Nachwahl in Großbritannien

Farage gewinnt Wahl gegen „Graf Mülltonnengesicht“

14.08.2026 – 07:17 UhrLesedauer: 2 Min.

Nigel Farage legt Mandat niederVergrößern des Bildes

Nigel Farage (Archivbild): Er erklärt sich zum Wahlsieger. (Quelle: Thomas Krych/AP/dpa/dpa-bilder)

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Nigel Farage ist der Gewinner der Nachwahl in Clacton. Der offiziellen Veranstaltung zur Verkündung des Siegers blieb er aber fern.

Der britische Rechtspopulist Nigel Farage kehrt als Abgeordneter ins britische Unterhaus zurück. Der Chef der Partei Reform UK gewann eine von ihm ausgelöste Nachwahl im Wahlkreis Clacton, wie bei der Auszählung verkündet wurde.

Bereits zuvor hatte er sich zum Sieger erklärt. Er habe mehr Stimmen erhalten als bei der vorigen Wahl in dem Bezirk bei den Parlamentswahlen im Jahr 2024, sagte der Chef der Partei Reform UK und sprach von einem „überzeugenden, überwältigenden Sieg“. Im Jahr 2024 erhielt Farage 46,2 Prozent der Stimmen und zog damit als Abgeordneter ins britische Unterhaus ein.

An der offiziellen Veranstaltung zur Bekanntgabe der Ergebnisse nahm Farage jedoch nicht teil. Demnach habe er durch die örtliche Polizei von einer geplanten „organisierten Kampagne“ gegen ihn erfahren, die darauf abziele „das Ergebnis zu stören und zu untergraben“, sagte er.

„Glaubwürdige Drohung“

Ein Sprecher der Reform-Partei fand wenig später deutlichere Worte und teilte der BBC zufolge mit, die Polizei der Grafschaft Essex habe Farage wegen einer „glaubwürdigen Drohung gegen ihn“ geraten, nicht an der Veranstaltung teilzunehmen. Die Polizei von Essex teilte der Nachrichtenagentur PA zufolge mit, in Clacton einen Polizeieinsatz „zur Gewährleistung der Sicherheit aller Teilnehmer“ durchzuführen. Nach Informationen von PA habe die Polizei allerdings keinem Kandidaten von der Teilnahme an der Auszählung abgeraten.

Erst vor wenigen Wochen hatte Farage seinen Parlamentssitz abgegeben. Zuvor war er wegen umstrittener Spenden und Zuwendungen in die Schlagzeilen geraten. Die anderen großen Parteien warfen Farage ein Ablenkungsmanöver vor und weigerten sich, Kandidatinnen und Kandidaten aufzustellen. Sein Hauptkonkurrent war deshalb ausgerechnet der Spaßkandidat Count Binface („Graf Mülltonnengesicht“).

Farages Sieg war daher bereits absehbar gewesen. In einer Umfrage von Survation im Vorfeld der Wahl lag Farage mit 73 Prozent eindeutig vorn, Count Binface kam auf 20 Prozent. Der Rest verteilte sich auf 32 weitere Kandidaten.