Teures Tanken und Heizen
Kabinett beschließt Reform der deutschen CO2-Steuer
Aktualisiert am 13.08.2026 – 03:41 UhrLesedauer: 5 Min.
Ein Flugzeug bei der Landung (Symbolbild): Der Emissionshandel soll dazu beitragen, die Treibhausgasemissionen zu senken. (Quelle: imago-images-bilder)
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In Deutschland gibt es seit 2021 einen CO2-Preis, der beim Tanken und Heizen bezahlt wird. Damit werden die Deutschen auf den EU-weiten Emissionshandel vorbereitet. Die Bundesregierung hat nun eine Reform beschlossen.
Der CO2-Preis für Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas soll im kommenden Jahr nicht über die bereits 2026 geltende Spanne hinaus steigen. Die Bundesregierung brachte dazu am Mittwoch einen Gesetzentwurf auf den Weg. Demzufolge soll der Preiskorridor im nationalen Brennstoffemissionshandel auch 2027 bei 55 bis 65 Euro je Tonne Kohlendioxid (CO2) liegen. Die Hintergründe liegen im europäischen System, das ebenfalls kürzlich erst reformiert wurde.
Was die CO2-Besteuerung genau ist und wie sie wirkt, erklären wir hier.
Seit wann gibt es den CO2-Preis?
Gut 30 Jahre ist es her, dass die Politik sich das Ziel auf die Agenda schrieb, den Ausstoß der Treibhausgase in der Atmosphäre zu verringern und so den Klimawandel zu bekämpfen. Damals wurden die ersten sogenannten Emissionshandelssysteme ins Leben gerufen. Das europäische Emission Trading System (ETS) startete im Jahr 2005. Seitdem zahlen vor allem große Verschmutzer wie Kohlekraftwerke einen Preis für ihren CO2-Ausstoß, umgangssprachlich der CO2-Preis genannt.
2027 sollte dieser Emissionshandel auf die Bereiche Gebäude und Verkehr ausgeweitet werden, man spricht von ETS 2. Dann zahlen nicht nur große Industriezweige, sondern auch private Haushalte und kleine und mittelständische Unternehmen. Allerdings haben sich die EU-Mitgliedsländer Ende 2025 darauf verständigt, den Start von ETS 2 um ein Jahr zu verschieben. Es geht also erst 2028 los.
Damit sich Bürger an diese Idee gewöhnen können, hat man hierzulande bereits 2021 den nationalen Emissionshandel (nEHS), den „deutschen CO2-Preis“ eingeführt, der 2028 durch das europäische System abgelöst wird.
- Lesen Sie auch: So funktioniert der Handel mit Umweltzertifikaten in der EU
CO2-Preis oder CO2-Steuer?
Im allgemeinen Sprachgebrauch ist beim nEHS oft von der CO2-Steuer die Rede. In der Realität gibt es diese „CO2-Steuer“ aber nicht – richtig ist in Deutschland der „CO2-Preis“. Ab 2028 wird aber auch dieser Begriff eigentlich nicht korrekt sein: Das, was damit gemeint ist, nennt sich eigentlich Emissionshandelssystem oder Zertifikatehandel. Im Alltag hat sich aber auch für das EU-System der Begriff CO2-Preis durchgesetzt.
Der CO2-Preis in Deutschland: So funktioniert er
Ziel des nationalen Emissionshandels ist das gleiche wie beim EU-weiten System: Der Ausstoß von CO2 wird mit einem Preis versehen. Dadurch sollen Technologien, die kein CO2 ausstoßen, einen Wettbewerbsvorteil bekommen und mit steigendem CO2-Preis attraktiver werden.
Unternehmen, die in Deutschland fossile Kraftstoffe in den Verkehr bringen wollen, etwa Energielieferanten oder Tankstellenbetreiber, müssen dafür ein Zertifikat von der Bundesrepublik Deutschland kaufen, genau genommen von der Deutschen Emissionshandelsstelle.
