„Absolut inakzeptabel“
Putin verärgert Japan mit provokanter Reise
Von afp, reuters, t-online
13.08.2026 – 14:05 UhrLesedauer: 3 Min.
Wladimir Putin: Russland findet noch kein Mittel gegen die ukranischen Drohnen- und Raketenangriffe. (Quelle: IMAGO/Alexander Kazakov/imago)
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Putin besucht eine Pazifik-Insel und provoziert Japan. Im Hintergrund schwelt der Streit um Tokios neue Sicherheitsstrategie, die nicht nur Russland verärgert.
Russlands Präsident Wladimir Putin hat mit dem Besuch einer von Japan beanspruchten Pazifik-Insel Irritationen in Tokio ausgelöst. Putin reiste am Donnerstag auf die Insel Iturup, die in der Nähe Japans liegt und zur Inselkette der Kurilen gehört. Es war Putins erste Visite auf den Kurilen, 2010 hatte der damalige russische Präsident Dmitri Medwedew das Gebiet besucht.
Putin besichtigte unter anderem eine Fischverarbeitungsanlage und traf sich mit Anwohnern. Zu ihnen sagte er: „Was für ein herrliches Wetter Sie hier haben, fast wie in einem Ferienort!“.
In Japan wurde der Besuch weniger freundlich aufgenommen. Regierungschefin Sanae Takaichi rügte, Putins Vorgehen verletze die Gefühle des japanischen Volkes und sei „absolut inakzeptabel“.
Russland und Japan haben nach dem Zweiten Weltkrieg nie einen formellen Friedensvertrag geschlossen. Das Haupthindernis dafür ist der ungelöste Streit über die Kurilen-Inseln, die sich im Nordosten bis zur russischen Halbinsel Kamtschatka erstrecken. Doch sind die Beziehungen seit dem Ukraine-Krieg zunehmend belastet. Erst im vergangenen Monat war in Japan ein russisches Spionagenetzwerk aufgeflogen.
Takaichi pocht auf Rückgabe der Inseln
Die japanische Regierungschefin Takaichi erklärte, sie hoffe, dass die russische Seite den Ernst der Lage erkenne. Die Insel Iturup, die auf Japanisch Etorofu heißt, gehört zu den vier südlichen Kurilen-Inseln, die die Sowjetunion in den Tagen nach der japanischen Kapitulation 1945 besetzt hatte. Japan pocht auf die Rückgabe der Gebiete als Bedingung für einen formellen Friedensvertrag, der den Weg ebnen könnte für engere Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern.
Von russischer sowie auch von chinesischer Seite gab es am Donnerstag ebenfalls Äußerungen zu dem Streit über die Inselgruppe. Die Botschafter Russlands und Chinas in Japan, Nikolai Nosdrew und Wu Jianghao, wandten sich in einer gemeinsamen Erklärung gegen angebliche Versuche, die Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs zu revidieren. Sie warnten zudem vor einer Remilitarisierung im asiatisch-pazifischen Raum. Die Formulierung ähnelt früheren Äußerungen aus Moskau, mit denen die japanischen Ansprüche auf die Inseln zurückgewiesen wurden.

