Fünf Tage nach den Schüssen am Bahnhof Zoo wird der getötete 30-Jährige am Freitag in Berlin-Neukölln beigesetzt. Neben den Angehörigen des Opfers, das der bis in den Libanon verzweigten Großfamilie C. angehört, wird nach Tagesspiegel-Informationen auch im Clan Al-Z. zur Teilnahme an der Bestattung aufgerufen.

Beobachtern zufolge könnten Hunderte Gäste zum Friedhof an der Hermannstraße kommen. Die Polizei wird zur Absicherung vor Ort sein. Am Mittwoch hatte es in der Flughafenstraße schon eine Trauerfeier gegeben. Unbestätigten Angaben zufolge hielten sich dort polizeibekannte Männer aus dem Clan-Milieu auf. Angehörige der Familie des Getöteten fielen wegen Eigentums-, Drogen- und Gewaltdelikten auf.

Ermittler suchen Tatverdächtigen

Der 30-Jährige war in der Nacht zu Montag kurz vor Mitternacht am Hardenbergplatz in Charlottenburg erschossen worden – unmittelbar vor dem Bahnhof Zoologischer Garten. Zuvor waren mehrere Männer in Streit geraten. Notfallsanitäter versorgten das Opfer nach den Schüssen schnell, konnten den Mann jedoch nicht mehr retten.

Ermittler der Mordkommission haben inzwischen einen Verdächtigen. Er soll nach der Tat in einem Fahrzeug geflohen sein. Die Waffe wurde bislang nicht gefunden. Fahnder durchsuchten noch am Montag eine Wohnung in Friedrichshain. Ob sie einen Bezug zu dem Gesuchten hatte und welche Gegenstände beschlagnahmt wurden, ist nicht bekannt.

Viele Vorfälle mit Schusswaffen

In Berlin ist die Zahl der Vorfälle mit Schusswaffen zuletzt gestiegen. Am Sonntag schossen Unbekannte auf die Scheibe einer Gaststätte in Neukölln, am Freitag verletzte ein Angreifer einen 22-Jährigen in Kreuzberg schwer. Als mögliche Hintergründe gelten Fehden zwischen bekannten Großfamilien und jüngeren Banden.

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Die meisten Schüsse in diesem und im vergangenen Jahr sollen jedoch auf Erpressungsdelikte türkischstämmiger Netzwerke zurückgehen. Sie sollen von Gewerbetreibenden mit türkischen Wurzeln Schutzgeld fordern und in Konflikte mit Drogen- und Waffenhändlern verwickelt sein.