Ein Großbrand an der Bahnstrecke zwischen Krefeld und Meerbusch bindet aktuell Feuerwehren aus Meerbusch, Krefeld und der Region. An zahlreichen Stellen hat die Vegetation entlang der Gleise der Deutschen Bahn Feuer gefangen. Nach Informationen der Leitstelle führt die Feuerwehr aktuell Kräfte aus anderen Städten heran. Aus Viersen und Dormagen seien je ein großer Tankwagen zur Unterstützung vor Ort. Auch aus anderen Kommunen seien aktuell Löschfahrzeuge auf dem Weg oder bereits im Einsatz. Der Bahndamm brennt demnach auf mehreren Kilometern Länge. Eine starke Rauchentwicklung war nicht nur in Krefeld und Meerbusch, sondern etwa auch in Düsseldorf zu sehen.

Rund zwei Kilometer in Meerbusch betroffen

Auf Meerbuscher Gebiet seien rund zwei Kilometer betroffen, berichtet die Meerbuscher Feuerwehr. Zur Bekämpfung des Feuers arbeiten die Einsatzkräfte an mehreren Einsatzabschnitten gleichzeitig. „Wir teilen uns die Einsatzstellen auf. Die Krefelder Feuerwehr übernimmt die Brände westlich der Gleise, wir östlich der Gleise“, erklärt Feuerwehrsprecher Tilmann Hennig. Das Feuer befinde sich entlang der Gleise, breite sich teilweise jedoch in die Fläche aus.

Im Stadtteil Osterath sei ein Garten, der sich direkt an der Bahnlinie befindet, auf etwa 150 bis 200 Quadratmetern vollkommen abgebrannt. Auf Meerbuscher Stadtgebiet war vor allem Vegetation betroffen, die Flammen kamen am Abend aber auch einem Hof nahe. „Wir schauen aktuell, wie wir den Hof sichern“, sagte Hennig. Die Lage werde „fortlaufend erkundet und bewertet“, heißt es in einer ersten Meldung am Abend.

Mehrere Tausend Quadratmeter in Krefeld abgebrannt

Auch in Krefeld ist die Lage nach Angaben der Feuerwehr angespannt. So sei das Feuer aktuell nicht unter Kontrolle und drohe Bauernhöfe und Wohnbebauung zu erreichen. Speziell ein Wohnhaus sei derzeit demnach bedroht, man habe die Situation aber im Blick. Felder stünden in Flammen und mehrere Tausend Quadratmeter Vegetation seien bereits abgebrannt. Die Feuerwehr arbeitet unter Einsatz aller verfügbaren Kräfte – auch der Bahnfeuerwehr – daran, die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Die trockene Vegetation im gesamten Gebiet begünstige aber die Ausbreitung des Feuers. Auch der vergleichsweise starke Wind fache die Flammen immer wieder an und sorge für eine weitere Verbreitung.

Feuerwehr schützt vor allem ein Waldstück

Ein bedrohtes Krefelder Waldstück habe bislang geschützt werden können. „Wir wollen natürlich vermeiden, dass die Flammen das trockene Unterholz erreichen und die Bäume in Brand geraten“, sagt ein Feuerwehrsprecher. Größere materielle Schäden seien bislang aber weitgehend vermieden worden. Einzig ein am Bahndamm geparktes Auto sei auf Krefelder Gebiet in Brand geraten. Über Personenschäden gibt es demnach aktuell keine Informationen.

Feuer ist nicht zusammenhängend, es gibt ein halbes Dutzend Brände

Unterdessen sei das größte Problem die große Ausdehnung der Flammen. „Es ist nicht ein zusammenhängender Brand, sondern rund ein halbes Dutzend einzelne Brände allein auf Krefelder Stadtgebiet. Darum können wir nicht in einer konzentrierten Aktion vorgehen, sondern fahren immer dahin, wo es zu der Zeit am dramatischsten ist und versuchen, hier die Flammen einzudämmen“, sagt der Feuerwehrsprecher.

Landwirte unterstützen die Feuerwehr

Auch Landwirte seien an den Arbeiten beteiligt. „Wir bekommen hier große Unterstützung aus der Bauernschaft. Einige Landwirte beteiligen sich an den Arbeiten. Ein Landwirt ist mit einem großen Güllefass, das mit Wasser gefüllt ist, im Einsatz. Ein anderer pflügt ein Feld um“, heißt es von der Feuerwehr Krefeld. Dadurch solle die trockene Vegetation untergepflügt werden und eine Sperre gegen eine weitere Ausbreitung der Brände gesetzt werden.

Alle Feuerwehrleute in Krefeld und Meerbusch sind alarmiert

Alle Feuerwehren der Stadt Krefeld seien im Einsatz. „Wir haben aktuell rund 100 Einsatzkräfte vor Ort. Alle Freiwilligen Feuerwehren und Werksfeuerwehren sind alarmiert. Wer nicht direkt im Einsatz ist, besetzt die Wachen um den Grundschutz der Bevölkerung sicherzustellen“, heißt es. Die Feuerwache eins sei demnach bereits besetzt, die Feuerwache zwei aktuell noch unbesetzt.

Aufgrund des hohen Kräftebedarfs wurde auch für die Feuerwehr Meerbusch Vollalarm ausgelöst. Im Einsatz befinden sich demnach sämtliche Einheiten der Feuerwehr Meerbusch. Viele im Einsatz, andere stellen den Grundschutz in den Stadtteilen sicher. Ergänzend zu den Einheiten aus anderen Städten seien auch Drohnen des Rhein-Kreises Neuss zur Lageerkundung im Einsatz. Darüber hinaus unterstütze ein Hubschrauber der Polizei die Einsatzmaßnahmen.

Ausfälle und Verspätungen im Bahnverkehr

Das Feuer hat auch Auswirkungen auf die Bahn. Die Strecke zwischen Neuss und Krefeld ist aktuell gesperrt. Die Situation habe Auswirkungen auf den Zugverkehr in dem Bereich, es komme zu Verspätungen und Ausfällen. „Die Strecke ist zwischen Neuss Hbf und Krefeld Hbf nicht befahrbar. Das Ende können wir leider noch nicht abschätzen. Grund dafür ist ein Feuerwehreinsatz. Die Züge halten am nächsten Bahnhof oder werden nach Möglichkeit umgeleitet. In der Folge kommt es zu Verspätungen und Teilausfällen“, heißt es auf der Bahnplattform zuginfo.nrw. Betroffen sind demnach aktuell die Linien RE 7, RE 10, RE 42, RB 33, RB 35 und RB 37.

Mutmaßlich sorgt Funkenschlag bei einem Güterzug für die Brände

Zur Brandursache gibt es aktuell noch keine gesicherten Erkenntnisse. Die Vermutungen der Feuerwehr gehen nach ersten Aussagen dahin, dass eine blockierte Bremse an einem Güterzug zu Funkenschlag geführt haben könnte. Diese Funken könnten dann an verschiedenen Stellen auf der Fahrstrecke Brände ausgelöst haben. Die Löscharbeiten könnten bis in die Nacht dauern.