Warnungen vor Munitionsmangel
Hinzu kommt, dass der mutmaßliche Munitionsmangel innerhalb des Pentagon offenbar niemanden überrascht hat. Im Vorfeld des Kriegs soll der oberste Militär der USA, General Dan Caine, genau vor diesem Szenario gewarnt haben. Caine soll in internen Runden erklärt haben, dass ein längerer Krieg gegen den Iran angesichts der drohenden Mängel problematisch werden könnte.
Mittlerweile soll Caine intern darauf dringen, dass die USA eine baldige Lösung in dem Konflikt benötigen. Laut dem Nachrichtensender CNN soll der General in einem Einzelgespräch Trump verdeutlicht haben, dass seine Ziele mit den US-Luftstreitkräften allein nicht erreichbar seien. „Die Luftmacht hat ihre Grenzen“, sagte Caine Ende Juli auch bei einer öffentlichen Anhörung im Kongress.
Umgekehrt bedeuten Caines Aussagen, dass die Ziele der US-Regierung wohl nur durch eine Ausweitung der Kämpfe realisierbar sind. Trump spricht etwa immer wieder davon, dass der Iran in Zukunft keine eigenen Nuklearwaffen besitzen darf. Auch die Öffnung der Straße von Hormus, die der Iran wegen des Kriegs geschlossen hatte, wird von Trump regelmäßig gefordert.
Eine solche Ausweitung, trotz geringer Mengen an Raketen, könnte ein Einsatz von Bodentruppen sein. Dieser gilt laut Umfragen in der Bevölkerung nicht nur als äußerst unbeliebt. Er würde mit hoher Wahrscheinlichkeit auch zu deutlich mehr Todesopfern beim US-Militär führen, das bislang von 18 gefallenen Soldaten während des Kriegs spricht.
Die komplizierte Lage könnte auch erklären, warum das Pentagon mittlerweile selbst immer ratloser wegen des Kriegs wirkt. Ende Juni berichtete der Nachrichtensender CNN über ein Dokument des Regionalkommandos Centcom: Darin werden Soldaten aufgerufen, kreative Lösungen im Krieg gegen den Iran zu finden.
„Monate bis Jahre“
Ob der Aufruf zu brauchbaren Vorschlägen geführt hat, ist bislang nicht bekannt. Klarer ist dagegen, dass der Munitionsmangel der USA nicht allzu schnell behoben sein wird. Das Center for Strategic and International Studies hatte im Mai vorgerechnet, wie lange die Produktion neuer Raketen dauern könnte.
