Tanzen ist ein effektives Ganzkörpertraining, das den Puls erhöht, Muskeln und Knochen stärkt, die Koordination und Beweglichkeit verbessert und den Stoffwechsel ankurbelt. Gleichzeitig baut es Stress ab und schüttet Glückshormone wie Dopamin und Serotonin aus, was die Stimmung hebt und das Gehirn trainiert.

So viel Positivität überträgt sich auch durchs Zusehen. In diesem Sinne haben wir für Sie die interessantesten Tanzevents der nächsten Tage herausgesucht. Viel Spaß dabei wünscht Ihre Ticket-Redaktion!

1 Mit allen Sinnen TRAPICANA Mit „Trapicana“ eröffnet die Malpaso Dance Company die diesjährige Ausgabe von „Tanz im August“.

© Fabian Hammerl

Als das Pop-Duo Wham! 1983 seinen Hit „Club Tropicana“ veröffentlichte, ging es nicht um den legendären Club in Havanna, sondern schön ironisch um All-inklusive-Trips. Vom Tropicana blieb nur eine unscharfe Vorstellung von Exotik.

Dabei spielt der 1939 gegründete Club nach wie vor zwei Shows täglich mit 200 Tänzer:innen für Gäste, die sich der Illusion eines vorrevolutionären Kubas hingeben.

Die Tabori-Preisträgerin Joanna Tischkau und die Malpaso Dance Company eröffnen mit ihrem Stück „Trapicana“ (HAU1, 13.-16.8.) das Festival „Tanz im August“ und zeigen eine Hommage und Parodie zugleich. „Trap“ spielt nicht nur auf das Subgenre der Hip-Hop-Musik an, sondern auf den Ort der Touristenfalle, der rassistische und koloniale Bilder bedient.

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Gleichzeitig setzt sie sich mit dem Tropicana als avantgardistischem Ort auseinander, an dem erstmals klassisches Ballett und afrikanischer Tanz zusammengeführt wurden. Weitere Highlights: das Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan (15.-17.8.) und das Ballet national de Marseille / (La)Horde (20.-22.8.). (ipa)

Tanz im August

Wo: HAU, Haus der Berliner Festspiele, Sophiensaele u.a., Do 13.8. bis Sa 29.8.

Tickets: 10-44 Euro. Karten und Programm gibt es hier online.

2 Durch die Stadt raven ARCHIV - 08.07.2023, Berlin: Menschen feiern 2023 bei der Technoparade «Rave the Planet» vor der Siegessäule in Berlin. (zu dpa: ««Rave The Planet»: Sprechen mit Sicherheitsbehörden») Foto: Christoph Soeder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Viertes Mal „Rave the Planet“: Auch dieses Jahr füllt sich die Straße des 17. Juni wieder mit ravewütigen Berliner:innen.

© dpa/Christoph Soeder

Seit vier Jahren gibt es den offiziellen Nachfolger der legendären Loveparade. Zu den Gründern von „Rave The Planet“ gehört Dr. Motte, der einst auch die Loveparade ins Leben rief.

Die Geschichte will er mit „Rave The Planet“ weiterzählen. Unter dem Motto „Imagine Love“ werden mindestens 100.000 Partywütige auf der Straße des 17. Juni erwartet. Angemeldet sind vorsichtshalber sogar 300.000 Menschen.

„Rave The Planet“ will mehr sein als eine Technoparade mit 34 „Floats“ (Motivwagen). Für Frieden und Bewahrung der Technokultur setzt sich „Rave The Planet“ ein – und das tanzend.

Die offizielle Afterparty steigt ab 23 Uhr in der Columbiahalle (50 Euro). (wei)

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Rave the Planet

Wo: Straße des 17. Juni, Siegessäule bis Brandenburger Tor, Sa 15.8., 14-22 Uhr

Tickets: Eintritt frei

3 Und… Abfahrt! Platform 14 NEU SilentShout Co (ES/UK): „No News“, zu sehen am Donnerstag, 13.8., 19 Uhr.

© BALDEMAR BOTTINI dancephotografilm

Platform 14 wurde 2020 als Initiative der zeitgenössischen Tänzerinnen Roosa Sofia Nirhamo und Aseel Qupty gegründet. Die Plattform bietet Tanzkünstler:innen die Möglichkeit, ihre Stücke in kurzen und langen Formaten zu zeigen und sich in Workshops auszutauschen.

An drei Abenden sollen Räume für Begegnungen entstehen. In diesem Jahr eröffnet Platform 14 mit der Alumni-Nacht. Drei Gruppen aus dem Open Call des vergangenen Jahres präsentieren sich mit neuen Stücken, darunter das Programm „SilentShout Co: No News“ aus Spanien und England.

