Eine neue Werkshalle der TKMS in Kiel mit dem Schriftzug TKMS ragt in den Abendhimmel.

Stand: 12.08.2026 15:17 Uhr

TKMS wächst weiter: Umsatz und Gewinn steigen, die Auftragsbücher sind mit 20 Milliarden Euro gut gefüllt. In Kiel und Wismar sollen Hunderte neue Mitarbeiter eingestellt werden.

von Moritz Kodlin

Die Kieler Werft TKMS hat die Zahlen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2025/2026 präsentiert. Demnach hat das Unternehmen mit den Standorten Kiel und Wismar in diesem Zeitraum einen Umsatz von rund 1,9 Milliarden Euro gemacht. Laut TKMS ist das ein Plus von 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig sei auch der operative Gewinn, also das Betriebsergebnis, um 13 Prozent auf 110 Millionen Euro gestiegen.

TKMS steigert Umsatz und Gewinn

TKMS hat aktuell Bestellungen im Wert von 20 Milliarden Euro in den Büchern. Auch aus dem arabischen Raum gebe es angesichts des Iran-Kriegs inzwischen verstärkt Anfragen, erklärte Vorstandschef Oliver Burkhard.

Alle haben Geld, aber keine Zeit mehr. Früher hatten sie alle Zeit, aber kein Geld.

Oliver Burkhard, CEO TKMS

Oliver Burkhard, CEO von ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS), spricht bei einer Presseveranstaltung.

Für Oliver Burkhard ist der Standort in Wismar zentral für das Wachstum des Unternehmens.

Wegen voller Auftragsbücher will TKMS Hunderte neue Mitarbeiter einstellen. So sollen in Kiel gegen Ende des Jahres insgesamt rund 4.000 Beschäftigte arbeiten. Derzeit arbeiten rund 3.700 Menschen in der Landeshauptstadt bei der Werft. Gleichzeitig wird auch am Standort in Wismar neu eingestellt. Für jede offene Stelle bewerben sich derzeit rund 30 Menschen, viele von ihnen haben Burkhard zufolge früher in der Automobilbranche gearbeitet.

Burkhard: „Werft in Wismar zentral für Wachstum“

Die Werft in Wismar sei zentral für das Wachstum des Unternehmens, so der 54-jährige Manager. Man werde dort, so wie in Kiel, in den nächsten Jahren eine voll ausgestattete Werft haben. Angestrebt werde in Wismar künftig eine Personalstärke von bis zu 1.700 Mitarbeitern.

TKMS profitiert vom Fregatten-Auftrag der Marine

TKMS könnte indirekt vom Verlust des F126-Auftrags durch den Rheinmetall-Konzern profitieren. Statt der ursprünglich geplanten Fregatten sollen nun kurzfristig bereits fertig entwickelte MEKO-Fregatten gebaut werden. Das erste Schiff soll voraussichtlich 2029 an die Marine übergeben werden. Gleichzeitig hat TKMS der Rheinmetall-Tochter NVL eine Zusammenarbeit bei künftigen Fregattenprojekten angeboten. Von einer solchen Kooperation könnte auch der Hamburger Werftstandort Blohm+Voss profitieren.

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