter Berufung auf Berichte in sozialen Medien. Auch aus Moskau und St. Petersburg werden demnach erste Engpässe gemeldet. Besonders betroffen sind dem Bericht zufolge Regionen im Westen und Süden des Landes. Die Lage sei aber nicht so dramatisch wie auf dem Höhepunkt der Spritkrise Anfang Juli.

Damals wurden in weiten Teilen Russlands Sprit und Diesel knapp, auch in Moskau und St. Petersburg mussten Autofahrer stundenlang Schlange stehen. Viele Tankstellen gaben nur noch maximal 20 Liter Treibstoff pro Tag und Person ab. Ausgelöst wurde die Spritkrise durch ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerien. Schätzungen aus der Energiebranche zufolge zerstörten die Angriffe bis zu 45 Prozent der russischen Produktionskapazitäten. Zwischenzeitlich hat sich die Lage aus russischer Sicht aber gebessert.

So konnte Russland laut „Financial Times“ einen Teil der Produktionskapazitäten wieder herstellen. Zudem reagierte der russische Staat mit einem Exportverbot für Treibstoff und kaufte Sprit und Diesel im Ausland zu. Die Ukraine verlagerte ihre Fernangriffe zuletzt außerdem auf Warenlager des Onlinehändlers Wildberries. In den vergangenen Tagen gab es allerdings wieder Angriffe auf Raffinerien, beispielsweise im sibirischen Omsk. Unklar ist, ob die neu aufgeflammte Spritkrise in einem direkten Zusammenhang mit diesen Angriffen stehen. Dem „Meduza“-Bericht zufolge gibt es in den ersten Regionen nun wieder Mengenbeschränkungen beim Tanken.

Insider: Kein Betrieb an Getreideterminal in Noworossijsk nach Angriff

Der Betrieb des Getreideterminals im russischen Hafen Noworossijsk ist Insidern zufolge aufgrund ukrainischer Drohnenangriffe in der Nacht eingestellt worden. Die Demetra Holding, die Eigentümerin des Terminals am Schwarzen Meer ist, bestätigt, dass das Terminal bei dem Angriff beschädigt wurde. „Der Terminalbetrieb wurde eingestellt, und die Schadensbewertung ist im Gange“, sagt der Insider, der anonym bleiben wollte. Ein Sprecher der Demetra Holding erklärt lediglich, dass das Terminal einen nicht näher spezifizierten Schaden erlitten habe, und lehnt weitere Kommentare ab.

Ukraine stoppt wohl auf US-Bitte Angriffe auf Tanker

Die Ukraine hat einem Medienbericht zufolge auf Bitten der USA ihre Angriffe auf Öltanker eingestellt, die den russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk nutzen. Ende Juli habe US-Vizepräsident JD Vance die Regierung in Kiew darum gebeten, berichtet die „Financial Times“ unter Berufung auf Regierungskreise in Kiew.