Obdachlose in NRW

Hitzehilfe für Obdachlose: „Natürlich reicht das Geld nicht“

Aktualisiert am 14.08.2026 – 05:00 UhrLesedauer: 3 Min.

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Der Verein Gemeinsam gegen Kälte Duisburg unterstützt obdachlose Menschen in der Duisburger Innenstadt bei der Hitze. (Quelle: Federico Gambarini/dpa/dpa-bilder)

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Menschen ohne festen Wohnsitz leiden besonders unter der Sommerhitze. Streetworker fordern mehr Unterstützung und einen Hitzeplan von der Bundesregierung.

Mehrere Männer stehen an einem Sommermorgen in einer Reihe vor dem Kältebus in der Duisburger Innenstadt. Susanne Wittenborn und Volker Hirschfeld vom Verein Gemeinsam gegen Kälte Duisburg bieten ihnen frisch belegte Brötchen und Getränke an. „Zu jedem Kaffee reichen wir eine Flasche Wasser“, sagt Wittenborn. Viele Obdachlose seien dehydriert.

Die Hitze sei für die Menschen auf der Straße enorm belastend – aber auch für die Helfer, sagt Wittenborn. Trotz Zuschüssen des Landes Nordrhein-Westfalen und Spenden reiche das Geld nicht. Aus ihrer Sicht muss sich dringend etwas ändern.

Verlässliche Ansprechpartner sein

Die Schubladen des weißen Bullis vor dem Duisburger Schäferturm sind gut gefüllt: Kisten mit Sonnenmilch, Kopfbedeckungen, leichter Sommerkleidung und dünnen Schlafsäcken sind darin verstaut. Von montags bis donnerstags fährt der Kältebus ab 9.00 Uhr drei Orte in Duisburg an. „Uns ist wichtig, die Menschen zu erreichen, die nicht zu den Hilfsstationen kommen“, erläutert Wittenborn. „Dafür müssen wir selbst auf die Straße.“

Dabei gehe es nicht nur um die Versorgung mit Lebensmitteln und Kleidung, sagt die Streetworkerin. Wittenborn und Hirschfeld wollen für die Menschen verlässliche Ansprechpartner sein. „Wir versuchen, mit Betroffenen ins Gespräch zu kommen, sie zu beraten und zu unterstützen.“

Hohe Temperaturen sind Risiko für Obdachlose

Seit mehr als 25 Jahren ist der Bulli in Duisburg unterwegs. Bis zu 70 Menschen nutzen täglich das Angebot. Der Name sei metaphorisch zu verstehen, sagt Wittenborn: Er spiele auf die soziale Kälte innerhalb der Gesellschaft an.

Die Hitzewellen im Sommer dieses Jahres stellen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) eine extreme Wärmebelastung für Menschen dar. Sie werden heißer und dauern länger an, wie es in einer Mitteilung des DWD heißt. In Städten sei die Belastung höher als auf dem Land. Für obdachlose Menschen seien die extremen Temperaturen ein besonderes Risiko.

Hitze-Hilfe für WohnungsloseVergrößern des BildesStreetworker Volker Hirschfeld bereitet das Frühstück für die Obdachlosen vor. (Quelle: Federico Gambarini/dpa/dpa-bilder)

Weniger Zeit und Ressourcen für einzelne Betroffene

Das beobachtet auch Iris Niewind vom Wetterschutzteam in Münster. Krankheiten seien unter solch hohen Temperaturen schwerer zu bewältigen, sagt sie. Auch Wunden würden sich leichter entzünden. Das Wetterschutzteam fahre Orte in der Münsteraner Innenstadt an, an denen sich vermehrt obdachlose Menschen aufhielten, so Niewind. Die Helfer verteilten Wasser, Kühlhandtücher und Sonnencreme.

In Düsseldorf ist bei der Hitze ein Team des Gute-Nacht-Busses unterwegs, das bedürftigen Menschen in der Innenstadt zur Seite steht. Die Herausforderung: Immer mehr Menschen sind betroffen, wie Leiter Nikolai Karrasch mitteilt. Die Folge: weniger Zeit und Ressourcen für einzelne Betroffene.