Ministerpräsident Olaf Lies im Gespräch mit Hannovers OB Belit Onay.

Stand: 13.08.2026 16:38 Uhr

Jobabbau, E-Auto-Chaos, Gerüchte um Werksschließungen: VW steckt tief in der Krise. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hat am Donnerstag mit den Oberbürgermeistern der betroffenen Städte gesprochen.

von Helmut Eickkhoff

Nach dem Treffen im Gästehaus der Niedersächsischen Landesregierung im Zooviertel von Hannover sagte Lies dem NDR Niedersachsen: „Es gibt eine klare Haltung: Wir wollen möglichst Standorte sichern. Wir wollen möglichst Beschäftigung sichern.“ VW ist mit sechs Standorten Niedersachsens größtes Unternehmen – sowohl bei der Wertschöpfung als auch bei der Anzahl der Beschäftigten. Ankündigungen von massivem Stellenabbau und Gerüchte um Standort-Schließungen oder Umwidmung der Produktion geistern seit Monaten durch die Medien – und verunsichern Beschäftigte und die Menschen in den Kommunen. Lies ist als Ministerpräsident Aufsichtsratsmitglied des VW-Konzerns.

„Wir sind ein spitzenmäßiges Werk!“

Es sei allen klar, dass Volkswagen Überkapazitäten habe, so der parteilose Emder Oberbürgermeister Tim Kruithoff. Er fordert „intelligente Lösungen“ vom Konzernvorstand. „Es braucht jetzt endlich eine Zukunftsvision, es braucht klare Entscheidungen.“ Kruithoff glaubt an die Zukunft des VW-Werks in Emden. „Wir sind ein spitzenmäßiges Werk. Und das wollen wir dem VW-Vorstand auch zeigen.“ Für Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel (CDU) ist der Schulterschluss der VW-Standorte existenziell. „Denn nur gemeinsam werden wir in der Lage sein, diese Situation aufzubrechen.“

Mitarbeitende arbeiten im Werk von Volkswagen an einem Fließband an Fahrzeugen.

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„Wir brauchen Klarheit und wir brauchen Auslastung“, so Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne). Er sei Lies dankbar, dass sich die kommunale Seite bei dem Treffen im Gästehaus der Landesregierung habe austauschen können. Onays Osnabrücker Amtskollegin Katharina Pötter (CDU) bezeichnete den Austausch als wichtiges Signal – vor allem, dass der Ministerpräsident gemeinsam mit den Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeistern für den Erhalt aller Standorte kämpfe.

Der Konzernvorstand von Volkswagen hatte im Juli dem Aufsichtsrat seine Sparpläne vorgestellt. Das Gremium hatte diese abgelehnt. Vier Werke sollen auf der Streichliste stehen, darunter Emden und Hannover. Ende August wird sich der Konzernvorstand auf mehreren Betriebsversammlungen der Belegschaft erklären müssen. Anfang September wird der Aufsichtsrat dann in seiner nächsten Sitzung über neue Sparvorschläge diskutieren.

Ein VW-Werk in Niedersachsen.

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Die OB der Kommunen mit VW-Standort

  • Osnabrück Katharina Pötter (CDU)
  • Braunschweig Thorsten Kornblum (SPD)
  • Emden Tim Kruithoff (parteilos)
  • Hannover Belit Onay (Grüne)
  • Salzgitter Frank Klingebiel (CDU)
  • Wolfsburg Dennis Weilmann (CDU)

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Olaf Lies (SPD), Niedersachsens Ministerpräsident

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