Am Samstag ist es so weit: Für Hertha BSC steigt das erste Heimspiel der neuen Zweitliga-Saison. Zu Gast vor etwa 40.000 Fans wird der 1. FC Heidenheim sein, der als Bundesliga-Absteiger eine „große Herausforderung“ sein wird, prophezeit Trainer Stefan Leitl auf der Pressekonferenz am Donnerstag. Der Übungsleiter ist intensiv in die neue Trainingswoche gestartet, nach dem erfolgreichen Auftakt auswärts gegen den VfL Bochum (1:0). Das Pensum wird er jetzt erst mal beibehalten, verrät der 48-Jährige.

Beibehalten wird Leitl aber auch die Startelf, falls in der morgigen Trainingseinheit nichts mehr passiert. „Stand heute gibt es für uns auch keinen Grund, die Startformation zu verändern“, stellte der Coach klar, der noch anfügt, dass man zufrieden war „mit dem, was die Jungs gezeigt haben“ in Bochum, „speziell auch die Spieler, die von der Bank wegkamen.“ Eingewechselt wurden unter anderem Luca Schuler, Jon Dagur Thorsteinsson, Pascal Klemens und Neuzugang Oluwaseun Adewumi.

Leitl: Dardai auf einem guten Weg und Lob an Sessa

Auch Marton Dardai kam als Joker in die Partie, da er noch nicht bei 100 Prozent war. Anfang Mai zog sich der 24-Jährige eine Oberschenkelverletzung zu, konnte in der Vorbereitung nicht voll mitmachen und hatte immer wieder mit Rückschlägen zu kämpfen. Aber „Tag für Tag“ finde der Innenverteidiger zu alter Stärke, ließ Leitl jetzt wissen. Wichtig sei, dass Dardai „in den physischen Zustand kommt“, bei dem er 90 Minuten voll belastbar ist.

Aktuell lässt er Niklas Kolbe spielen, der gegen Bochum einen starken Eindruck hinterlassen hat. Neben ihm ist Linus Gechter gesetzt, der als Vertreter von Kapitän Josip Brekalo agiert – wie Paul Seguin, dessen Kollege auf der Doppelsechs Kevin Sessa ist. Sessa sehe Leitl als „einer der fittesten Spieler im Kader“ – dazu der Lob, dass sich der 25-Jährige in diese Verfassung gebracht hat. Der Verbund mit Seguin die Mittelfeldachse zu bilden, ist „ganz wichtig.“

Bezüglich Gouram: Vergleich mit Maza „unfair“

Gegen Bochum setzte Leitl in der Offensive auf Brekalo, Soufian Gouram und Marten Winkler. Gouram hat sich sofort bewiesen und das Vertrauen bekommen, von Beginn an auf dem Spielfeld zu stehen. Als Zehner gelang ihm direkt die Vorlage – ein schöner Steckpass zu Sebastian Grönning, der den einzigen Treffer am Freitagabend erzielte und Hertha um drei Punkte bereicherte. Einen Vergleich zwischen Gouram und Ex-Top-Talent Ibrahim Maza möchte Leitl nicht stellen – das sei „unfair“.

Offensiv agierte im Ruhrstadion zudem Julian Eitschberger. Der 22-Jährige hat viele Fans mit seiner Vertragsverlängerung bis 2029 überrascht, aber auch mit seiner Leistung. Im Defensivverhalten sowie im Zug nach vorne hat sich Eitschberger auf der rechten Außenbahn gut verkauft. Hertha sucht aktuell noch immer einen Linksverteidiger, die Rolle hat Deyovaisio Zeefuik inne und ist auch da – so wie man ihn kennt – kämpferisch voll dabei.

Grönning als Mittelstürmer gegen Heidenheim

Die Mittelstürmerposition gehört auch gegen Heidenheim Grönning. Der 29-Jährige, der vor zweieinhalb Monaten Vater geworden ist und vor dem Bochum-Spiel ein Bild von seiner Freundin mit seinem Sohn ansah, wirkt wie ausgewechselt. Bereits in der Vorbereitung hat er sich als Tormaschine avanciert und machte genau da weiter, wo er aufhörte. Das Tor im ersten Pflichtspiel ist eine große Bereicherung – sowohl für Hertha, aber auch für den Berliner Anhang.

Grönning habe „sich das erarbeitet, dass er von Beginn an gespielt hat“, so Leitl. Aber was ist mit Schuler? Da er noch immer nicht voll fit ist, nahm der Rechtsfuß erst mal auf der Bank Platz. Nach 60 Minuten durfte Schuler dann seinen Stürmerkollegen ersetzen. „Diese Akzeptanz untereinander, dieser Support untereinander. Ich glaube, dass das das Entscheidende ist“, findet Leitl. Er setzt am Samstag erneut auf Grönning, aber wenn Schuler kommt, dann ist „eine andere Qualität“ auf dem Spielfeld.

Leitl kann auf den vollen Kader zurückgreifen

Zu Beginn der Pressekonferenz wurde klargestellt, dass der gesamte Kader gegen Heidenheim zu Verfügung stehen werde. Das bedeutet, dass auch Thorsteinsson dabei sein wird. Um seine Personalie gab es Fragezeichen, nachdem er am Dienstag im Training von Zeefuik gefoult wurde und die Einheit vorzeitig abbrechen musste. Die Berliner Morgenpost berichtet, dass es lediglich um einen Schlag auf das rechte Knie handele.

Darüber hinaus freut sich Leitl zwar auf die Rückkehr ins Olympiastadion, aber hätte vorab gerne in der heimischen Spielstätte trainiert: „Es ist uns leider verwehrt worden“, sagte der Trainer verärgert. „Es ist anscheinend schwierig, Zeiten zu finden, an denen Hertha dort trainieren kann. Das ist nichts Neues, das akzeptieren wir so“, erklärte er.