Astronomie-Fans aufgepasst! In diesen Tagen ist in Deutschland nicht nur eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen, bei der immerhin bis zu 90 Prozent der Sonnenscheibe verdeckt werden – nur wenige Stunden nach der Eklipse sollen bis zu hundert Meteore stündlich über den Nachthimmel sausen. Wie jedes Jahr im August ziehen die sogenannten Perseiden ihre Bahnen und rufen Sterngucker, Hobbyastronomen und Fotografen auf den Plan.

Höchste Zeit also, um sich einen kleinen Vorrat an Wünschen anzulegen – schließlich sollen diese angeblich in Erfüllung gehen, wenn man eine Sternschnuppe sieht. Wir verraten Ihnen, wann genau Sie den Blick gen Himmel richten sollten, in welche Richtung Sie schauen müssen und wie gut oder schlecht die Beobachtungschancen in diesem Jahr stehen.

Wo findet man die Perseiden am Nachthimmel?

Der scheinbare Ausstrahlungspunkt des Meteorschauers (in der Fachsprache auch als Radiant bezeichnet) ist das Sternbild Perseus, woher sich auch der Name Perseiden ableitet. Die Konstellation ist am Nachthimmel im Nordosten zu finden.

Die Perseiden im August 2026

© AFP, Tagesspiegel/Rita Boettcher

Perseus (seines Zeichens griechischer Halbgott, Sohn des Zeus und nebenbei Mörder der Medusa) steht in unmittelbarer Nähe zu den Sternbildern Kassiopeia und Giraffe. Wer mit diesen Konstellationen nur wenig anfangen kann, sollte einen Blick in die nachfolgende Wegbeschreibung werfen:

Die Wegbeschreibung zu den Perseiden

Tipp: Es gibt zahlreiche kostenlose Apps, die die Orientierung am Himmel erleichtern. Zu den beliebtesten gehören etwa „SkyView Lite“ (Android oder iOS), „Stellarium Mobile Sternkarte“ (Android oder iOS) oder „Sky Tonight“ (Android oder iOS).

Wann sind die Perseiden am besten zu sehen?

Das Maximum der Perseiden wird in diesem Jahr in der Nacht vom 12. auf den 13. August (also von Mittwoch auf Donnerstag) erwartet, wobei in den frühen Morgenstunden am meisten Sternschnuppen zu sehen sein dürften.

Aber auch in den Tagen davor und danach lassen sich die Perseiden bestaunen. Dem Astronomie-Onlinedienst „Star Walk“ zufolge erstreckt sich der gesamte Beobachtungszeitraum vom 17. Juli bis zum 24. August – wobei rund um den Höhepunkt am meisten Meteore zu beobachten sein sollten.

Höhepunkt der Perseiden 2026

  • Beobachtungszeitraum: vom 17. Juli bis zum 24. August.
  • Höhepunkt: in der Nacht vom 12. auf den 13. August, in den frühen Morgenstunden (4 bis 6 Uhr nach deutscher Zeit).

Perseiden Urania Potsdam Die Perseiden tauchen jedes Jahr Mitte August am Nachthimmel im Nordosten auf.

© Nasa

Perseiden beobachten: Wie stehen die Chancen 2026?

In diesem Jahr stehen die Chancen für Sternschnuppen-Sichtungen besonders gut. 2026 fällt das Maximum der Perseiden zeitgleich mit einem Neumond zusammen. Während noch im vergangenen Jahr der zu 83 Prozent beleuchtete Erdtrabant mit seiner Helligkeit eine Beobachtung störte, beträgt die Mondbeleuchtung in diesem Jahr laut „Star Walk“ null Prozent. Dadurch sollen nicht nur die hellen Meteore, sondern auch schwache Lichtspuren sichtbar sein.

Sternschnuppenjäger sollten die günstigen Bedingungen in diesem Jahr also nutzen. Das nächste Mal, dass ein Perseiden-Höhepunkt und ein Neumond auf einen Tag fallen, wird erst im Jahr 2045 wieder der Fall sein.

Leserfotos einer himmlischen Sommernacht

Wie haben Sie die Sonnenfinsternis und die Sternschnuppennacht in Berlin erlebt? Teilen Sie mit uns Ihre schönsten Eindrücke und senden Sie uns Ihre Bilder per Mail an berlin@tagesspiegel.de.

Wie viele Sternschnuppen kann man 2026 sehen?

Bei besten Beobachtungsbedingungen kann man rein theoretisch bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde sehen, verraten Experten der Stiftung Planetarium Berlin. In der Realität seien es allerdings meistens deutlich weniger. Das liege meist an Faktoren wie einer eingeschränkten Sicht oder an Lichtverschmutzung, die insbesondere in hell erleuchteten Städten immer mehr zunehme.

Lichtverschmutzung erschwert Sternbeobachtungen

Untersuchungen des Potsdamer Forschungsprojektes „Globe at Night“ ergaben, dass die Lichtemissionen hierzulande weitaus schneller voranschreiten, als bislang angenommen. Ein Kind, das heute in einer Region geboren wird, in der am Himmel noch gut 250 Sterne sichtbar sind, wird unter den jetzigen Bedingungen an seinem 18. Geburtstag nur noch 100 Sterne bewundern können, prognostiziert das Fachmagazin „Spektrum der Wissenschaft“.

