Nach dem Abpfiff in Magdeburg sangen die Braunschweiger Fans „Spitzenreiter, Spitzenreiter“. Mit dem 6:1-Kantersieg zum Auftakt grüßt die Eintracht als erster Tabellenführer der Zweitliga-Saison. Knapp drei Monate nach der Last-Minute-Rettung am 34. Spieltag.

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„Mit diesem Ergebnis haben sich die Jungs für eine gute Vorbereitung belohnt“, sagt Sport-Geschäftsführer Benjamin Kessel (38) zu SPORT BILD: „Die Effektivität hatten wir in den Testspielen noch nicht gezeigt, aber im Training haben wir die schon gesehen. Man genießt den Moment, aber wir müssen demütig bleiben und um jeden Punkt kämpfen.“

Braunschweig-Trainer Lars Kornetka (48) ist seit 10 Ligaspielen im Amt

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Foto: picture alliance/dts-Agentur

Drei Zähler sind es schon, mindestens 37 sollen folgen. Denn nach vier Zitterjahren in der 2. Liga mit maximal 38 Punkten soll die 40er-Marke endlich fallen. Entscheidender Mann dafür ist Trainer Lars Kornetka (48), der im März auf Heiner Backhaus (44) folgte.

Kurios: Kornetka war auch Co-Trainer von Österreichs Nationalcoach Ralf Rangnick (68). Zusammen standen beide Anfang Juli noch im WM-Sechzehntelfinale gegen Weltmeister Spanien (0:3). Da lief die Braunschweiger Saisonvorbereitung schon. „Wir haben die jeweiligen WM-Szenarien geplant und waren so vorbereitet, dass uns dadurch nichts gefehlt hat“, erzählt Kessel.

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Quelle: TV2 Sport10.08.2026

Nach drei Tagen Extra-Frei bei der Familie scherte Kornetka eine gute Woche nach Trainingsstart wieder ein. Bis dahin hatte sein Co-Trainer Stefan Kulovits (43) das Sagen.

Die einwöchige Saisonanalyse gab es schon im Mai. Danach installierte der Klub einen dritten Physio-Therapeuten, einen zweiten Athletiktrainer und einen eigenen Ernährungswissenschaftler. Auf dem Feld sollte mehr Attacke her. Kessel: „Wir mussten gerade in der Offensive (nur 36 Treffer; d. Red.) ansetzen. Wenn der beste Torschütze der Rechtsverteidiger mit fünf Toren ist, hat etwas gefehlt.“

Seit zwei Jahren ist Benjamin Kessel (38) in Braunschweig als Geschäftsführer tätig

Seit zwei Jahren ist Benjamin Kessel (38) in Braunschweig als Geschäftsführer tätig

Foto: picture alliance/HMB Media

Während hinten der Kern des Teams erhalten blieb, wurde vorne umgebaut. Sechs Angreifer kamen, Jan Urbich (22/aus Gladbach) traf in Magdeburg gleich doppelt. Unter Kornetka spielt Braunschweig mit Vierer- statt Fünferkette, setzt auf mehr Spielkontrolle und Ballbesitz in der gegnerischen Hälfte.

So konnte man u. a. Youngster Samuele Di Benedetto (21) ablösefrei aus Stuttgart ködern. „Wir können keine Millionen-Ablösen zahlen. Unser Ansatz ist es weiterhin, smarte Transfers zu machen und junge, entwicklungsfähige Spieler zu holen, denen wir zutrauen, schnellstmöglich in der 2. Liga Fuß zu fassen“, sagt Manager Kessel über die bereits zwölf Braunschweig-Zugänge für zusammen weniger als eine Mio. Euro an Ablöse.

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Oft Profis, die sich bei größeren Klubs nicht sofort durchsetzen konnten. Das gilt auch für Mittelfeld-Top-Talent Max Marie (21/kam 2024 von St. Pauli), der in Magdeburg zwei Treffer auflegte. Auch wichtig: Alle Neuen waren schon seit vier Wochen da, konnten sich einspielen – und an die Tabellenspitze rauschen.