Eine Tänzerin und ein Jongleur beleuchten den Zustand des Journalismus in der heutigen Welt sowie unser Verhältnis zu Nachrichten. (meh)

Queerspiegel: Der Newsletter für das queere Berlin

Die Queerspiegel-Redaktion informiert Euch über die wichtigsten LGBTI-Ereignisse, Menschen, Termine aus Politik, Kultur und Sport.

Platform 14

Wo: Uferstudio 14, Uferstr. 23, Wedding, Do-Sa 13.-15.8., 19 Uhr

Tickets: ab 12 Euro. Zum Programm und zu den Karten geht es hier.

4 Bewegende Verse Masha Qrella Mit ihrem Projekt „Woanders“ verarbeitet Masha Qrella Texte des Dichters Thomas Brasch zu modernen, atmosphärischen Songs.

© Diana Naecke

Ob es wirklich ein Anlass zum Tanzen ist, wenn Masha Qrella am Gedenktag „65 Jahre Mauerbau“ Gedichte von Thomas Brasch vertont, einer der eigenwilligsten Stimmen der deutschen Nachkriegsliteratur?

Immerhin hat Qrella doch selbst in ihrem Song „Geister“ aus dem Jahr 2020 zu Protokoll gegeben: „Wie soll ich dir das beschreiben / Ich kann nicht tanzen“.

Da die gebürtige Ost-Berlinerin aber nicht nur Tanzverweigerin, sondern auch eine Meisterin der Pop-Dialektik ist, kann man zu „Geister“ ganz ausgezeichnet tanzen, ist es doch ihr mit Abstand groovigster Song.

Gut möglich also, dass das geneigte Publikum auch vor dem Brandenburger Tor ein paar vorsichtige Tanzschritte wagen kann. (wun)

Masha Qrella singt Brasch

Wo: Brandenburger Tor, Pl. des 18. März, Mitte, Do 13.8., 18:30 Uhr

Tickets: Eintritt frei

5 Ekstatisch!

Tanzen ist gesund (siehe oben), vor allem auch ohne Substanzen, Handys und Reden, dafür mit viel Bass, Beats und Her(t)z!

Der Tanzworkshop „Ecstatic Dance Potsdam“ lädt einmal im Monat zur gemeinsamen Tanzreise ein, im August Open Air, wofür rechtzeitig Karten gesichert werden sollten.

Das zweistündige DJ-Set ist in musikalischen Wellen aufgebaut und wird eingerahmt durch ein Warm-up und eine meditative Abschlussentspannung. Ein Dance-Workshop ohne Alkohol und andere Drogen.

Es sind keinerlei Vorerfahrungen nötig, nur bequeme Klamotten und gerne eine Decke für Entspannungsphasen. (meh)

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Ecstatic Dance Workshop in Potsdam

Wo: T-Werk, Schiffbauergasse 4 E, Potsdam, Mi 26.8., 20 Uhr

Tickets: 20 Euro, online hier.

6 Im Probensaal Giselle, Corps de Ballet des Staatsballetts Berlin Geisterstunde in „Giselle“.

© Mariia Kulchytska

Das ist Spitze! Zuletzt lag die Gesamtauslastung des Staatsballetts bei 98,3 Prozent. Da lohnt es sich, schon jetzt Tickets für die nächste Spielzeit zu sichern.

Die startet offiziell am 12. September mit einer Wiederaufnahme der bewährten „Giselle“ von Patrice Bart. Aber bereits am Eröffnungswochenende der Deutschen Oper wird ein Blick hinter die Kulissen gewährt.

Mehr Freizeit- und Kulturtipps1400 Jahre muslimisch-jüdische Geschichte Mit dem Entstehen moderner Nationalstaaten kam ein neues Stadium Die Ausstellung „everybody“ im Kolbe-Museum Den Körper neu denken, geht das? Geldschein-Designer aus Berlin Millionen Europäer könnten bald ihren Schein in der Tasche haben

Ballettbegeisterte können erfahren, wie Spitzenschuhe malträtiert werden, und beim Kindertraining und Mittanzaktionen selbst das Tanzbein schwingen. In einer Kreationsprobe gibt es erste Einblicke in Christian Spucks „Nussknacker“ (Premiere 27.11.). (ipa)

Staatsballett Berlin

Wo: Deutsche Oper, Bismarckstr. 35, Charlottenburg, Sa 29.8., 13:15 Uhr, So 30.8., 12.30 Uhr

Tickets: Eintritt frei