Tipp für Sternschnuppenjäger:

In welchen Regionen aktuell die meiste Lichtverschmutzung verzeichnet wird und wo es am dunkelsten ist, können Sie der Webseite lightpollutionmap.info entnehmen.

Wo kann man die Perseiden am besten beobachten?

Meteorschauer lassen sich am besten in lichtarmen und dunklen Regionen beobachten. Wer möglichst viele Sternschnuppen sichten will, sollte also einen Ort mit wenig künstlicher Beleuchtung aufsuchen. In Städten können Freiflächen, Parks oder Anhöhen mit viel freier Sicht rundherum die Sichtbedingungen verbessern – oder man sucht ländlichere Gegenden auf. Welche Beobachtungsmöglichkeiten es in Berlin gibt, haben wir Ihnen hier zusammengestellt.

Warum tauchen die Perseiden jährlich auf?

Der Grund für den alljährlichen Perseiden-Schauer ist ein Komet namens Swift-Tuttle (offiziell: 109P/Swift-Tuttle). Jedes Jahr im August kreuzt die Erde einen Teil seines Kometenschweifs. Sobald unser Planet diese Wolke aus Kometenkernteilchen passiert, dringen die Partikel in unsere Erdatmosphäre ein und verursachen dabei den spektakulären Meteorschauer.

Nordlichter und Sternschnuppen über Nordrhein-Westfalen Polarlichter und Perseiden über Ense am12.08.2024 *** Northern Lights and shooting stars over North Rhine-Westphalia Northern Lights and Perseids over Ense on12 08 2024 Copyright: xWetter_Eulex xChantalxAndersx
Perseiden25 Im Jahr 2024 waren zeitgleich zu den Perseiden in Nordrhein-Westfalen auch Polarlichter zu sehen.

© Imago/Chantal Anders

Wie kann man die Perseiden am besten fotografieren?

Sternschnuppen haben eine wesenstypische Angewohnheit: Kaum sind sie da, sind sie auch schon wieder weg. Hobbyfotografen haben da oftmals das Nachsehen, denn ehe man seine Kamera gezückt hat, ist das Naturspektakel wieder von der Bildfläche verschwunden. Wir haben Ihnen ein paar Tipps zusammengestellt, wie Sie die Sternschnuppen am besten fotografieren können.

1 Dunklen Ort aufsuchen

Sternschnuppen lassen sich am besten an Orten fotografieren, an denen es nur wenig bis gar keine anderen Lichtquellen gibt.

Sonnenfinsternis mit dem Handy fotografieren Nasa warnt vor „verschmortem“ Kamerasensor – so geht’s richtig 2 Weitwinkelobjektiv nutzen

Mithilfe eines Weitwinkelobjektivs lässt sich ein großer Bereich des Himmels abdecken, und das kann gerade bei der Jagd auf Sternschnuppen hilfreich sein. Als Fotograf weiß man vorher nie genau, wo die nächste Sternschnuppe aufblitzt.

3 Stativ nutzen

Sowohl für große Kameras als auch für das Fotografieren via Handy gilt: nicht wackeln. Die besten und schärfsten Ergebnisse erreichen Sie, indem Sie ein Stativ und einen Fernauslöser benutzen.

Tipp für Handy-Fotografen: Fernauslöser

Bei vielen Handys können die Kopfhörer als Fernauslöser genutzt werden, genauer gesagt: der Regler für die Lautstärke. Mitunter können auch Smartwatches als Auslöser dienen, solange sie mit dem Smartphone (und via App mit der Kamera) verbunden sind.

4 Lange Belichtungszeit wählen

Wechseln Sie bei Ihrer Kamera in den „Manuellen Modus“ und wählen Sie für die Sternschnuppenjagd eine lange Belichtungszeit aus. Achtung: Wird die Belichtungszeit zu lang eingestellt, dann verwischen die umliegenden Sterne zu unsauberen Lichtspuren.

5 Nicht aufgeben

Nun heißt es warten. Als Fotograf weiß man nie, wann die nächste Sternschnuppe auftaucht, daher sollte einfach ein Foto nach dem anderen geschossen werden. Profis empfehlen, auf einen automatischen Intervall-Auslöser zurückzugreifen, falls die Kamera über solch eine Funktion verfügt.

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Perseiden-Aussprache: Viele machen es falsch

Die Frage, wie man „Perseiden“ ausspricht, wird jedes Jahr wieder heiß diskutiert. Laut Duden wird das Wort wie folgt getrennt: Per–se–i–den. Entsprechend der Trennung zwischen „se“ und „i“ wird auch bei der Aussprache eine kurze Pause gemacht. Das „e“ und das „i“ werden also nicht wie ein „ei“ ausgesprochen.

In Lautschriftzeichen oder auch IPA (Internationales Phonetisches Alphabet) sieht „Perseiden“ wie folgt aus: [pɛʁzeˈʔiːdn̩]. Der kleine Strich (ˈ) zwischen dem „e“ und dem „ʔ“ dient hier als Betonungszeichen. Er zeigt an, dass die Hauptbetonung des Wortes auf der nachfolgenden Silbe (also auf dem „i“) liegt.

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Eine Audioaufnahme der Aussprache kann man sich auf der Webseite des Duden anhören. Google spricht „Perseiden“ via Google Übersetzer übrigens falsch aus: Hier werden das „e“ und das „i“ zu einem „ei“ verbunden (Google-Aussprache: per-sai-den). Auch die KI-Suchmaschine Perplexity lieferte nach unserer Anfrage eine falsche Antwort.