Das Berliner Theater Volksbühne und der rassismuskritische Verein Each One Teach One (Eoto) haben eine ursprünglich für Freitagnachmittag vorgesehene Veranstaltung aufgrund von Sicherheitsbedenken abgesagt. Geplant war, das »Volksbad« – ein temporär vor der Volksbühne aufgebautes Schwimmbecken – einige Stunden lang nur für Schwarze Menschen zu öffnen, insbesondere für Kinder und Jugendliche.

Der Verein teilte auf seiner Webseite mit, aufgrund polemischer Berichterstattung sei »ein Klima entstanden, in dem wir nicht mehr darauf vertrauen können, dass es eine positive Erfahrung für die jungen Menschen wird und dass die physische und psychische Sicherheit der Kinder und Jugendlichen im Volksbad gewährleistet werden kann – auch nicht durch Sicherheitskräfte und Polizei«. Seit Beginn der öffentlichen Diskussion erhalte der Verein rassistische Drohmails, Gewaltandrohungen sowie diskriminierende Kommentare auf Social Media. »Wir können daher nicht ausschließen, dass die Kinder und Jugendlichen an dem Tag weiteren Gefahren ausgesetzt wären«, schrieb Eoto.

Eoto ist im Bereich der Rassismusprävention tätig und setzt sich für das
Empowerment Schwarzer Menschen ein. Der Verein ist einer der Träger des
Black Communities Centers in Berlin-Wedding, das in diesem Jahr eröffnet wurde.

Intendant Lilienthal zeigt sich solidarisch mit von Rassismus Betroffenen

Die Volksbühne sprach in einer Mitteilung von einer »bundesweiten Welle« rechter und rassistischer Hetze. Die Zusammenarbeit
mit dem Verein Eoto werde fortgesetzt, allerdings habe nun der Schutz von
Gästen, Partnern und Mitarbeitenden oberste Priorität.

»Wir werden selbstverständlich weiterhin positive Maßnahmen für
strukturell benachteiligte Menschen anbieten«, sagte Volksbühne-Intendant Matthias Lilienthal. Öffentliche Institutionen hätten eine entsprechende Verantwortung. »Wir solidarisieren uns – heute und an jedem Tag – mit allen, die Rassismus und rechten Feindbildmarkierungen ausgesetzt sind«, sagte Lilienthal.

Kritik unter anderem vonseiten der AfD und der CDU

Nach medialer Berichterstattung hatte unter anderem die AfD die geplante Veranstaltung kritisiert. Parteichefin Alice Weidel sprach von »Apartheid« und forderte, Fördermittel zu streichen. Auch eine junge Berliner CDU-Kommunalpolitikerin äußerte Unverständnis und sprach von einem diskriminierenden Gefühl, weil sie als Weiße nicht ins Freibad dürfe.

© Lea Dohle

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Die exklusive Nutzung des »Volksbads« durch Vereine und Organisationen ist jedoch Teil des Konzepts. Seit dem 7. August und noch bis Anfang Oktober steht das fünf Meter lange und 130 Zentimeter tiefe Becken vor der Volksbühne, der Eintritt ist kostenlos. An einigen Tagen ist es allerdings für bestimmte Vereine reserviert – am Freitag war eine solche Exklusivnutzung von Eoto geplant gewesen. Nach Angaben des Vereins war dessen Kinder- und Jugendabteilung hierfür von der Berliner Volksbühne eingeladen worden.

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