Vom 22. bis zum 27. August wird Kai Selbach die Wagner-Festspiele in Bayreuth besuchen. Der Tenor, der an der Hochschule für Musik und Tanz (HfMT) am Standort Wuppertal studiert, ist Stipendiat des Richard Wagner Verbands Wuppertal (rwv) und freut sich auf eine schöne Woche in der Festspielstadt.
Der im Jahr 2000 in Wuppertal geborene Sänger ist ein großer Opernfan. Als Kind hat er im Opern-Kinderchor der Wuppertaler Bühnen gesungen, im Jahr 2008 hat er bei den Eutiner Festspielen mit Richard Wagners „Tannhäuser“ seine erste Wagner-Oper erlebt. „Das fand ich damals schon sehr cool“, sagt der gebürtige Wuppertaler, der sich im 4. Semester des Bachelorstudiums befindet.
Nach dem Abitur hat er Mathematik studiert und mit dem Bachelor abgeschlossen, aber Kai Selbach wollte lieber den Gesang zu seinem Beruf machen. Seit einigen Jahren singt er im Extrachor der Oper Wuppertal und in anderen Opern-Zusatzchören. Im „Tannhäuser“ hat er 2022 in Wuppertal und im Essener Aalto-Musiktheater im Chor gesungen, in der Oper Dortmund war er im „Lohengrin“ Teil des Chors, in Dortmund und in Wuppertal hat er in der „Götterdämmerung“ gesungen. „Oper hat mich schon immer fasziniert“, sagt er. „Ich würde mich nicht als „Wagnerianer“ bezeichnen, aber ich bin ein Wagner-Fan“.
Auf Anraten seines Gesangsdozenten, Bass-Bariton Matthias Minnich, bewarb er sich für das Wagner-Stipendium. Er wurde ausgewählt und wird zusammen mit Ina Charlotte Kley und Ellen Maria Jerosch, die beide auch an der HfMT in Wuppertal studieren, in Bayreuth in der Jugendherberge übernachten und an einem reichhaltigen Rahmenprogramm der Wagner-Stipendiatenstiftung teilnehmen.
Seit mehr als 70 Jahren unterstützt der Richard Wagner Verband Wuppertal junge Talente mit Stipendien. Seit 1953 hat er mehr als 500 begabten angehenden Sängern, Musikern und anderen Bühnenkünstlern einen mehrtägigen Aufenthalt während der Festspiele in Bayreuth ermöglicht. „Wir sind sehr zufrieden, dass wir auch in diesem Jahr drei qualifizierten Stipendiaten von der hiesigen Musikhochschule diese Erfahrung in Bayreuth ermöglichen können“, sagt Stefan Starnberger, der selbst Wagner Stipendiat war und die Wuppertaler Stipendiaten betreut.
Kai Selbach überzeugte mit Schemelli-Liedern von Bach
Für das „Casting“ traten alle Bewerber jeweils in einer Messe in der Barmer Kirche St. Antonius auf, wo Starnberger bis Juni als Kantor tätig war. Kai Selbach überzeugte mit Schemelli-Liedern von J.S. Bach. Nach der Entscheidung gaben die drei ausgewählten Stipendiaten am Pfingstmontag ein Konzert für Mitglieder des rwv. Kai Selbach sang die Arie des Seemanns aus „Tristan und Isolde“ und eine Arie des Grafen Almaviva aus dem „Barbier von Sevilla“. Die drei Stipendiaten präsentierten gemeinsam ein Terzett aus der Operette „Der Vetter aus Dingsda“ von Eduard Künneke.
Mit Blick auf Bayreuth freut sich der junge Tenor auf das Festspielhaus. „Die Akustik soll sehr besonders sein“, sagt er. Vor allem freut er sich auf die Opern „Rienzi“, „Parsifal“ und „Der fliegende Holländer“, die für die etwa 250 Stipendiaten aus aller Welt auf dem Programm stehen. „Es gibt sicher auch Gelegenheit, Leute kennenzulernen und „Networking“ zu betreiben“, sagt der Student, der an allen Angeboten des Begleitprogramms teilnehmen möchte. Es gibt einen Begrüßungsempfang mit früheren Stipendiaten, internationale Stipendiaten-Konzerte und eine Stadtführung durch Bayreuth. Die Einführungsvorträge der Bayreuther Festspiele und die Museen können kostenlos besucht werden und es gibt eine exklusive Besichtigung des Festspielhauses mit dem berühmten Orchestergraben, die für andere Besucher während der Festspiele nicht möglich ist.
Der rwv will junge Menschen einbinden, damit sie ihre Begeisterung für Wagners Musik weitertragen. Viele heute international renommierte Künstler wie Diana Damrau, Jonas Kaufmann, Christian Thielemann oder Georg Zeppenfeld waren Stipendiaten der Richard-Wagner-Stipendienstiftung. „Der rwv Wuppertal möchte junge Menschen fördern, die in Wuppertal studieren und die anschließend möglichst auch eigene Ideen für die Aktivitäten des Richard Wagner Verbands beisteuern können“, sagt Guido Grüning, Vorsitzender des rwv.