Die Ortsgeschichte des Augsburger Stadtteils Göggingen spiegelt sich in etlichen der 161 Straßennamen wider. Wer sie aufmerksam betrachtet, erfährt einiges über die vergangenen Jahrhunderte. Los geht die Zeitreise mit Blick auf die Straßenschilder rund 700 Jahre vor Christus. Damals hatten die Kelten die gute Lage an der westlichen Hangkante der Lech-Wertach-Hochterrasse erkannt und sich dort niedergelassen.
Einstige Römerstraße ist heute eine bevorzugte Augsburger Wohngegend
Aus dieser Zeit resultiert der Name Keltenstraße. Die Römer bauten später auf der fruchtbaren Hochterrasse oberhalb des wasserreichen Wertachtals ihre wichtige Fernverbindung über Kempten nach Italien, heute deutet darauf der Römerweg hin. Inzwischen gilt die Gögginger Hanglage als bevorzugte Augsburger Wohngegend (Panoramastraße).
Göggingen als Ort ist im sechsten Jahrhundert durch alemannische Siedler gegründet worden (Alemannenstraße). Westlich der Singold war das Dorf Radau bis zum Jahr 1808 eine eigene Ortschaft (Radaustraße). Dort ist ein Wasserschloss des Hermann von Radau überliefert (Schlößlestraße). Göggingen hatte an der Wertach eine Anlände für die Holzflößerei (Flößerstraße). Zwischen Wertach und Singold floss bis zur Wertach-Regulierung in den 1850er-Jahren ein weiteres Gewässer, der Wiesenbach (Wiesenbachstraße).

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Zahlreiche Fans forderten 1991 einen Straßennamen für den verstorbenen Schlagersänger. So ist der Roy-Black-Weg in Göggingen entstanden.
Foto: Wilfried Matzke
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Zahlreiche Fans forderten 1991 einen Straßennamen für den verstorbenen Schlagersänger. So ist der Roy-Black-Weg in Göggingen entstanden.
Foto: Wilfried Matzke
Mitte des 18. Jahrhunderts wurden in der fürstbischöflichen Majolikafabrik von Göggingen wertvolle Keramiken hergestellt (Majolikastraße). Fünf Jahrhunderte lang gehörte Göggingen zum Hochstift Augsburg. Die Fürstbischöfe erhoben eine zehnprozentige Steuer, den sogenannten Kirchenzehnten (Am Zehntstadel). Nachdem Göggingen im Jahr 1803 zum Königreich Bayern gekommen war, wurde hier das Königlich-Bayerische Landgericht als Vorläufer des heutigen Landratsamtes eingerichtet (Landgerichtstraße). Im Jahr 1869 eröffnete Friedrich von Hessing seine berühmte Orthopädische Heilanstalt. Diese Tradition setzen die Hessing-Kliniken fort (Hessingstraße).
Die Königlich-Bayerische Armee bezog 1897 im nördlichen Göggingen ein Artilleriedepot (Depotstraße). Der größte Nähgarnhersteller in Europa war einst die Zwirnerei und Nähfadenfabrik Göggingen, die spätere Ackermann-Göggingen AG (Fabrikstraße). Gegründet wurde sie 1855 von Eusebius Schiffmacher (Schiffmacherweg) und erweitert von Wilhelm Butz (Butzstraße). Zur Fabrik gehörte auch eine Arbeiterkolonie (Koloniestraße).
Fünf Bürgermeister regierten das einst stelbstständige Göggingen
Fünf frei gewählte Bürgermeister wirkten von 1887 bis zur Eingemeindung im Jahr 1972. Karl Mögele widmete man das Gögginger Stadion und den anderen vier Persönlichkeiten jeweils eine wichtige Verkehrsfläche (Eichleitnerstraße, Bürgermeister-Aurnhammer-Straße, Bürgermeister-Ulrich-Straße, Bürgermeister-Miehle-Straße). Zwischen 1901 und 1967 hatte Göggingen einen Haltepunkt an der Bahnstrecke nach Buchloe (Bahnstraße). Zahlreiche Sudetendeutsche aus Neudek und Umgebung fanden nach dem Zweiten Weltkrieg im östlichen Göggingen eine neue Heimat (Neudeker Straße). Dort nutzten zuvor sechs Ziegeleien den lehmig-sandigen Boden der Hochterrasse (Zieglerstraße).
Nach dem Tod des Schlagersängers Roy Black 1991 hatten seine Fans eine Straßenbenennung in Göggingen gefordert, wo er aufwuchs. Aber mangels einer neuen Straße wurde ein Fußweg benannt (Roy-Black-Weg). Im Innovationspark ganz im Osten der Gögginger Gemarkung soll durch Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft die Augsburger Zukunft geschrieben werden (Forschungsallee).