Zwei junge Männer vor einer beschmierten Wand

AUDIO: Junger Rap, alte Schule: Big 168 und Jamieh aus Osnabrück starten durch (4 Min)

Stand: 13.08.2026 12:59 Uhr

Das Campus-Festival Ende September in Osnabrück wird dieses Jahr von zwei Newcomer-Rappern eröffnet: Big168 und Jamieh. Die beiden Osnabrücker haben vor allem über Social Media ihre Reichweite erhöht.

von Hannah Sophie Tiesmeyer

Mit selbstgedrehten Videos, in denen sie zu ihren eigenen Songs in die Kamera rappen, ziehen sie erfolgreich die Aufmerksamkeit auf sich. Mittlerweile haben beide jeweils mehrere Tausend Follower auf Instagram. Darunter die Berliner HipHop-Größe Peter Fox. Big168 und Jamieh – das sind Oktay Karagöz und Jamel Zarmakoye, wie sie mit bürgerlichem Namen heißen.

Junge Rapper mit Faible für Oldschool-HipHop

Mit Songs wie „Kopfnicker Beats“ greifen sie einen HipHop-Stil auf, der mittlerweile als oldschool gilt. Damit scheinen sie gerade einen Nerv zu treffen. „Erst recht für Leute, die in den letzten Jahren HipHop nicht mehr verfolgen konnten, weil es zu neu ist und zu schnell ging, ist der alte HipHop ein vertrauter Sound“, erklärt Oktay. „Wenn mein Vater die Musik hört, die wir machen, dann sagt der ‚Ah, okay krass‘. Das hat Elemente von dem, was er irgendwann mal gehört hat“, sagt der Rapper.

Beste Freunde und Partner im Musik-Business

Oktay und Jamieh haben sich vor ein paar Jahren bei einer HipHop-Session kennengelernt. Mittlerweile treffen sie sich fast jeden Tag. 2022 haben sie sogar für ein Jahr in Berlin gewohnt, um von der dortigen HipHop-Szene zu lernen. Dann kamen sie wieder nach Osnabrück. Oktay organisiert mittlerweile monatlich sogenannte MicDrop-Sessions im Osnabrücker Haus der Jugend. Hier können Leute spontan auf die Bühne kommen und sich mit ihren eigenen Texten live vor Publikum ausprobieren.

Zwei junge Männer in Großaufnahme von der Seite

Oktay alias Big168 und Jamieh alias Jamel Zarmakoye treffen sich fast jeden Tag.

Das hat einigen sogar schon ihren ersten bezahlten Gig beschert. „Wir hatten sogar schon Leute, die so oft bei der MicDrop-Session waren, dass sie das immer gefilmt haben und jetzt dadurch ihr erstes Booking bekommen haben, weil die gesehen haben: ‚Oh, krass die Leute spielen live‘, weil´s sich für die Booker und Bookerinnen halt anfühlt, als würden die Leute tatsächliche live aktiv sein“, so Oktay.

Als Gewinner des „Skillz“-Wettbewerbs beim Splash!-Festival

Vor ein paar Monaten haben Jamieh und Oktay beim „Skillz“-Newcomer-Wettbewerb teilgenommen. Und prompt in der Kategorie „Crew“ gewonnen. Damit haben sie sich einen Auftritt auf dem Splash!-Festival erarbeitet, dem größten HipHop-Festival in Deutschland. Jamieh ist hin und weg. „Es hat unfassbar Spaß gemacht. So ein Kindheitstraum ist in Erfüllung gegangen. Ich hab’s auch ehrlich gesagt immer noch nicht verarbeitet. Es fühlt sich immer noch sehr fern an. Vor zwei oder drei Tagen haben wir ein Recap-Video gemacht von unserem Auftritt und ich guck mir das an und denk‘ mir so: ‚Was ist da passiert?‘ Irgendwie wie ein Traum.“

Große Pläne für 2027

Für nächstes Jahr haben sich die beiden vorgenommen, mehr als 30 Live-Auftritte zu spielen. Außerdem wollen sie zum Ende des Jahres ihr erstes Album rausbringen. Ganz oldschool-mäßig wird es das auch als Vinyl-Platte geben. In ihren Songs erzählen die beiden aus ihrem alltäglichen Leben. Dabei wird auch häufig Osnabrück erwähnt. Jamieh erzählt, wie wichtig ihm diese Stadt ist und wie sehr er sich hier als Rapper unterstützt fühlt.

Big168 und Jamieh mit Rückhalt in Osnabrück

„Ich liebe diese Stadt, weil die Stadt einem auch Liebe gibt. Ich hab nie das Gefühl, dass hier nichts los ist. Das Coolste, was man als Rapper haben kann, ist, finde ich, dass eine Stadt hinter einem steht“, erzählt der Rapper. Wie die Stadt hinter den beiden steht, zeigt sich auch bei Live-Auftritten: Bei der diesjährigen Maiwoche in Osnabrück war trotz strömenden Regens bei ihrem Auftritt kein Platz vor der Bühne. Und selbst bei ihrem Auftritt auf dem Splash-Festival riefen auf einmal mehrere hundert Leute die Postleitzahl 490 – für Osnabrück.

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