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Altentreptow (Mecklenburg-Vorpommern) – Jetzt geht es buchstäblich um die Wurst: Ein weiterer Fleischproduzent kämpft ums wirtschaftliche Überleben. Rund 100 Mitarbeiter bangen um ihre Jobs. Das Unternehmen, das Filialen in Kaufland- und Netto-Märkten in seiner Region betreibt, will die Krise aber aus eigener Kraft stemmen.

Die Torney Landfleischerei Pripsleben GmbH in Altentreptow (Mecklenburg-Vorpommern), die auf eine 33-jährige Geschichte zurückblickt, hat Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Neubrandenburg angemeldet. Als Sachwalter wurde Rechtsanwalt Michael Busching eingesetzt. Er soll die Geschäftsführung überwachen und sie bei dem Sanierungsprozess unterstützen.

Wie die Fleischerei in die Insolvenz rutschte

Gegenüber BILD äußert sich Busching optimistisch: „Es ist ein Team an Bord, das sanieren kann. Die schauen jetzt, was zu machen und zu verändern ist, und ich sage, ob es richtig ist.“ Dabei geht es auch um die Ursachen der Insolvenz. Laut dem Rechtsanwalt sind es bei der Torney Landfleischerei vor allem Gründe, die bereits andere Unternehmen in die Pleite geführt haben.

Auch die Inflation trug laut Sachwalter dazu bei, dass der Kunde immer seltener zum Frischfleisch von der Theke greift

Auch die Inflation trägt dazu bei, dass der Kunde immer seltener zum Frischfleisch von der Theke greift

Foto: Dörte Nohrden/dpa-tmn

Steigende Energiepreise drückten auf die Bilanz der Fleischerei mit 13 Filialen. Daneben trage der gesetzlich verordnete Mindestlohn seinen Teil zur Kostensteigerung bei. Aber auch die Inflation spielt laut dem Sachwalter eine Rolle: „Die Leute haben einfach weniger Kohle in der Tasche. Das frische Rumpsteak an der Theke wird weniger gekauft.“

Auch Kinderwurst produziert das Unternehmen aus Altentreptow in Mecklenburg-Vorpommern

Die Fleischerei aus Altentreptow in Mecklenburg-Vorpommern produziert u. a. Kinderwurst

Foto: torney-landfleischerei.de

So geht es für das Unternehmen weiter

Busching erklärt im Gespräch mit BILD die weiteren Schritte: „Zum einen werden nun Investoren gesucht, die sich für eine Übernahme oder ein Investment interessieren. Zum anderen wird versucht, das Unternehmen neu aufzustellen. Oder es wird eine Mischung aus beidem.“

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Kleiner Lichtblick für die Mitarbeiter: Ihre Löhne sind für drei Monate über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert. Aber die Fleischbranche, gerade die mittelständischen Unternehmen in Ostdeutschland, steht unter Druck: Nach zwei überstandenen Insolvenzen zog beispielsweise die Halberstädter Konserven GmbH im April die Reißleine.