Laut Berichten in mehreren Hausmedien des US-Militärs kommt es auf dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln zu einer sich verschärfenden Krise. Die Besatzung von 5000 Seeleuten und Marineinfanteristen befindet sich im neunten Monat auf See und hat 250 Tage am Stück ohne Landgang verbracht – ein Rekord für einen Flugzeugträger in der jüngeren Geschichte.
Laut „Navy Times“ und „Stars and Stripes“ haben mehrere Besatzungsmitglieder aufgrund schlechter Bedingungen und psychischer Belastungen bereits versucht, in Suizidabsicht über Bord zu springen. Auch der „Guardian“ berichtete. Besorgte Angehörige hätten bei einer emotionalen Versammlung mit Vertretern der Marineführung in San Diego Alarm geschlagen.
Eine Ehefrau berichtete, ihr Mann habe ihr eine Nachricht geschickt, in der er schrieb, er „hoffe, morgen nicht mehr aufzuwachen“.
Berichte über schimmlige Duschen und kaputte Toiletten
Das Kriegsschiff verließ San Diego am 21. November und sollte ursprünglich ins Südchinesische Meer fahren, wurde jedoch in den Nahen Osten umgeleitet, als der Krieg der USA und Israels gegen den Iran begann. Seitdem sei es nur an zwei Tagen zu Landgängen gekommen, einen Tag auf Guam und einen Tag im Oman. Der Einsatz sollte ursprünglich im Mai enden, wurde jedoch angesichts des anhaltenden Krieges mehrfach verlängert.
Nun soll der Flugzeugträger laut Medienberichten abgelöst werden. Ersetzt wird er durch die „USS George Washington“, wie das „Wall Street Journal“ sowie die US-Sender CNN und NBC News unter Berufung auf Insider melden. Laut CNN war der Austausch der Schiffe bereits zuvor geplant. Unklar ist aber, wie lange das Ganze dauert. NBC News zufolge dauert ein solcher Wechsel für gewöhnlich mehrere Wochen.
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Seitdem gab es Berichte über schimmlige Duschen, kaputte Toiletten, wochenlang außer Betrieb befindliche Waschmaschinen sowie lange Phasen ohne warmes Wasser. Auch die Verpflegung sei eingeschränkt, Mahlzeiten bestünden zum Teil aus einer halben Tasse Reis und zwei Tortillas. Seife, Deodorant und Zahnpasta seien aufgebraucht. Als im April erste Meldungen dazu erschienen, sprach Verteidigungsminister Pete Hegseth lediglich von „Fake News“.
Senatoren fordern Aufklärung
Der demokratische Abgeordnete Mike Levin schrieb bei X: „Das Mindeste, was ihr Land ihnen schuldet, sind heißes Wasser, eine funktionierende Toilette und eine richtige Mahlzeit.“
Mehrere Senatoren haben Aufklärung über die Situation auf dem Flugzeugträger gefordert. Ein entsprechendes Schreiben an Verteidigungsminister Pete Hegseth wurde am Mittwoch von Senator Richard Blumenthal veröffentlicht. Auf Blumenthals Fragen, etwa wie die Regierung mit der wachsenden Ermüdung und Belastung der Truppe auf der Abraham Lincoln umgehen werde, sollen die adressierten Ressorts bis zum 27. August antworten. Die US-Armee äußerte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP zunächst nicht zu den Vorwürfen.
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Blumenthals demokratischer Senatskollege aus Arizona, Ruben Gallego, kündigte an, den Flugzeugträger mit einer parteiübergreifenden Delegation besuchen zu wollen, um die Lage in Augenschein zu nehmen. „Die Geschichten von Besatzungsmitgliedern, die damit drohen, vom Schiff zu springen, sind ein erschreckendes Alarmläuten dafür, wie schlimm die Situation geworden ist“, schrieb er auf X.
Trumps Umgang mit seinen Marinetruppen sei „nicht nur abstoßend, sondern auch gefährlich“, kritisierte Gallego. „Diese Seeleute haben ein Anrecht darauf, zu wissen, wann sie nach Hause zurückkehren werden.“ (mit Agenturen)