Highfield mit Figuren

AUDIO: One Last Dance – Das Ende des Highfield-Festivals (6 Min)

Ungewisse Zukunft

Stand: 13.08.2026 17:03 Uhr

Noch einmal werden beim Highfield-Festival am Störmthaler See Zehntausende im Leipziger Neuseenland erwartet. Doch steigende Kosten und sinkende Besucherzahlen setzen dem Highfield-Festival zu. Die Veranstalter sehen das Festival wirtschaftlich an seiner Grenze. Nach der Ausgabe jetzt soll zunächst Schluss sein. Beschäftigte und Unternehmen in der Region blicken deshalb mit Wehmut aufs Festivalwochenende.

von MDR SACHSEN

Menschen stehen als Publikum auf dem Highfield-Festival zusammen, im Hintergrund ist ein Riesenrad zu sehen.

Das Highfield-Festival zieht auch in diesem Jahr wieder zehntausende Gäste an. (Archivbild)

Es wird wieder laut am Störmthaler See östlich von Leipzig. Das Highfield-Festival startet am Donnerstag seine vorerst „letzte Runde“. Mit dabei sind diesmal unter anderem die Beatsteaks, Kraftklub, Marteria und die Dropkick Murphys.

Von einem ausgewogenen Line-up ist das Highfield jedoch auch in seinem womöglich letzten Jahr weit entfernt. Die Headliner und fast alle prominent beworbenen Hauptacts sind männlich besetzt. Künstlerinnen wie Nura, Dilla, Deine Cousine oder Vicky stehen zwar im Programm, finden sich jedoch überwiegend in kleineren Slots am Nachmittag oder auf den kleineren Bühnen.

Eine Festivalbühne wird aufgebaut.

Das Highfieldfestival sei wirtschaftlich nicht mehr zu stemmen, sagen die Veranstalter.

Noch unklar: Festival-Aus oder Pause?

1998 war das Highfield-Festival in Hohenfelden in Thüringen – daher der Name – gegründet worden. Ab 2010 fand es auf der Magdeborner Halbinsel im Leipziger Neuseenland ein neues Zuhause. Doch es sei wirtschaftlich nicht mehr zu stemmen, klagen die Veranstalter und machen deshalb Schluss. Zuletzt kamen rund 28.000 Menschen. In den Hochzeiten waren es laut Veranstalter 35.000 Menschen.

Nach Angaben der Veranstalter sind die Kosten für Mitarbeiter, Material, Gagen und Energie im Vergleich zur Zeit vor der Corona-Pandemie um rund 45 Prozent gestiegen. Gleichzeitig sei die Nachfrage zurückgegangen.

Dennoch wollen Semmel Concerts und FKP Scorpio die Hoffnung auf eine Zukunft des Festivals nicht aufgeben. „Wir hoffen, in den kommenden Monaten ein neues Konzept entwickeln zu können, das wirtschaftlich tragfähig ist und die Zukunft des Festivals sichert“, erklärte Semmel-Concerts-Geschäftsführer Dieter Semmelmann.

Beschäftigte bedauern mögliches Ende

Lona und Fabian arbeiten auf dem Festival und scannen beispielsweise die Tickets oder geben die Bändchen aus. Dass es das letzte Highfield-Festival sein könnte, macht sie traurig. „Wir kommen aus Leipzig. Da war es natürlich auch praktisch, dass man hier arbeiten konnte.“ Es sei das größe Festival in der Region und habe immer viel Spaß gemacht“, sagen die beiden.

Ein Handy liegt auf einer Laptoptastatur. Das Display zeigt das Google Logo

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Kondome, Snacks und gute Umsätze

Auch auf der anderen Seite des Störmthaler Sees, im „Pösnapark – Neuseenland-Center“ hat das Highfield-Festival für Freude gesorgt. Und richtig gute Umsätze, erzählt Centermanagerin Susann Kreißig. Die Besucher bräuchten Essen und Getränke und vielleicht auch mal ein Kondom. „Da sind wir die erste Anlaufstelle hier“, sagt Kreißig.

Mit den Schwierigkeiten steht das Highfield nicht allein. Branchenvertreter verweisen auf stark gestiegene Produktionskosten, höhere Künstlergagen und zusätzliche Sicherheitsanforderungen bei Großveranstaltungen.

MDR (kav/sthr/rkü)/dpa