Fast überall im Landkreis München sind die Grundstückspreise gesunken. Das zeigen die neuen und offiziellen Bodenrichtwerte, die der Gutachterausschuss für Grundstückswerte veröffentlicht hat. Die Richtwerte zum Stichtag 1. Januar 2026 spiegeln die Entwicklung in einem Zeitraum von zwei Jahren wider. Der Gutachterausschuss hat die Bodenrichtwerte auf Grundlage einer Kaufpreissammlung realer Immobiliengeschäfte ermittelt.

Beim Wohnungsbau bewegt sich der aktuelle Quadratmeter-Richtwert je nach Lage in einem breiten Spektrum zwischen 650 und 2900 Euro. Auch die Veränderungen sind nicht einheitlich. In Schäftlarn sind die Grundstückspreise seit 2024 gegen den Trend um fast zehn Prozent gestiegen. Der größte Rückgang wurde in Aschheim mit beinahe 30 Prozent festgestellt. Im Durchschnitt aller 29 Gemeinden sanken die Preise um 15 Prozent.

Im Bereich des Geschosswohnungsbaus liegen die neuen Richtwerte zwischen 1400 und 3000 Euro pro Quadratmeter. Mit minus 15 Prozent war der Rückgang in Putzbrunn noch am geringsten, in Oberschleißheim und Unterschleißheim sanken die Preise um je 32 Prozent am deutlichsten. Im Durchschnitt waren Grundstücke für den Etagenwohnungsbau um fast ein Viertel günstiger zu haben, als noch zwei Jahre zuvor.

In sogenannten Mischgebieten wurden neue Bodenrichtwerte zwischen 600 und 2100 Euro je Quadratmeter ermittelt. In einigen Gemeinden blieben die Preise stabil, in Grünwald war der Preisrückgang mit fast 30 Prozent am stärksten. Im Durchschnitt sank der Quadratmeterpreis um neun Prozent. Bei Gewerbegebieten war die Entwicklung sehr uneinheitlich. Die Veränderungen reichen von minus 17 Prozent in Brunnthal bis plus 25 Prozent in Taufkirchen.

Auch für landwirtschaftliche Grundstücke wurden die Bodenrichtwerte neu ermittelt. Allerdings gab es in den meisten Gemeinden in den vergangenen zwei Jahren zu wenige Verkäufe, um konkrete Preisentwicklungen festzustellen, weswegen viele Richtwerte unverändert blieben. Dort, wo Äcker und Felder die Eigentümer wechselten, war allerdings ein Anstieg der Preise um fünf bis 18 Prozent zu verzeichnen.

Die Bodenrichtwerte sind im Internet auf der Plattform www.boris-bayern.de abrufbar. Informationen über einzelne Richtwerte kosten je 37 Euro. Die Gemeinden im Landkreis München legen ihre Bodenrichtwerte aber auch für vier Wochen öffentlich aus. Einzelheiten dazu gibt es bei den lokalen Gemeindeverwaltungen.