„Wenn sie uns zehn Prozent verkaufen können, werden wir alle ballistischen Raketen der Russen zerstören“, sagte Selenskyj. Zuvor hatte er auch in einem Interview des US-Fernsehsenders CNN die USA darum gebeten, ihm die Abfangraketen zu verkaufen. Der Staatschef beklagt beinahe täglich, dass das Land sich nicht mehr vor den zunehmenden russischen Angriffen mit ballistischen Raketen schützen könne. Er wirft auch den Verbündeten vor, ihren Lieferversprechen nicht nachzukommen.

urn:newsml:dpa.com:20090101:260813-935-1540348Vergrößern des BildesWolodymyr Selenskyj steht vor einem Flugabwehrsystem des Typs Patriot: „In diesem Jahr verfügen wir über zweieinhalbmal weniger Abfangraketen als im Jahr 2025“. (Archivbild) (Quelle: Jens Büttner/dpa)

„In diesem Jahr verfügen wir über zweieinhalbmal weniger Abfangraketen als im Jahr 2025“, sagte Selenskyj. Russland hingegen habe seine Produktion an ballistischen Raketen hochgefahren. Moskau nutzt die Schwäche der Ukraine bei der Luftverteidigung aus – und setzt verstärkt ballistische Raketen ein. Das US-Arsenal an Abfangraketen hat sich infolge des Iran-Kriegs gefährlich geleert: Einer aktuellen Schätzung des Center for Strategic Studies in Washington zufolge verfügt die US-Armee derzeit über höchstens noch 827 Patriot-Raketen – vor dem jüngsten Waffengang waren es demnach mehr als 2.300.

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Juli war tödlichster Monat für Zivilisten in der Ukraine seit Jahren

Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sind nach Angaben von Beobachtern der Vereinten Nationen im Juli so viele Zivilisten ums Leben gekommen wie seit Jahren nicht mehr in einem Monat. Es seien mindestens 437 Menschen in der Ukraine getötet und 2.610 weitere Zivilisten verletzt worden, gab die UN-Menschenrechtsbeobachtermission bekannt. Das sei im Vergleich zum Juni ein Anstieg um 30 Prozent, im Vergleich zum Vorjahresmonat Juli sogar eine Erhöhung um 70 Prozent. „Die Zahl der Getöteten ist die höchste, die seit Mai 2022 erfasst wurde“, teilte die Mission mit.

Die tatsächliche Zahl der Opfer sei wahrscheinlich höher, hieß es. Die Überprüfung von Todesmeldungen dauere an. In diesem Jahr habe sich die Zahl der Opfer von Monat zu Monat erhöht. Dabei habe es die ukrainische Hauptstadt Kiew im Juli besonders hart getroffen. Demnach wurden dort 54 Menschen getötet und mehr als 200 weitere verletzt.

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