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Dortmund – Drei Afghanen sitzen auf der Anklagebank: Sie sollen zum Albtraum für eine 17-Jährige geworden sein. Laut Anklage fielen die Männer über die Jugendliche her, missbrauchten sie und filmten das Ganze auch noch mit dem Handy. Unfassbar: Auf dem Video ist zu hören, wie alle drei bei der Gruppenvergewaltigung auch noch lachen.

Seit Donnerstag stehen Quais W. (20), Kambiz H. (25) und Burhanulla N. (19) vor dem Landgericht Dortmund. Nur der Älteste kam in Handschellen: Der Fensterputzer war geflüchtet, wurde in London festgenommen. Seine mutmaßlichen Komplizen sind noch frei. Das könnte sich ändern, sollte die Strafkammer um Richterin Britta Graja ihre Schuld feststellen – wegen eines besonders schweren sexuellen Übergriffs, Körperverletzung und Herstellen eines jugendpornografischen Films drohen ihnen langjährige Haftstrafen.

Quais W. (20) bespricht sich mit seinem Anwalt Boris Strube

Quais W. (20) bespricht sich mit seinem Anwalt Boris Strube

Foto: Andreas Wegener

Täter trafen an Haltestelle auf ihr Opfer

Laut Anklage hatten die Männer ihr Opfer am 21. September 2024 um 4 Uhr an der Haltestelle Leopoldstraße in der Dortmunder Nordstadt (Nordrhein-Westfalen) entdeckt. Sie brachten die junge Frau aus Hamm offenbar dazu, ihnen in die Wohnung eines der Angeklagten zu folgen, so die Staatsanwaltschaft. Im Wohnzimmer habe es Alkohol gegeben. „Im Verlauf der Nacht verlor die Zeugin infolge des Alkoholkonsums das Bewusstsein. Diesen Zustand machten sich die Angeschuldigten sodann zunutze“, sagte Staatsanwalt Fabian Weishaupt.

Das Trio missbrauchte die wehrlose 17-Jährige den Ermittlungen zufolge mehrfach. Unfassbar, was das Handyvideo der Täter dokumentierte: Alle drei lachten dabei offenbar. Einer versuchte noch, dem bewusstlosen Opfer die Augen zu öffnen.

An der Haltestelle Leopoldstraße trafen die drei Jugendlichen die 17-Jährige

An der Haltestelle Leopoldstraße trafen die drei Jugendlichen die 17-Jährige

Foto: Andreas Wegener

Alle Angeklagten sind mehrfach vorbestraft

Die drei Angeklagten sind bei der Polizei schon bekannt. W. etwa wegen Drogendelikten, Raubes und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, H. u. a. wegen Körperverletzung und Bedrohung, N. wegen Raubes und Drogenhandels. Im Prozess schwiegen die jungen Männer zunächst. Bis zum nächsten Prozesstag wollen sie sich überlegen, ob sie zu den Vorwürfen etwas sagen wollen. Danach will das Gericht die Tatvideos zeigen, die Ermittler auf einem beschlagnahmten iPhone 13 fanden. Am dritten Verhandlungstag steht dem Opfer der schwere Gang in den Zeugenstand bevor. Wie schrecklich es der jungen Frau dabei gehen mag, ist unvorstellbar.